22.04.2021

Aktien & Co versteuern: Wie Gewinne versteuert werden müssen

Wenn es um den Handel mit Aktien geht, dann spricht das Steuerrecht hier von Kapitaleinkünften bzw. von Kapitalerträgen. Dazu zählen beispielsweise Kursgewinne, die aus dem Verkauf von Aktien und Dividenden resultieren. 2009 wurde beschlossen, dass Anleger für diese Kapitalerträge die Kapitalertragsteuer, die auch Abgeltungssteuer oder Spekulationssteuer genannt wird, abführen müssen. Damit eine solche Steuer aber überhaupt fällig wird, muss man natürlich zunächst einmal entsprechende Gewinne realisieren.

Teilen   Drucken

Aktien & Co versteuern

Quelle: https://unsplash.com/photos/amLfrL8LGls

Das gelingt zum Beispiel sehr gut mit den Forex Managed Accounts. Garantien kann man aber selbstverständlich nie zu 100% geben. Besonders dann nicht, wenn es sich um so hoch volatile Geschäfte, wie den Forex-Handel, geht.

Die Besteuerung der Gewinne aus Aktien

Alle Einkünfte aus Kapitalvermögen werden mit einem fixen Abgeltungsteuersatz besteuert. Hierbei erhält der Staat 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag. Obwohl der Solidaritätszuschlag in Deutschland 2021 abgeschafft wird, so gilt das aber nicht für die realisierten Kapitalerträge. Für den Fall, dass man nicht aus der Kirche ausgetreten ist, kommt die Kirchensteuer noch hinzu.

Unternehmensanteile, die bereits vor 2009 gekauft wurden, sind allerdings von der Kapitalertragsteuer ausgenommen, damit können sie steuerfrei verkauft werden. Der Steuerprozess soll durch die Abgeltungssteuer vereinfacht werden. Vor der Einführung waren die Steuerpflichtigen nämlich gezwungen, ihre Kapitalerträge mühsam und akribisch in ihrer Einkommensteuererklärung aufzuführen.

Erschwerend hinzu kam noch die Tatsache, dass die unterschiedlich hohen Steuersätze für die verschiedenen Kapitalerträge galten. Trotz der Vereinfachung im Steuerrecht gibt es dennoch einiges zu beachten.

Wie wirkt sich der Steuerfreibetrag auf die Aktiengewinne aus?

Steuern in Form von einer Abgeltungssteuer werden bei Singles erst fällig, wenn im Jahr ein Kursgewinn erzielt wird, der über 801 Euro liegt. Dieser Steuerfreibetrag verdoppelt sich bei Ehepaaren auf 1.602 Euro. Jeder Cent, der sich über diesen Freibeträgen bewegt, muss dementsprechend versteuert werden. Wenn man also zum Beispiel einen Gewinn von 900 Euro erzielt hat, so müssen nun 99 Euro versteuert werden. Unterschiede gibt es zwischen dem Freibetrag und der Freigrenze.

Anders als beim Freibetrag, muss bei der Überschreitung der Freigrenze der gesamte Betrag versteuert werden. Die Freigrenze hat beispielsweise ihre Gültigkeit, wenn es um private Veräußerungsgeschäfte geht. Dazu zählen unter anderem der Verkauf von Immobilien oder Kunstgegenständen.

Den Freistellungsantrag nicht vergessen

Gültig wird der Freibetrag für den Aktienverkauf erst dann, wenn man als Kleinanleger einen sogenannten Freistellungsantrag bei dem Kreditinstitut beantragt hat, da die Abgeltungssteuer nämlich von direkt von der Bank einbehalten wird. Die Übermittlung der Abgeltungssteuer übernimmt nämlich ebenfalls die Bank, somit übernimmt die Bank die Steuerschuld. Das resultiert daraus, dass es sich bei der Abgeltungsteuer um eine Quellensteuer handelt. Daher wird sie auch direkt von der Quelle, also von der Bank, abgeführt.

Liegt also kein Freistellungsantrag vor, würde die Bank pauschal die anfallende Steuer auf alle Kapitaleinkünfte abführen. Das passiert auch dann, wenn sich diese unterhalb des Freibetrages bewegen. Allerdings kann sich der Steuerzahler solche Beträge dann zurückholen. Die Kapitaleinkünfte werden in der Steuererklärung angeben. Die zu viel gezahlte Steuer wird dann entsprechend zurückerstattet.

Was hat es mit dem Grundfreibetrag auf sich?

Es gibt aber auch noch eine weitere Möglichkeit, um Steuern zu sparen, indem man zusammen mit der Steuererklärung eine „Nichtveranlagungsbescheinigung“ ans Finanzamt übermittelt. Geeignet ist diese Maßnahme für all jene, die zu den Geringverdiener zählen, aber dennoch hohe Kapitalerträge erzielt haben.

Entscheidend ist an dieser Stelle der Grundfreibetrag. Liegt ein Steuerpflichtiger mit seinem gesamten Einkommen unter dem Grundfreibetrag von 9744 Euro (Stand 2021), so müssen keine Steuern abgeführt werden. Hier spielt es dann auch keine Rolle, ob der Freibetrag von 801 Euro mit den Kapitalerträgen überschritten wurde.

