06.09.2016

Unternehmensstrukturen: Vorausdenken im strategischen Management kann Risiken und Steuern senken

Oft sind Inhaber von KMU durch die operative Leitung ihrer Firma so stark absorbiert, dass sowohl strategische Überlegungen als auch das Risikomanagement zu kurz kommen. Hier ist guter Rat teuer und wichtig. Denn Risiken und Steuern lassen sich managen.

Von: Marcel Müller, Thomas Züger  DruckenTeilen Kommentieren 

Marcel Müller

Marcel Müller ist Partner, Geschäftsleitungsmitglied und Bereichsleiter Treuhand bei der OBT AG in Lachen. Seine Beratungsschwerpunkte sind Unternehmensbewertungen, Unternehmenskäufe und Verkäufe, Gründungsberatungen und Businesspläne, Nachfolge- und Managementberatungen, betriebswirtschaftliche Gutachten, MWST-Beratung sowie jegliche Steuerberatungen für Unternehmungen.

Thomas Züger

Thomas Züger ist Partner, Geschäftsleitungsmitglied und Bereichsleiter Treuhand bei der OBT AG in Schwyz. Seine Beratungsschwerpunkte sind umfassende Treuhand- und Steuerberatung für KMU. Aufgrund langjähriger Bankerfahrung auch Finanzierungsfragen und Nachfolgeregelungen. Sowie Unternehmensbewertungen, Expertisen und betriebswirtschaftliche Gutachten.

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Ein dynamischer Jungunternehmer konnte im Zuge einer Firmennachfolge-Regelung die erfolgreiche Produktions-AG übernehmen. Beim Firmenkauf standen ihm seine Familie und die Bank für die Finanzierung unterstützend zur Seite. Der Jungunternehmer übernahm die Führung des KMU mit viel Erfolg und grossem Einsatz.

Nach den ersten Jahren im Zeichen der operativen Leitung beginnt sich der Jungunternehmer immer stärker mit strategischen Fragen zu beschäftigen. Eine Frage lautet zum Beispiel: Wie decke ich mögliche Risikofelder besser ab? Das Unternehmen beliefert Kunden im In- und Ausland mit hochwertigen Produkten. Da sind grössere Haftungsansprüche und ein Reputationsrisiko nicht auszuschliessen.

Vorausdenkend überlegt sich der Unternehmer auch, wie eine ideale Struktur in Bezug auf die Nachfolge aussehen könnte. Dabei stellen sich Fragen, wie die Einkommensquellen nach einem Firmenverkauf aussehen könnten.

Lässt sich das unter einen Hut bringen? Und bleiben die steuerlichen Konsequenzen tragbar? Die aktuelle Wirtschaftslage gerade im Euro-Raum zeigt wenig rosige Zukunftsperspektiven.

Zur Veranschaulichung: Produktions-AG - Bilanz per 31.12.2013 und LS-AG (ehemals Produktions-AG) - Übertragungsbilanz per 01.01.2014

Neue Unternehmensstrukturen

Die vereinfachte Bilanz der Produktions- AG in der ersten Abbildung zeigt ein solides Eigenkapital. Ersichtlich ist auch, dass beim mobilen Anlagevermögen und bei den Immobilien erhebliche stille Reserven vorhanden sind. Die guten Ergebnisse der Vergangenheit haben den Unternehmer dazu veranlasst, weiter in den Maschinenpark und die Immobilien zu investieren, und haben die Firma „schwer“ gemacht. Haftungsansprüche würden das ganze Lebenswerk zerstören. Ein möglicher Käufer steht vor einem Finanzierungsproblem. Zudem führt die Auflösung von stillen Reserven zu Steuerfolgen.

Da Risikoüberlegungen der zentrale Aspekt in der unmittelbaren strategischen Ausrichtung sind, sollen die Vermögenswerte – sprich Aktiven – der Produktions- AG geschützt werden. Es wird eine neue Betriebs (Produktions) –AG gegründet, welche der Produktions-AG den Betrieb ohne mobiles Anlagevermögen und Liegenschaften abkauft. Das mobile Anlagevermögen und die Immobilien werden von der neuen Betriebs-AG gemietet. Da es sich steuerlich betrachtet um einen Verkauf und nicht um eine Spaltung handelt, muss der Verkehrswert des Betriebes ermittelt werden (Goodwill-Berechnung).  

Zwischen den beiden Gesellschaften wird anschliessend ein entsprechender Mietvertrag für das mobile Anlagevermögen und die Immobilien erarbeitet, welcher einem Drittvergleich standhält.

Zur Veranschaulichung: Neue Produktions-AG - Übertragungsbilanz per 01.01.2014

Steuerliches Patt

Der Goodwill-Verkauf führt zu einem steuerpflichtigen Ertrag aus diesem Betriebsverkauf, welcher bei der Produktions- AG zu Gewinnsteuerfolgen führt. Dieser steuerliche Nachteil wird insofern glatt gestellt, da der Goodwill in der neuen Betriebsgesellschaft aktiviert und steuerlich zeitnah abgeschrieben werden kann. Zum gleichen Resultat käme man mit dem Verkauf des mobilen Anlagevermögens und der Immobilien an eine neue Gesellschaft. Da auch dieser Verkauf steuerlich zu Verkehrswerten erfolgen muss und die stillen Reserven auf dem mobilen Anlagevermögen und den Immobilien häufig deutlich höher sind als der berechnete Goodwill, ist die Variante mit dem Betriebsverkauf meistens die steuerlich günstigere Variante.

Zur Veranschaulichung: Neue Produktions-AG - Plan-Erfolgsrechnung 2014-2018

Tipps zur Sicherung des Lebenswerks

Mit der Beachtung der folgenden Tipps verfügen Sie über den Schlüssel und die Basis für eine erfolgreiche und nachhaltige Sicherung Ihres Lebenswerks:

  • Probieren Sie Ihre Unternehmung schlank zu halten. Vermeiden Sie wenn möglich Investitionen in nicht betriebsnotwendiges Vermögen (Wertschriften, Liegenschaften etc.) und ziehen Sie nicht betriebsnotwendiges Kapital aus Gewinnen mittels Dividende oder Lohn aus der Unternehmung. Die Entwicklungen und Tendenzen im Steuerrecht deuten immer mehr darauf hin, dass dieser Ratschlag besser nicht auf morgen verschoben wird.
  • Wenn Sie Ihre Planungsaufgaben erledigt haben, lohnt sich der Gang zur Steuerbehörde. Wir empfehlen Ihnen, diese Transaktion mittels Steuer-Ruling abzusichern.

Fazit

Unternehmer sollten sich Zeit nehmen, um ihre Risiken zu identifizieren. Prüfen Sie diese auch mit Blick auf Ihre Unternehmensstrukturen. Vielfach werden verschiedene Unternehmensteile unter einheitlichem Dach geführt. Ohne entsprechende Synergien ist in diesen Fällen eine Entflechtung zu prüfen und oftmals zu empfehlen. Wenn dabei gleichzeitig der Grundstein für die Nachfolge gelegt werden kann und steuerlich tragbare Lösungen möglich sind, umso besser.

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