14.07.2014

Konkurse: Sanierungen und Restrukturierungen als Frühwarnsignale

Konkurse gehen oftmals eindeutig Signale voraus. Mit diesem Beitrag lernen Sie diese zu erkennen, richtig zu deuten und zu verstehen.

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Konkurse

Frühwarnsignale für Konkurse im Einzelabschluss

Viele Signale, die bei Konkurse, oder zumindest einer Krise vorausgehen, sind bekannt. Sie werden aber oft zu wenig ernst genommen. Für den Aussenstehenden hätten aufgrund der Jahresrechnung schon Jahre im Voraus die Frühwarnsignale für Konkurse im Einzelabschluss (wurmstichige Bilanzen) erkannt werden können:

  • wenig Eigenkapital
  • hohe kurzfristige Bankverschuldung
  • unprofessionelle Revisionsstelle, z.B. ◦   kleiner Treuhänder ohne Diplom ◦   Einzelperson (Bekannter/Verwandter)
  • verschachtelte Beteiligungen
  • keine (geprüfte) Konzernrechnung
  • überhöhte Sacheinlagen von Aktionär (aber: prüfpflichtig)
  • starke Leasingfinanzierung
  • hohe aktive Aktionärsdarlehen
  • immaterielle Aktiven                  
  • Vorbehalte der Revisionsstelle
  • eigene Aktien
  • lange Dauer, bis geprüfte Jahresrechnung vorliegt

Frühwarnsignale für Konkurse im Konzernabschluss

Frühwarnsignale für Konkurse im Konzernabschluss für kreative Bilanzen sind z.B.:

  • ungeprüfte Konzernrechnung
  • unklares Testat (angemessen, entspricht dem Gesetz usw.)
  • negatives Nettoumlaufvermögen
    • kurzfristige Bankschulden grösser als Umlaufvermögen (kurzfristige Aktiven)
  • Eigenkapital unter 20% der Bilanzsumme
  • Eigenkapitalnachweis fehlt oder undurchsichtig
  • hoher aktivierter Goodwill/immaterielle Aktiven, die nicht oder über eine lange Nutzungsdauer abgeschrieben werden
  • (erfolgswirksame) Aufwertung von Sachanlagen
  • Übernahme von Beteiligungen mit hohem Goodwill mit Fremdfinanzierung
  • ständige Änderungen der Konsolidierungs-, Rechnungslegungsgrundsätze und Struktur des Konzerns
  • tiefer Cash-flow oder Cash drain

Frühwarnsignale für Konkurse bzw. Hinweise auf Insolvenzprobleme im Prüfbericht

Oft sind die Hinweise oder Vorbehalte im Revisionsbericht verschlüsselt. Es stellt sich deshalb die Frage, wie man einen Revisionsbericht liest.

Beispiele für verschlüsselte Hinweise in Prüfberichten:

  • ‹Wir sind nicht in der Lage, ein endgültiges Urteil abzugeben über die Bewertung xxx der Beteiligung XYZ AG / des Goodwills / der immateriellen Aktiven /des Warenlagers / der Bonität des Darlehens oder Debitors / des aktiven Aktionärsdarlehens usw.› heisst: Man sollte diese Aktiven abschreiben (mögliche Überschuldung, welches zu Konkurse führen könnte).
  • ‹Die Weiterführung der Gesellschaft hängt davon ab, ob die Banken/Aktionäre weiterhin flüssige Mittel bereitstellen› heisst: Die Revisoren haben Zweifel, ob die Gesellschaft das Geschäftsjahr überlebt oder in Konkurs geht, die Liquiditätssituation ist sehr kritisch, zu Liquidationswerten zeigt sich vermutlich eine Überschuldung.
  • ‹Wir verweisen vorsichtshalber auf Art. 725 OR› heisst: Vermutlich wird es noch schlimmer.
  • ‹Wir weisen die Jahresrechnung zurück› heisst: Die Prüfer haben jegliches Vertrauen in den Verwaltungsrat verloren und werden vermutlich das Mandat niederlegen, evtl. direkte Anzeige der Überschuldung beim Richter und Rücktrittsmeldung direkt beim Handelsregisteramt.

Falls die Revisionsstelle öfters gewechselt wird, bedeutet dies, dass Meinungsverschiedenheiten bestehen können. Der aussenstehende Beobachter kann die bestehende Revisionsstelle durch einen Handelsregisterauszug (bzw. Ragionenbuch) einfach feststellen. Die Mutationen müssen im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) publiziert werden.

Transparenzvorschriften im Aktienrecht

Folgende Punkte geben dem aussenstehenden Aktionär und Gläubiger einen Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und somit in mögliche Konkurse:

  • Vorjahreszahlen sind obligatorisch
  • Mindestgliederung Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang
  • Ausweis Forderungen/Verbindlichkeiten gegenüber Aktionären und Konzerngesellschaften
  • Ausweis eigener Aktien/Reserve für eigene Aktien
  • Ausweis verpfändeter Aktiven im Anhang
  • Angabe der aufgelösten stillen Reserven im Anhang
  • Ausweis der Gewinne aus Anlageverkäufen
  • Prüfung von Sacheinlagen durch Revisoren
  • Konzernrechnung inkl. Prüfung
  • besonders befähigte Revisoren für grosse und börsenkotierte Gesellschaften
  • Sonderprüfung zur Feststellung von allfälligen Missbräuchen
  • Eintrag der Revisionsstelle ins Handelsregister

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