03.07.2014

Ladungssicherung: Warum Ladung rutscht – die physikalischen Hintergründe

Beim Anfahren, Bremsen und in Kurven entwickeln sich Kräfte, die sowohl auf das Fahrzeug als auch auf die Ladung einwirken. Beladene Fahrzeuge können deshalb schnell in bedrohliche Situationen geraten, weil die Reibungskräfte zwischen Fahrzeug und Ladung allein nicht ausreichen, ein Verrutschen, Umfallen oder gar Herabfallen der Ladung auf bzw. von der Ladefläche zu verhindern.

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Ladungssicherung

Nur die konsequente und vorschriftengerechte Ladungssicherung kann verhindern, dass die genannten Gefahren Ursache für schwerwiegende Unfälle sein können. Nicht oder falsch gesicherte Ladung kann teuer zu stehen kommen. Jede Ladung, vom Werkzeugkasten bis hin zu schweren Baumaterialien und Maschinen und natürlich jede Art von Gefahrgut, muss deshalb beim Transport sicher verstaut sein – und zwar so, dass sie während gewöhnlicher Verkehrssituationen nicht ins Rutschen kommen kann. Eine gewöhnliche Verkehrssituation ist aber nicht nur die unproblematische Geradeausfahrt, sondern auch eine Vollbremsung oder ein plötzliches Ausweichmanöver.

Es gilt der Grundsatz: In allen Situationen, in der ein Fahrer sein Fahrzeug (noch) beherrschen kann, darf sich die Ladung nicht bewegen.

Denn kommt die Ladung ins Rutschen, besteht gleich in mehrfacher Hinsicht Gefahr:     

  • Ware wird beschädigt: Selbst wenn es nicht zu einem Unfall kommt: Wenn Ladung rutscht, wird häufig die transportierte Ware beschädigt.     
  • Erhöhte Unfallgefahr bei Weiterfahrt: Wenn Ladung verrutscht, verlagert sich der Schwerpunkt des Fahrzeugs. Das kann dazu führen, dass Achsen und einzelne Räder ungleichmässig belastet werden. Die Folgen: Das Fahrzeug lässt sich nicht mehr oder nur noch schwer lenken und bremsen. Es kann in der nächsten Kurve „ausbrechen“.                 
  • Unmittelbare Gefahr für Leib und Leben: Das grösste Risiko: Bewegt sich Ladung, kann sie Seiten- bzw. Trennwände durchschlagen. Das bedeutet Lebensgefahr für den Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer.

Physik wirkt immer: Warum Ladung ausser Kontrolle gerät

Wer weiss, wie Kräfte in gewöhnlichen Fahrsituationen wirken, kann leichter begreifen, warum Ladungsgüter überhaupt ausser Kontrolle geraten können. Dabei wirken vier physikalische Gesetzmässigkeiten, die wir auch aus dem Alltag kennen.

1. Gegenstände, die sich bewegen, haben ein erhebliches Zerstörungspotenzial

Alltägliche und im Prinzip harmlose Gegenstände können extrem gefährlich werden, wenn sie in Bewegung geraten. Deshalb ist Ladungssicherung nicht nur ein Thema für die gefährliche Ladung, sondern für alle Waren und Güter, die transportiert werden. Schon mittelschwere Gegenstände entwickeln eine grosse Zerstörungskraft, wenn sie sich nur leicht bewegen. Schweres und womöglich spitzes oder eckiges Ladegut könnte Gefahrgutverpackungen beschädigen, wenn es auf der Ladefläche ins Rutschen kommt oder umkippt. Ladungssicherung bedeutet: Nichts darf sich während der Fahrt bewegen – egal ob es Gefahrgut ist oder eigentlich nicht gefährlich

2. Je schwerer ein Gegenstand, desto grösser die Kraft, die er entwickeln kann

Auch wenn die Kräfte, die bei einer Kurvenfahrt oder einer Vollbremsung auf das Ladegut wirken, gleich sind, entwickeln leichte und schwere Versandstücke unterschiedliche Kräfte. Die Kraft, die ein Leichtgewicht entwickelt, ist deutlich geringer als die Kraft, mit der ein grosses und schweres Versandstück über die Ladefläche rutscht. Seitenwände und Aufbauten des Fahrzeugs und auch die Massnahmen zur Ladungssicherung müssen diesen Kräften standhalten.

Dabei gilt: Je schwerer die Ladung, desto grösser die Kräfte, desto höher also die Anforderungen an Ladungssicherung und Fahrzeug.

3. Ohne Gegenkraft kein Halt

Bei jedem Bremsvorgang, bei jeder Beschleunigung und bei jeder Kurvenfahrt wirken Kräfte. Dabei gilt: Je schneller die Kurvenfahrt und je heftiger das Bremsmanöver, desto stärker die Kräfte. Wir kennen solche Kräfte von rasanten Fahrgeschäften auf dem Jahrmarkt. Jedem wird klar sein, dass man bei einer flotten Karussellfahrt oder in einer Achterbahn ohne seitliche Stützen, tiefe Sitzschalen, Haltegurte etc. keine Chance hätte. Diese „Hilfen“ sind notwendig, denn sie bauen eine Gegenkraft, die die Insassen auf ihrem Sitz hält. Gleiches gilt für Ladungssicherungsmassnahmen: Damit ist es möglich, die notwendigen Gegenkräfte zu erzeugen.

Für die Berechnung der notwendigen Gegenkräfte gilt:              

  • 50 % der Gewichtskraft der Ladung können zur Seite und nach hinten wirken, z.B. in der Kurve oder beim Beschleunigen.         
  • 80 % der Gewichtskraft der Ladung können nach vorne wirken, z.B. bei einer Vollbremsung.

Wichtig: Die Gegenkraft – und damit die Wahl der geeigneten Ladungssicherungsmaßnahmen – hängt entscheidend vom Gewicht der Ladung ab!

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