21.06.2017

Straflose Selbstanzeige: Letzte Gelegenheit bis Ende 2017

Der automatische Informationsaustausch in Steuersachen (AIA) gilt in der Schweiz seit Anfang dieses Jahres. Für Schweizer Steuerpflichtige mit undeklarierten Konten im Ausland bleibt noch bis Ende Jahr Zeit für die straflose Selbstanzeige. Dieser Artikel wurde in der Verlagsbeilage «Steuern sparen» der NZZ vom 9. März 2017 publiziert.

Von: Denis Boivin   Drucken Teilen   Kommentieren  

Denis Boivin

Rechtsanwalt, dipl. Steuerexperte, Partner und Leiter Produktbereich Steuern und Recht bei der BDO AG in Fribourg.

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Straflose Selbstanzeige

Das Inkrafttreten des AIA

Am 1. Januar 2017 sind Bundesgesetz und Verordnung über den automatischen Informationsaustausch in Steuersachen (AIA) in Kraft getreten. Sie regeln den Austausch von Steuerdaten zwischen der Schweiz und den Partnerstaaten, mit denen ein AIA Abkommen abgeschlossen wurde. Mittlerweile bestehen Verträge mit den EU-Ländern und weiteren 50 Ländern und Regionen, darunter die als Steueroasen bekannten Bermudas, Barbados, die Cayman Islands und die britischen Kanalinseln. Weitere Abkommen werden folgen. Das Inkrafttreten des AIA löst die bisherigen Vereinbarungen zur Zinsbesteuerung und zur Einführung einer Abgeltungssteuer (RUBIK) ab.

Erster Austausch im nächsten Jahr

Die schweizerischen Finanzinstitute haben mit dem Zusammentragen der Steuerdaten der im Ausland domizilierten Steuerpflichtigen bereits begonnen. Der erste Austausch mit einem grossen Teil der Partnerstaaten ist für 2018 vorgesehen. Umgekehrt erhalten dann auch die einheimischen Steuerbehörden die ersten Informationen zu Steuerpflichtigen in der Schweiz, die über undeklarierte Gelder im Ausland verfügen. Das erlaubt es den hiesigen Steuerbehörden, Inhaber von deklarierungspflichtigen Konten bei den auskunftgebenden Finanzinstituten zu identifizieren. Sie erhalten Angaben zu Jahresabschluss, Finanzprodukten oder realisierten Gewinnen.

Die Informationen aus dem Ausland gelangen über die eidgenössische Steuerverwaltung direkt an die zuständigen kantonalen Behörden. Für in einem Schweizer Kanton steuerpflichtige Personen, die ein Konto bei einer in einem Partnerstaat ansässigen Bank nicht angegeben haben, wird es dann eng. Sie müssen nicht nur mit einer Nachsteuer und den Verzugszinsen für die letzten zehn Jahre rechnen. Ihnen droht auch eine Busse zwischen einem Drittel und dem Dreifachen der hinterzogenen Steuersumme.

Letzte Frist für Selbstanzeige

Steuerpflichtige können allerdings der Strafe entgehen, wenn sie sich freiwillig selber anzeigen und es sich um das erste Vergehen handelt. In diesem Fall haben sie auch keine Strafverfolgung zu befürchten. Voraussetzung ist allerdings, dass die Steuerbehörden bisher keine Kenntnis vom nichtdeklarierten Einkommen und Vermögen hatten. Sollten sie bereits davon wissen, ist es für eine Selbstanzeige zu spät. Zudem müssen die Steuerpflichtigen bereit sein, vorbehaltlos mit den Steuerbehörden bei der Festsetzung der Nachsteuer zu kooperieren und diese zu bezahlen. Dann schulden sie lediglich Nachsteuer und Zinsen. Für juristische Personen gilt die freiwillige Selbstanzeige ebenfalls, zu den gleichen Bedingungen. Erben kommen in den Genuss einer vereinfachten Nachbesteuerung. Anstatt auf zehn wird in diesem Fall die Nachsteuer auf drei Steuerperioden vor dem Todesjahr berechnet.

2016 verzeichneten die Behörden eine Rekordzahl von Selbstanzeigen. In der Meinung, dass ein solches Vorgehen bereits ab Einführung des AIA in 2017 nicht mehr möglich sein werde, haben einige Kantone die rechtlichen Bestimmungen zur straflosen Selbstanzeige sehr grosszügig ausgelegt. Solange jedoch eine Steuerbehörde noch keine Kenntnis von der Steuerhinterziehung hat, bleibt eine solche Selbstanzeige juristisch möglich. Und da die kantonalen Steuerbehörden tatsächlich erst ab 2018 Kenntnis davon bekommen, bleibt 2017 die letzte Gelegenheit, durch eine Selbstanzeige der Strafe zu entgehen.

Dieser Beitrag stammt aus dem BDO-Newsletter, mit freundlicher Genehmigung der BDO AG.

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