18.01.2017

Geschäftsfahrzeug: Auswirkungen von FABI Lohnausweis, Arbeitgeber und Arbeitnehmer

In der Volksabstimmung vom 9. Februar 2014 wurde der Bundesbeschluss über die Finanzierung und den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur (FABI) angenommen.

Von: Bernadette Nellen, Kornel Wick   Drucken Teilen   Kommentieren  

Bernadette Nellen

People Advisory Services, bei der EY in Zug

 

 

 

 

 

Kornel Wick

Executive Director People Advisory Services, bei der EY in Zürich

 

 

 

 

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Geschäftsfahrzeug

Einführungen von Abzugsbeschränkungen 

Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) hat am 15. Juli 2016 zum Thema Mitarbeitende mit Geschäftsfahrzeug eine Mitteilung publiziert. Die Mehrheit der Kantone hat zwischenzeitlich entschieden, ob, ab wann und in welcher Höhe Abzugsbeschränkungen eingeführt werden sollen. Im nachfolgenden Beitrag werden diese Neuerungen sowie die Auswirkungen für Angestellte dargelegt.

Unentgeltliche Zurverfügungstellung eines Geschäftfahrzeugs

Gemäss der aktuellen Regelung wird im Lohnausweis der Privatgebrauch als geldwerte Leistung erfasst. Dies in der Regel mittels einer pauschalen Aufrechnung von monatlich 0.8% des Kaufpreises (ohne Mehrwertsteuer), mindestens aber von CHF 150 pro Monat. Auf diesem Betrag muss der Arbeitgeber (bzw. die Arbeitgeberin) auch die Sozialversicherungsbeiträge, die Mehrwertsteuer und bei quellensteuerpflichtigen Arbeitnehmern zusätzlich die Quellensteuer abrechnen. Zusätzlich muss der Arbeitgeber im Lohnausweis das Feld F ankreuzen. Auf Grund dieses Kreuzes kann der Arbeitnehmer (bzw. die Arbeitnehmerin) in der persönlichen Steuererklärung keinen Berufskostenabzug für den Arbeitsweg geltend machen.

Neu hat der Arbeitgeber unter der Ziffer 15 des Lohnausweises («Bemerkungen») ab dem Jahr 2016 zudem einen allfälligen prozentualen Anteil Aussendienst des Arbeitnehmers zu bescheinigen. Dieser prozentuale Anteil Aussendienst berechnet sich aufgrund der effektiven Aussendiensttage in Prozent des Totals von 220 Arbeitstagen, welche Ferien, einzelne Krankheitstage, etc. bereits berücksichtigen. Wahlweise kann der Arbeitgeber die Aussendiensttage mittels Pauschalen nach Funktions-/Berufsgruppen, welche der Bund in seiner Mitteilung vom 15. Juli 2016 veröffentlicht hat oder aufgrund eigener Berechnungen aufführen.

Bei der Definition eines Aussendiensttages ist massgebend, ob Mitarbeitende mit dem Geschäftsfahrzeug direkt vom Wohnort aus zum Kunden und vom Kunden wieder direkt an seinen Wohnort fährt (oder umgekehrt). Fährt der Mitarbeitende mit dem Geschäftsfahrzeug vom Büro zum Kunden und anschliessend direkt an seinen Wohnort, so ist dies als halber Aussendiensttag zu bescheinigen. Entscheidendes Kriterium ist also, ob die Angestellten mit dem Geschäftsfahrzeug vor bzw. nach Kundenbesuch nicht noch an den üblichen permanenten Arbeitsort fahren und somit keinen Arbeitsweg zurücklegen. Demzufolge sind aufgrund fehlendem Arbeitsweg eine regelmässige Home-Office Tätigkeit, unbezahlter Urlaub, Auslandaufenthalt, Freistellung, Fahrt zur Weiterbildung / Seminar, etc. ebenfalls als Aussendiensttag zu zählen.

