26.06.2014

Holdingprivileg: Bei Holdinggesellschaften mit Grundeigentum

Holdinggesellschaften dürfen Grundeigentum erwerben und halten. Gesellschaften mit dem steuerlichen Holdingstatus ("Holdingprivileg") bezahlen für Kanton und Gemeinde momentan noch keine Gewinnsteuern, was jedoch jetzt schon auf Erträge und Gewinne aus Immobilien nicht zutrifft (Art. 28 Abs. 2 StHG). Mit anderen Worten bezahlen auch Gesellschaften mit steuerlichem Holdingstatus auf ihren Immobilien die ordentlichen Gewinnsteuern.

Von: Thomas Kunz   Drucken Teilen   Kommentieren  

Thomas Kunz, dipl. Steuerexperte, dipl. Controller SIB

Thomas Kunz ist Partner der T+R AG in Gümligen (www.t-r.ch). Sein Beratungsschwerpunkt befindet sich im Unternehmenssteuerrecht und umfasst die Bereiche Steueroptimierungen, M&A, Sanierungen und Umstrukturierungen. Weiter ist er als Dozent und Publizist tätig.

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Holdingprivileg

Wenn Holdinggesellschaften Immobilien halten, dann gibt das oftmals in zwei Punkten Anlass zu steuerlichen Diskussionen und/oder Problemen (welche weiter unten noch vertieft werden):

  • Im Bereich der quantitativen Voraussetzungen für den steuerlichen Holdingstatus
  • Bei der Ermittlung der gewinnsteuerlichen Bemessungsgrundlage.

Quantitative Erfordernisse für den steuerlichen Holdingstatus (Holdingprivileg)

In dieser Beziehung müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Die Aktivseite der Bilanz setzt sich zu mehr als zwei Dritteln aus Beteiligungen zusammen (zu Verkehrswerten)
  • ODER: die Erträge der Gesellschaft bestehen zu mind. zwei Dritteln aus Beteiligungserträgen.

Hierbei stellt sich oft die Frage, ob Ertragsüberschüsse aus Grundeigentum beim sog. "Ertragstest" mit zu berücksichtigen sind oder nicht. Dabei gibt es zwei Ansichten:

  • Sie sind nicht in den "Ertragstest" einzubeziehen, weil das Nettoergebnis aus Immobilien gemäss expliziter gesetzlicher Vorschrift der ordentlichen Gewinnsteuer unterliegt, also kein Holdingprivileg besteht.
  • Der Ertrag aus Grundeigentum ist ebenfalls zu berücksichtigen, weil im Gesetz von den "gesamten Erträgen" die Rede ist (siehe Art. 28 Abs. 2 StHG), wozu die Erträge aus Grundeigentum auch gehören.  

Erfahrungsgemäss hat sich eher die zweite Auffassung durchgesetzt.

Ermittlung der gewinnsteuerlichen Bemessungsgrundlage

Selbstverständlich können von den Erträgen aus Grundeigentum die üblichen Abzüge vorgenommen werden (wie Abschreibungen, Unterhalts-, Betriebs- und Verwaltungskosten, Schuldzinsen).

Gerade bei den Schuldzinsen kann es zu steuerlichen Verwerfungen kommen, weil die in einer Holding verbuchten Fremdkapitalzinsen (ohne Rücksichtnahme darauf, was mit dem Fremdkapital finanziert wurde) in der Regel proportional auf den Immobilienertrag (welcher ordentlich besteuert wird, also kein Holdingprivileg) und den übrigen Ertrag (welcher gewinnsteuerlich unbeachtlich bleibt) verlegt wird. Wenn nicht auch noch Beteiligungsrechte mit Fremdkapital finanziert worden sind, dann führt diese proportionale Verlegung der Schuldzinsen dazu, dass in der steuerbaren Immobiliensparte nur ein Teil der faktisch alleine auf das Grundeigentum entfallenden Fremdkapitalzinsen berücksichtigt wird.

Verfasst: Im September 2012

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