10.05.2017

Steuervorlage 17: Plan B, C oder D für die Unternehmensbesteuerung

Die Politik tut sich schwer nach der vom Volk unerwartet deutlich abgelehnten Unternehmenssteuerreform III. Da die Schweiz der EU aber zugestanden hat, die Statusgesellschaften abzuschaffen, kommt es zu einer neuen Vorlage.

Von: Bruno Kaech   Drucken Teilen   Kommentieren  

Bruno Kaech

Lic. iur., dipl. Steuerexperte, Gesamtleitung bei der Gewerbe-Treuhand AG in Luzern.

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Steuervorlage 17

Plan B, C oder sogar D in Sicht

Zurzeit sind ein Plan B und ein Plan C im Gespräch. Vielleicht hat auch ein Plan D Chancen. Der Bund hat sich bisher nur dazu vernehmen lassen, dass das Geschäft neu «Steuervorlage 17» (SV17) heissen soll.

Mögliche Szenarien für die Schweiz

Nach der Ablehnung der USR III bleiben die steuerlich privilegierten Statusgesellschaften bestehen, da allen Kantonen gemäss Bundesrecht (Art. 28 Steuerharmonisierungsgesetz) vorgegeben ist, Holding- und gemischten Gesellschaften eine tiefere Besteuerung ihrer Auslandserträge im Vergleich zu inländischen Erträgen zu gewähren. Damit werden rund 24 000 Gesellschaften in der Schweiz steuerlich in etwa gleich hoch belastet (zwischen 8,5 % und 10,5 %).

Schaffen wir die Statusgesellschaften aber – wie von der EU verlangt – ab, so werden die Kantone nur dieser einzigen Massnahme wegen die Gewinnsteuern freiwillig (!) senken. Aufgrund der grossen Unterschiede bei der ordentlichen Gewinnbesteuerung – beispielsweise Genf 24,2 %, Luzern 12,3 % – wird es unter den Kantonen zu mehr Konkurrenz kommen. Der Kanton Waadt hat dies früh erkannt und die Gewinnsteuer bereits im letzten Jahr von 23,1 % auf 13,8 % gesenkt, weil er aufgrund der grossen Steuerunterschiede die Abwanderung von Firmen befürchtet.

Die Politik diskutiert im Moment einen Plan B und C. In einem Plan B würde wohl gegenüber der gescheiterten Vorlage auf die zinsbereinigte Gewinnsteuer verzichtet und der Abzug für Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen auf 100 % beschränkt.

Auch die Dividendenbesteuerung steht unter Druck. Plan C sieht zwei Vorlagen vor, eine vorgezogene mit der Abschaffung der Statusgesellschaften und den damit zusammenhängenden Massnahmen (Bundessteuersteueranteil, Finanzausgleich) und später eine zweite mit den mehrheitsfähigen Elementen aus der verworfenen USR III. Ein Plan D von Prof. Christoph Schaltegger von der Universität Luzern sieht vor, statt einem höheren Bundessteueranteil den Kantonen die Freiheit zu lassen, die Steuergesetze ihren Bedürfnissen entsprechend selber anpassen zu können.

Auswirkungen auf den Kanton Luzern

Luzern wäre wie die übrigen Kantone der Zentralschweiz Gewinner der USR III gewesen. Nun fehlen allen Kantonen die vom Bund in Aussicht gestellten Zusatzmittel des höheren kantonalen Bundessteueranteils. Für Luzern sind das ab 2019 CHF 34 Mio. Im Kanton Luzern stieg der Steuerfuss seit 2014 von 1,5 auf 1,6 Einheiten. Ab 2017 soll er sogar auf 1,7 Einheiten angehoben werden. Es ist zu hoffen, dass aufgrund der Ausgabenentwicklung und den fehlenden CHF 34 Mio. Bundessteueranteil ab 2019 oder 2020 keine weitere Erhöhung auf 1,8 Einheiten erfolgt. Kommt dazu, dass im Kanton Luzern ab 2018 unnötigerweise der Fahrtkostenabzug auf CHF 6 000 begrenzt und die Dividendenbesteuerung auf 60 % erhöht wird, womit er an Standortattraktivität verliert.

Der Kanton Nidwalden hat eine ähnlich tiefe Gewinnbesteuerung wie Luzern, aber eine erheblich tiefere Kapitalbesteuerung für Unternehmen. Zudem liegt auch die Einkommens- und Vermögensbesteuerung natürlicher Personen wesentlich unter derjenigen des Kantons Luzern. Und: Dividenden werden immer noch nur mit 50 % besteuert. Luzern bleibt zwar wegen der tiefen Gewinnbesteuerung bei einer neuen Unternehmensbesteuerungs-Vorlage im Vorteil. Im Steuerwettbewerb mit den umliegenden Kantonen wird er jedoch länger je mehr zu einem Verlierer.

Auswirkungen auf KMU

Die Steuervorlage 17 wird wiederum keine KMU-Vorlage. Aber diesmal wiegen die Auswirkungen für KMU wegen der tendenziell steigenden Dividendenbesteuerung schwerer. Es ist damit zu rechnen, dass Dividenden ab 2021 schweizweit – in Luzern bereits ab 2018 – höher besteuert werden.

Jedes Unternehmen muss sich jetzt über die Verwendung von Gewinnen und den Bezug der Reserven Gedanken machen.

Quelle: Dieser Beitrag stammt aus dem Informationsmagazin für KMU «MEMO», Ausgabe 40, April 2017, der Gewerbe-Treuhand AG.

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