06.03.2017

Nachfolgeplanung: Die Möglichkeiten nach FusG

Eine qualifizierte Beratung ist bei jeder Unternehmens-Nachfolgeplanung zu empfehlen. Hilfreich kann ein Beirat sein, der sich aus Familienmitgliedern, Fachleuten, Managern von Grossunternehmen, Bankenvertretern sowie dem Senior selbst zusammensetzt.

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Nachfolgeplanung

Hauptaufgaben des Beirates

Je nach Grösse des Unternehmens sollte der Beirat aus vier bis acht Personen bestehen, die sich vier- bis sechsmal im Jahr und bei ad-hoc-Entscheidungen treffen. Zu den Hauptaufgaben des Beirates gehört es, die Geschäftsführung objektiv zu beraten, die Auswahl des Nachfolgers vorzunehmen und den Übergabeprozess zu begleiten und Regelungen zu treffen, wenn die aktuelle Führungsperson plötzlich ausfällt.

Bei jeder Unternehmensnachfolge ist die Due Diligence, sprich die Überprüfung der Firma, sehr wichtig. Wenn das Unternehmen eines Elternteils oder Verwandten übernommen wird, besteht die Gefahr, dass dies ohne Beratung nicht objektiv genug gemacht wird. Falls es Konflikte gibt, ist auch die Mediation eine gute Möglichkeit, diese zu lösen. Die in der Mediation erarbeiteten Ergebnisse sind in aller Regel tragfähiger als ein Richterspruch. Die Mediationsvereinbarung lässt sich gut durchsetzen, wenn man entsprechende vertragliche Verpflichtungen festlegt.

Für die optimale Überprüfung der Due Diligence, können Sie sich am Ende dieses Beitrages eine besonders ausführliche, 11-seitige Checkliste herunterladen.

Altersvorsorge für Unternehmer

Fachleute empfehlen den Unternehmensleitenden unbedingt eine ausreichende Altersvorsorge im Rahmen der Nachfolgeplanung anzulegen. Investitionen in einem Unternehmen sind immer Risikokapital. Besonders Unternehmer, die eine familieninterne Nachfolge anstreben, müssen darauf achten, dass bis zum Generationenwechsel ein Privatvermögen aufgebaut wird, empfiehlt Wirtschaftsjurist Dr. Max Nägeli von der Firma M&A Pool AG. Dieses dient einerseits zur Altersvorsorge, andererseits auch um nach dem Tod die anderen Erben gerecht auszuzahlen. Vor allem muss man dafür sorgen, dass die Unternehmensanteile im (Privat-) Vermögen nicht ein Klumpenrisiko bilden. Der Unternehmer hat wie jeder andere Anleger eine Risikobeurteilung vorzunehmen. Wenn möglich, sollte er sein Vermögen diversifizieren. Viele Unternehmer, so Nägeli, scheuen solche Lösungen, weil sie zur Bildung von Privatvermögen Steuern bezahlen müssen. Das rächt sich aber spätestens beim Generationenwechsel. Gerade wenn mehrere Kinder da sind und sich nicht alle am Unternehmen beteiligen wollen, wird es ohne Privatvermögen schwierig, einen gerechten Ausgleich zu finden. Wenn man sich frühzeitig über die Steuersituation informiert, kann durch eine optimale Steuerplanung einiges an Steuern eingespart werden. In der Regel muss man mindestens fünf Jahre Zeit veranschlagen, um optimale steuergünstige Lösungen zu finden.

Möglichkeiten für die Unternehmensnachfolge nach Fusionsgesetz (FusG)

Nachfolger: Eine oder mehrere Personen, die das Geschäft im Rahmen der Nachfolgeplanung übernehmen und gemeinsam weiterführen wollen.; Keine weiteren Erben.

PersonengesellschaftKapitalgesellschaft
  • Fusion mit einer anderen Personengesellschaft oder als übertragende Gesellschaft mit einer Kapitalgesellschaft Übertragung auf die übernehmenden Personen;
  • Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft oder einer Kommandit- in eine Kollektivgesellschaft
  • Fusion mit einer anderen Kapitalgesellschaft;
  • Übertragung auf die übernehmenden Personen

Nachfolger: Eine oder mehrere Personen, die das Geschäft im Rahmen der Nachfolgeplanung übernehmen und gemeinsam weiterführen wollen.; Weitere Erben, die nur am Unternehmen beteiligt sein wollen und zu Mitarbeit nur beschränkt oder gar nicht bereit sind.

PersonengesellschaftKapitalgesellschaft
  • Fusion mit einer anderen Personengesellschaft oder als übertragende Gesellschaft mit einer Kapitalgesellschaft Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft, allenfalls einer Kollektivgesellschaft in eine Kommanditgesellschaft.
  • Bei Kommanditgesellschaft Übertragung, wobei die Geschäftsleiter voll haftende Gesellschafter und andere Erben Kommanditäre werden.
  • Fusion mit einer anderen Kapitalgesellschaft.
  • Übertragung von Anteilen auf die neuen Geschäftsleiter und die anderen Erben.

Nachfolger: Die Geschäftsleitung wird an Aussenstehende übergeben, die Erben wollen aber Beteiligungen und Kontrolle behalten.

PersonengesellschaftKapitalgesellschaft
  • Fusion mit einer anderen Personengesellschaft oder als übertragende Gesellschaft mit einer Kapitalgesellschaft.
  • Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft, allenfalls einer Kollektivgesellschaft in eine Kommanditgesellschaft.
  • Fusion mit einer anderen Kapitalgesellschaft oder Übertragung von Anteilen auf die neuen Geschäftsleiter.
  • Aufteilung so, dass sowohl Geschäftsleitung und andere Erben Anteile besitzen.

Nachfolger: Nachfolgeplanung - Das ganze Unternehmen soll Aussenstehenden überlassen werden.; Erben sollen höchstens Anteile an einer Kapitalgesellschaft bekommen.

PersonengesellschaftKapitalgesellschaft
  • Übertragung der Firma auf neue Geschäftsleiter Fusion mit einer anderen Personengesellschaft oder als übertragende Gesellschaft mit einer Kapitalgesellschaft.
  • Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft, Erben erhalten allenfalls Anteile erhalten.
  • Fusion mit einer anderen Kapitalgesellschaft oder Übertragung von Anteilen auf die neuen Geschäftsleiter.
  • Erben erhalten allenfalls Anteile.

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