21.12.2016

Privatanteile: Neue MWST-Info 08 von der ESTV

Am 31. Mai 2016 hat die eidgenössische Steuerverwaltung ESTV die neue MWST-Info 08 «Privatanteile» publiziert. Neben einigen Neuerungen enthält die neue MWST-Info einen grundlegend neuen Aufbau mit präziseren Umschreibungen und diversen Praxisbeispielen.

Von: Roger Fluri   Drucken Teilen   Kommentieren  

Roger Fluri

DAS FH in MWST, CAS FH in internationaler MWST, Fachmann im Finanz- und Rechnungswesen mit eidg. FA, Leiter Mehrwertsteuer bei der Gewerbe-Treuhand AG in Luzern.

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Privatanteile

Spezielle Verhältnisse zum Leistungsbringer

In der Ziffer 1 der MWST-Info 08 wird neu der Begriff «Nahe stehende Personen» umschrieben. Dies sind Personen, welche aufgrund eines «speziellen Verhältnisses» zum Leistungserbringer von diesem Leistungen zu einem Vorzugspreis beziehen können. Handelt es sich um einen branchenüblichen Rabatt, wie er auch Dritten gegenüber gewährt wird, so gilt der zu zahlende Betrag nicht als Vorzugspreis. Leider definiert die ESTV dieses «spezielle Verhältnis» nicht näher.

Hauptsächlich widmet sich die MWST Info 08 den Privatanteilen bei Geschäftsfahrzeugen. Die pauschale Ermittlung des Privatanteils (0.8% des Kaufpreises exkl. MWST) kann grundsätzlich weiterhin angewandt werden. Die pauschale Ermittlung ist nur dann zulässig, wenn das Fahrzeug überwiegend, d.h. mehr als 50%, geschäftlich verwendet wird. Bei Inhabern von Einzelunternehmungen sowie diesen nahestehenden, im Betrieb nicht mitarbeitenden Personen, wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass diese einen Personenwagen unternehmerisch nutzen.  Bei den anderen Fahrzeugen ist ein Vorsteuerabzug ausgeschlossen. Ansonsten ist der unternehmerische Anteil der Nutzung mittels Bordbuch nachzuweisen.

Vollkostenberechnung von dem Fahrzeug eines Angestellten

Stellt ein Unternehmen einem Angestellten zwei oder mehr Fahrzeuge zur Verfügung, muss es nachweisen, dass mehr als ein Fahrzeug für diese Tätigkeit notwendig ist. Dies kann ebenfalls mittels Bordbuch erfolgen. Ansonsten geht die ESTV bei diesen Fahrzeugen von einer Miete aus. Das Mietentgelt wird mittels Vollkostenberechnung (Betriebskosten + Abschreibungen 10% + Gemeinkosten- und Gewinnzuschlag 10%) berechnet und ist zum Normalsatz steuerbar. Der Anspruch auf den Vorsteuerabzug besteht auf sämtlichen mit Vorsteuern belasteten Aufwendungen.

Bei Poolfahrzeugen sind die privat gefahrenen Kilometer effektiv zu ermitteln und mit einem Ansatz von CHF 0.70 zum Normalsatz abzurechnen. Neu besteht aber die Möglichkeit, die durch die Mitarbeiter privat gefahrenen Kilometer mit dem pauschalen Ansatz von monatlich 0.8% des Kaufpreises exkl. MWST zum Normalsatz abzurechnen.

Präzise umschrieben wird auch der Sachverhalt, wenn ein Mitarbeiter sich an der Anschaffung eines Fahrzeuges beteiligt. Der Betrag, welcher der Mitarbeiter dem Unternehmen bezahlt, stellt einen steuerbaren Umsatz zum Normalsatz dar. Wird das Fahrzeug zu einem späteren Zeitpunkt verkauft und wird die Kostenbeteiligung ganz oder teilweise zurückerstattet, so ist dies als Entgeltsminderung zu betrachten.

Die Abrechnung eines Angestellten mit Auslandwohnsitz

Auf die Abrechnung eines Privatanteils kann bei Angestellten mit Auslandwohnsitz grundsätzlich verzichtet werden. Es wird jedoch vorausgesetzt, dass das Fahrzeug während der Steuerperiode überwiegend im Ausland genutzt wird. Zu prüfen ist jedoch, dass die Zurverfügungstellung von Fahrzeugen an Angestellte mit EU-Wohnsitz eine Steuerpflicht des Unternehmens im Wohnsitzland des Angestellten begründen kann.

Weiter regelt die ESTV u.a. auch folgende Sachverhalte:

  • Personalverpflegung
  • Abgabe von Geschenken an Dritte
  • Privatanteile bei Abrechnung nach Saldo- oder Pauschalsteuersätzen

Quelle: Dieser Beitrag stammt aus dem Informationsmagazin für KMU «MEMO», Ausgabe 37, Juli 2016, der Gewerbe-Treuhand AG.

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