10.07.2014

Software license: Näheres zum Schutz von Computerprogrammen

Software license sind heute im Softwaregeschäft von Bedeutung, und zwar häufig als Endbenutzer-Lizenz. Diese sollte wie alle allgemeinen Geschäftsbedingungen den Kunden leicht zugänglich sein. Diesen ist zu empfehlen, den Endbenutzer-Lizenzvertrag immer aufmerksam lesen, bevor sie einen Vertrag abschliessen.

Von: Regula Heinzelmann   Drucken Teilen   Kommentieren  

Lic. iur. Regula Heinzelmann

Regula Heinzelmann studierte Jura an der Universität Zürich, wo sie 1981 mit dem Lizentiat abschloss. Seit 1984 arbeitet sie selbständig als Wirtschaftsjournalistin und Buchautorin in Zürich und Berlin.


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Software Licensing

Eine software license kann auch vermietet oder verkauft werden. Mietmodelle haben den Vorteil, dass der Kunde über einen fest definierten Zeitraum zu fixen, planbaren Kosten Software benutzen kann. Vor allem Unternehmen, die ihre Ausgaben von software license auf mehrere Jahre verteilen oder aus steuerlichen Gründen als betriebliche Kosten verbuchen möchten, profitieren von Mietlizenzen.

Open-Source-Lizenz

Ratenkaufmodelle bieten den Vorteil, Software zu kaufen und die Zahlungen während der Vertragslaufzeit in Raten aufzuteilen. Das Nutzungsrecht an Lizenzen geht bei Vertragsende in zeitlich unbefristete Lizenzen über. Beliebt sind auch die Open-Source-Lizenzen, auch freie Software genannt. Als frei bezeichnet man Software, deren Lizenz dem Nutzer mindestens folgende Rechte zugesteht:

  • Die Freiheit, die Funktionsweise des Programms zu studieren und es seinen Bedürfnissen anzupassen. Voraussetzung dafür ist der Zugang zum Quellcode (Open Source).
  • Die Freiheit, Kopien des Programms anzufertigen und zu verbreiten.
  • Die Freiheit, das Programm zu jedem Zwecke auszuführen, das Programm zu verändern und das modifizierte Programm weiterzugeben.
  • Die software license darf niemanden benachteiligen.
  • Die Rechte an einem Programm müssen auf alle Personen übergehen, die diese Software erhalten, ohne dass für diese die Notwendigkeit bestünde, eine eigene, zusätzliche Lizenz zu erwerben.
  • Die Rechte an dem Programm dürfen nicht davon abhängig sein, ob das Programm Teil eines bestimmten Software-Paketes ist. Wenn das Programm aus dem Paket herausgenommen und im Rahmen der zu diesem Programm gehörenden software license benutzt oder weitergegeben wird, so sollen alle Benützer alle Rechte daran haben, die auch in Verbindung mit dem ursprünglichen Software-Paket gewährt wurden.
  • Die software license darf keine Einschränkungen enthalten bezüglich anderer Software, die zusammen mit der lizenzierten Software weitergegeben wird. So darf die software license z.B. nicht verlangen, dass alle anderen Programme, die auf dem gleichen Medium weitergegeben werden, auch quelloffen sein müssen.

Ob man für freie Lizenzen Gebühren zu zahlen hat oder ob diese kostenlos sein sollen, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. In der Praxis wird sich auf Dauer durchsetzen, dass man auch für freie Lizenzen Gebühren zu zahlen hat. Das englische ‹free› bedeutet sowohl ‹frei› als auch ‹kostenlos›. Deswegen findet man in einigen englischen Texten den Zusatz Free as free speech, not as free beer (frei wie freie Meinungsäusserung, nicht wie Freibier). Der Begriff der freien Software wurde geprägt durch Richard Stallman, dem Gründer der Free Software Foundation (FSF). Diese ist eine gemeinnützige Organisation, die die Förderung und Produktion freier Software zum Ziel hat. Sie befasste sich mit dem Vertrieb der ebenfalls freien Software Gnu Emacs. Um rechtlich sicherzustellen, dass seine Software von jedermann frei eingesehen, verändert und weitergegeben werden durfte, schuf Stallman die GNU General Public License (kurz GPL). GNU General Public License (GPL) ist die am häufigsten verwendete software license für freie Software. In die software license wurde das Copyleft-Prinzip integriert. Dies bedeutet, dass veränderte Programme, sofern sie weitergegeben werden, ebenfalls der GPL unterliegen müssen. Im Februar 2003 stellte die Free Software Foundation Europe das Fiduciary Licence Agreement (FLA, dt. Treuhänderische Lizenzvereinbarung) vor. Dieses ermöglicht europäischen Software-Entwicklern die Übertragung zeitlich unbegrenzter exklusiver Nutzungsrechte und juristischer Vertretungsrechte an die FSF. Die amerikanische FSF verlangt seit langem von Mitarbeitern des GNU-Projekts so genannte Copyright Assignments, also die Übertragung des Copyrights. Dies ist jedoch nach deutschem bzw. kontinentaleuropäischem Recht nicht zulässig, was die Entwicklung einer spezifischen Regelung erforderlich machte. Neben der GPL gibt es noch etliche andere software license, die den Lizenzen für freie Software entsprechen. Von diesen sollte speziell die FreeBSD-Lizenz erwähnt werden, deren Hauptunterschied zur GPL ist, dass sie die Freiheit nicht zu schützen sucht.

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