Der Arbeitnehmer hat ab dem Jahr 2016 in der privaten Steuererklärung neu zusätzliches steuerbares Einkommen für die Benützung des Geschäftsfahrzeugs auf dem Arbeitsweg zu deklarieren (Anzahl Kilometer multipliziert mal 70 Rappen pro Kilometer). Bei einem allfälligen Anteil Aussendienst gemäss Bescheinigung auf dem Lohnausweis kann der Arbeitnehmer diesen Betrag entsprechend reduzieren. Sofern der Arbeitgeber den Anteil Aussendienst mittels den vom Bund vorgegebenen Pauschalen bescheinigt, besteht für den Arbeitnehmer die Möglichkeit, im Rahmen seiner Steuererklärung bzw. nachträglichen Überprüfung der Quellensteuer den Nachweis der höheren effektiven Aussendiensttage zu erbringen.

Für die Kosten des Arbeitswegs kann der Arbeitnehmer einen Abzug geltend machen. Dieser Abzug wird auf Grund von Art. 26 DBG ab 2016 bei der direkten Bundessteuern neu auf maximal CHF 3‘000 beschränkt.

Die Kantone sehen, unter Bezugnahme auf Art. 9 Abs.1 des Steuerharmonisierungsgesetzes folgende Beschränkungen des Fahrtkostenabzuges vor:

 

Aargau: Gültig per 01.01.2017, max. CHF 7‘000.
Appenzell-Ausserroden: Gültig per 01.01.2017, max. CHF 7‘000.
Appenzell-Innerroden: Keine Abzugsbeschränkung geplant.
Basel-Land: Gültig per 01.01.2017, max. CHF 6‘000.
Basel-Stadt: Gültig per 01.01.2016, max. CHF 3‘000.
Bern: Gültig per 01.01.2016, max. CHF 6‘700.
Freiburg: Keine Abzugsbeschränkung geplant.
Genf: Gültig per 01.01.2016, max. CHF 500.
Glarus: Keine Abzugsbeschränkung geplant.
Graubünden: Keine Abzugsbeschränkung geplant.
Jura: Keine Abzugsbeschränkung geplant.
Luzern: Weiterhin in Diskussion.
Neuenburg: Keine Abzugsbeschränkung geplant.
Nidwalden: Gültig per 01.01.2016, max. CHF 6‘000.
Obwalden: Keine Abzugsbeschränkung geplant.
Schaffhausen: Gültig per 01.01.2016, max. CHF 6‘000.
Schwyz: Gültig per 01.01.2017, max. CHF 8‘000.
Solothurn: Aktuell keine Beschränkung vorgesehen.
St. Gallen: Gültig per 01.01.2016, max. CHF 3‘655.
Tessin: Keine Abzugsbeschränkung geplant.
Thurgau: Gültig per 01.01.2016, max. CHF 6‘000.
Uri: Keine Abzugsbeschränkung geplant.
Waadt: Keine Abzugsbeschränkung geplant.
Wallis: Keine Abzugsbeschränkung geplant.
Zug: Voraussichtlich gültig per 01.01.2017, max. CHF 6‘000. Bestätigung vom Parlament ausstehend.
Zürich: Voraussichtlich gültig per 01.01.2018, max. CHF 6‘000. Bestätigung vom Parlament ausstehend.

Für den Arbeitnehmer verliert ein Geschäftsfahrzeug an Attraktivität insbesondere bei Distanzen von mehr als 10 Kilometern zwischen Wohn- und Arbeitsort, da dies zu zusätzlichem steuerbarem Einkommen führt. Aufgrund der Deklaration des Anteils Aussendienst auf dem Lohnausweis fällt dem Arbeitgeber zudem ein höherer administrativer Aufwand an, sofern nicht auf die Pauschalen der Funktions-/Berufsgruppen abgestellt wird. Teilweise führen Arbeitgeber ein spezielles Tracking-Tool ein, das es dem Mitarbeiter ermöglicht, die effektiven Aussendiensttage nachzuführen.

Quelle: Beitrag aus den Tax News Winter 2016, mit freundlicher Genehmigung von EY.

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