10.10.2018

Datenaustausch: Setzen Sie sich frühzeitig mit DAC6 auseinander

Die Europäische Union führt radikale Massnahmen ein, um steuerlichen Missbrauch zu bekämpfen und mehr Fairness bei der Besteuerung sicherzustellen. Die Transparenz wird weiter erhöht, um potenziell aggressive Steuerplanungsmodelle aufzudecken. Die geänderten Bestimmungen der EU-Amtshilferichtlinie 2011/16/EU bezüglich des verpflichtenden automatischen Informationsaustauschs im Bereich der Besteuerung über meldepflichtige grenzüberschreitende Modelle (in Kurzform «DAC6») werden für Steuerberater, Dienstleister und Steuerzahler – auch in der Schweiz/Liechtenstein ansässige Unternehmen und Privatpersonen – weitreichende Folgen haben.

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Offenlegungspflichten

DAC6 sieht zwingende Offenlegungspflichten für bestimmte Steuerplanungsmodelle mit EU-grenzüberschreitenden Elementen vor, sofern der Hauptvorteil solcher Modelle die Erwartung einer geringeren steuerlichen Belastung ist oder andere spezifische Kennzeichen (sogenannte «Hallmarks») gemäss der neuen Richtlinie aufweist. Die Europäische Union wird ein gemeinsames Kommunikationsnetzwerk (Common Communication Network, CCN) einrichten, über das der zwingend vorgeschriebene automatische Informationsaustausch über meldepflichtige, grenzüberschreitende Steuerplanungsmodelle erfolgen soll.

Obwohl die Richtlinie erst am 1. Juli 2020 in Kraft tritt, müssen Steuerzahler und Intermediäre ihre grenzüberschreitenden Steuerplanungsmodelle bereits ab 25. Juni 2018 überwachen. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, zu handeln.

  • 25. Juni 2018: Richtlinie tritt in Kraft und Übergangsphase startet, d.h. Intermediäre und Steuerzahler müssen relevante grenzüberschreitende Steuerplanungsmodelle überwachen, für welche der erste Schritt der Implementierung zwischen dem 25. Juni 2018 und 1. Juli 2020 stattgefunden hat.
  • Bis spätestens Dezember 2019: Die Richtlinie wird von der lokalen Gesetzgebung umgesetzt.
  • 1. Juli 2020: In den Mitgliedstaaten treten die DAC6 Bestimmungen in Kraft.
  • Ende Juli 2020: erste mögliche Frist für die Meldung
  • Ende August 2020: Frist für die Meldung umgesetzter Steuerplanungsmodelle
  • Ende Oktober 2020: erster vierteljährlicher Austausch der Mitgliedstaaten

Das Wichtigste zu DAC6 im Überblick

Wer? Intermediäre wie Steuerberater, Buchhalter, Banken und Rechtsanwälte, die für ihre Kunden potenziell aggressive Steuerplanungsmodelle mit einem EU-grenzüberschreitenden Element konzipieren, vermarkten, organisieren, implementieren oder zur Implementierung bereitstellen, sowie Personen, die Unterstützung und Beratung diesbezüglich erbringen.

  • Konzerne mit Hauptsitz in der Schweiz/Liechtenstein und Niederlassungen in der EU oder Konzerne mit Hauptsitz im Ausland und Niederlassungen in der Schweiz/Liechtenstein, die mit EU-Niederlassungen Transaktionen tätigen (es finden keine Schwellenwerte Anwendung)
  • Schweizer Steuerberater, die Dienstleistungen mit einem grenzüberschreitenden Element anbieten, sofern mindestens eine der Parteien in der EU ansässig ist
  • Schweizer Rechtsanwälte, die Dienstleistungen1) mit mindestens einem grenzüberschreitenden Element anbieten, sofern mindestens eine der Parteien in der EU ansässig ist
  • Schweizer Berater, die bestimmte Steuerplanungsmodelle koordinieren
  • In der EU ansässige Privatpersonen oder Familien

Was? Obligatorische Meldungen seitens Intermediäre (oder Steuerzahler) sowie automatischer Informationsaustausch der Steuerbehörden der EU-Mitgliedstaaten über das gemeinsame Kommunikationsnetzwerk (CCN) bezüglich zahlreicher grenzüberschreitender Steuerplanungsmodelle, an denen Einzelpersonen oder Unternehmen beteiligt sind.

Weshalb? Das primäre Ziel von DAC6 sind die Stärkung der Steuertransparenz und die Bekämpfung aggressiver Steuerplanung. Die Änderungen greifen weitgehend die Elemente von Aktionspunkt 12 des Projekts BEPS auf, welche die Offenlegungspflicht für potenziell aggressive Steuerplanungsmodelle vorsehen, sowie die von der OECD geforderten Massnahmen, mit denen eine Umgehung des Automatischen Informationsaustausch verhindert werden kann".

Wie? Intermediäre müssen potenziell aggressive Steuerplanungsmodelle mit einem grenzüberschreitenden Element den Steuerbehörden des jeweiligen Landes melden, in dem sie ansässig sind. Anschliessend werden die Informationen vom jeweiligen EU-Mitgliedstaat über das gemeinsame Kommunikationsnetzwerk (CCN) vierteljährlich mit allen anderen Mitgliedstaaten geteilt.

Intermediäre (oder Steuerzahler), die ihrer Meldepflicht nicht nachkommen, müssen Sanktionen in Kauf nehmen. Die Auferlegung effektiver, angemessener und abschrenkder Sanktionen obliegt den EU-Mitgliedstaaten.

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