08.02.2019

Steuern: Schaden und Nutzen bei der Steuervorauszahlung

Vorauszahlungen sind sinnvoll, falsche Vorauszahlungen können schaden! Besonderheiten sind zu beachten bei quellenbesteuerten Personen.

Von: Dr. iur. Bernhard Madörin  DruckenTeilen Kommentieren 

Dr. iur. Bernhard Madörin

Dr. iur. Bernhard Madörin ist in Basel geboren und aufgewachsen. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Gymnasiums studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Basel und beendete sein Studium mit der Dissertation im Steuerrecht. Erste Berufserfahrungen im Treuhandbereich sammelte er in den Jahren 1983 bis 1998 als Mitarbeiter und späterer Partner im Treuhandbüro seines Vaters, wodurch er sich in der Branche etablierte. Mit der Gründung seines eigenen Treuhandbüro «Treuhand Dr. iur. Bernhard Madörin» im Jahre 1998 machte er sich selbstständig. Seit 2000 ist Dr. iur. Madörin nun Partner und langjähriges Mitglied des Verwaltungsrates der artax Fide Consult AG. Neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer hat er als Steuer- und Treuhandexperte die Gesamtverantwortung für die Bereiche Steuern, Recht und Unternehmungsberatung inne und kann heute auf rund 30 Jahre Berufserfahrung als Treuhänder und selbständiger Unternehmer zurückblicken. Um das Angebot im Bereich einer umfassenden Finanzberatung abzurunden, hat Herr Dr. iur. Madörin die Ausbildung zum Versicherungsvermittler VBV erfolgreich abgeschlossen und sich über ein Partnerunternehmen im Vermittlerregister der FINMA eintragen lassen.

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Für juristische Personen

Bei den juristischen Personen, Aktiengesellschaft und GmbH, ist die Frage am einfachsten zu beantworten. Die Steuern sind Geschäftsaufwand, erhöht um Zinsaufwand bei Zahlung nach Fälligkeit der Steuer oder vermindert um Zinsertrag bei Vorauszahlung. Somit spielt allein die Differenz des Zinsniveaus eine Rolle für mehr oder weniger Aufwand. Ist die Gesellschaft liquid, bietet die Vorauszahlung einen attraktiveren Zinssatz als das Aktivkontokorrent. Bei Fremdverzinsung mit heutigen Zinssätzen wird der Passivzins der Steuerverwaltung attraktiver sein als ein Kontokorrent- oder Darlehenszins. Somit ist die Liquidität der Gesellschaft der massgebliche Faktor für die kostenoptimale Tilgung der Steuern.

Für natürliche Personen

Bei den natürlichen Personen bestehen andere Voraussetzungen. Die Steuern werden steuerlich nicht als Unkosten behandelt, die Zinsgutschrift der Steuerverwaltung ist steuerfrei, der Bankzins aber nicht. Die Verzugszinsen auf Steuern sind Gewinnungskosten. Diese Parameter beeinflussen in vielfältiger Weise die kostenmässige Tilgung der Steuern.

Wenn alle Zinssätze gleich sind, Bankzins, Schuldzins und Vergütungszins der Steuerverwaltung, ist die Vorauszahlung die interessanteste Variante. Der Vergütungszins ist steuerfrei, und das schlägt am meisten ins Gewicht. Die erhöhte Progression hat auf die Besteuerung des Gutschriftenzinses keinen Einfluss. Je höher die Progression, desto interessanter ist eine Vorauszahlung. Die Zahlung bei Fälligkeit oder die spätere Zahlung ist gleichwertig; beide sind aber uninteressanter als die Vorauszahlung. Der durch die spätere Zahlung erwirtschaftete Zinsertrag ist steuerbar und wird kompensiert durch den abzugsfähigen Schuldzins. Steuerwirksamer Bankzins und Verzugszins halten sich die Waage.

Wenn die Verzugszinsen höher sind als die Aktivverzinsung, verschlechtert sich auch das Ergebnis durch die spätere Zahlung. Die Schuldzinsen können zwar vom steuerrelevanten Einkommen abgezogen werden. Die höheren Geldaufwendungen fallen aber nur im Rahmen der prozentualen Steuerbelastung effektiv als geldmässiger Abzug ins Gewicht und somit nur zu einem geringen Teil. Die zunehmende Progression im höheren Einkommensbereich wirkt sich für den Steuerzahler ausgabenmindernd aus, weil prozentual mehr Schuldzinsen abgezogen werden können. Umgekehrt ist eine spätere Zahlung günstiger, wenn die Bankzinsen höher sind als die Verzinsung der Steuerverwaltung. Der höhere Bankzins bringt mehr Geld und reduziert sich um die Steuerbelastung. Die zunehmende Progression wirkt sich negativ aus, weil die Zinsen höher versteuert werden müssen. Dieses Szenario trifft kaum zu. Eine höhere Verzinsung der Steuerverwaltung spricht für eine Vorauszahlung.

Die Krux für Bund und Kanton

Aufgrund der aktuellen Zinssituation ist eine Vorauszahlung sehr sinnvoll. Aber aufgepasst! Vorauszahlungen können geleistet werden für Bund und Kanton. Die Steuerverwaltung führt nicht von sich aus einen Abgleich durch. Falls der Steuerpflichtige zu viel beim Bund und zu wenig beim Kanton – oder umgekehrt – eingezahlt hat, so führt dies dazu, dass in einem Fall erhebliche Zinskosten anfallen und im anderen Fall wegen Überzahlung keine Verzinsung erfolgt. Der Kanton profitiert, sei es als kantonale Verwaltung oder als kantonale Verwaltung für die direkte Bundessteuer. Der Steuerpflichtige ist der Verlierer. Wichtig: Verlangen Sie zwei- bis dreimal pro Jahr einen Kontoauszug im Detail für das laufende und vergangene Jahr, um die Vorauszahlungen zinsoptimal zu gestalten und nicht unnötig Geld zu verlieren.

Die Krux bei Quellenbesteuerten

Besonderes Augenmerk gilt bei Quellenbesteuerten. Auch hier ist eine Planung für Vorauszahlungen nötig. Die Quellensteuer führt zum Ergebnis, dass die abgezogenen Quellensteuern die geschuldete Steuer abdecken, was der Idealfall ist. Ist der Betrag höher, erfolgt eine Rückvergütung mit dem gesetzlichen Zins. Ist er zu niedrig, erfolgt eine Nachbelastung mit dem gesetzlichen, höheren, Verzugszins. Aufgrund der individuellen Situation der Familie, besonders bei Ehepaaren mit Einkommen bei Mann und Frau, kann es zu substanziellen Nachbelastungen führen und der Verzugszins kann bis mehrere Tausend Franken gehen. Hier empfiehlt sich eine Steuerberechnung, um diesen Zinsnachteil zu vermeiden.

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