Um das zu verdeutlichen hier ein Blick auf ein Beispiel: Ein Single erhält ein Jahresgehalt von 8000 Euro. Gleichzeitig erzielt er aber mit Aktien-Gewinnen oder mit Dividendenerträgen eine Summe von 1600 Euro. Zusammengerechnet liegt er mit der Gesamtsumme von 9600 noch immer unter dem Grundfreibetrag von 9744 Euro. Damit entfallen keine Steuern auf die Aktiengewinne. Vordergründig profitieren von dieser Lösung Geringverdiener und Studierende.

Wann gibt man die Kapitalerträge in der Steuererklärung an?

Wie bereits erwähnt, ist die Kapitalertragsteuer eine Quellensteuer, die direkt von der Bank an das Finanzamt abgeführt wird. Dennoch kann es durchaus sehr lohnenswert sein, nochmal die Kapitalerträge in einer Steuererklärung aufzuführen. Das trifft zum Beispiel dann zu, wenn der persönliche Grenzsteuersatz unterhalb der 25 % Abgeltungssteuer liegt. Mit Hilfe des Steuerrechner vom Bundesministerium für Finanzen lässt sich die Grenzbelastung leicht ermitteln. 

Im Berechnungsjahr 2021 erreicht ein Alleinstehender schon ab 17.219 Euro einen Grenzsteuersatz von 25 %. Da sowohl Geringverdiener als auch Studierende für gewöhnlich unterhalb dieses Satzes liegen, kann es sich durchaus lohnen, die Kapitalerträge in der Steuererklärung anzugeben.

Das Finanzamt führt eine sogenannte Günstigerprüfung auf Grund eines entsprechenden Antrages bei der Abgabe der Steuererklärung durch.

Anlässlich dessen werden die Kapitalerträge zu dem Gehalt vom Sachbearbeiter addiert. Auf dieser Grundlage wird dann die Steuerlast nach dem entsprechenden Einkommensteuertarif berechnet. Die günstigere Variante gilt dann für den Steuerzahler.

Wie werden ausländische Aktien versteuert?

Bei Aktien oder Fonds von fremdsprachigen Börsen, die ausländische Aktien enthalten, greift auch hier die Quellensteuer. Hierbei gilt aber natürlich die landestypische Quellensteuer. Hierzu muss man wissen, dass jedes Land seine eigene Quellensteuer erhebt.

So sehen die Quellensteuern auf Dividenden in den folgenden Ländern aus:

  • 35 % Schweiz
  • 20 % China
  • 20 % Japan
  • 30 % USA

Mit diesen Staaten hat Deutschland das sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) abgeschlossen. Hier wird der Prozentsatz festgelegt, der von der Quellensteuer nicht überschritten werden darf. Für gewöhnlich liegt dieser bei 15 %. Daher können sich auf Grund dieses Abkommen die Anleger eventuell zu viel gezahlte Quellensteuern wieder zurückholen.

Das bedeutet zum Beispiel: Wenn ein deutscher Privatanleger eine Dividende mit japanischen Aktien in Höhe von 500 Euro erzielt hat, dann greift hier erst einmal die nationale Quellensteuer mit einem Satz von 20 %. Daraus wiederum resultiert dann eine Steuerlast von 100 Euro. Doch dank der DBA sinkt nun die Quellensteuer um 5 %.

Das bedeutet, auch die Steuerlast wird damit entsprechend reduziert und liegt dann folglich bei nur noch 75 Euro. Um die Erstattung zu erhalten, muss der Anleger einen entsprechenden Antrag stellen. Ausnahme bilden hier die USA, hier erfolgt die Gutschrift in der Regel automatisch.

Produkt-Empfehlung

Die Schweizer Aktienrechtspraxis

Die Schweizer Aktienrechtspraxis

Kapitalgesellschaften sicher gründen, organisieren und führen.

ab CHF 168.00

Produkt-Empfehlung

Focus Treuhand

Focus Treuhand

Von Spezialisten für Experten - Aktuelle Themen, kommentierte Entscheide und Praxisfälle.

CHF 98.00

Produkt-Empfehlung

Jahrbuch Treuhand und Revision 2021

Jahrbuch Treuhand und Revision 2021

Topaktuelle Treuhand-Themen für Sie zusammengefasst.

CHF 98.00

Seminar-Empfehlungen

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Das neue Aktienrecht

    Aktuelle Änderungen und Praxisempfehlungen

    Nächster Termin: 17. November 2021

    mehr Infos

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, SIB, Zürich

    Bilanz- und Erfolgsanalyse

    Die finanzielle Lage des Unternehmens richtig analysieren und beurteilen

    Nächster Termin: 06. Oktober 2021

    mehr Infos

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Rettungsmassnahmen für Unternehmen in finanzieller Schieflage

    Sanierung, Nachlassstundung, Liquidation, Konkurs und ihre Risiken für Exekutivorgane

    Nächster Termin: 27. Oktober 2021

    mehr Infos

Um unsere Website laufend zu verbessern, verwenden wir Cookies. Durch die Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Infos