26.10.2016

Pauschalansätze: Die FABI-Vorlage hat Auswirkungen in der Steuererklärung 2016

Die vom Schweizer Stimmvolk angenommene FABI-Vorlage hat für autofahrende Pendler und für Mitarbeiter mit Geschäftsfahrzeugen erstmals in der Steuererklärung 2016 Auswirkungen. Die notwendigen Kosten für die Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte wurden auf Bundesebene auf CHF 3‘000 begrenzt. Kantone passen ihre Steuerpraxis ebenfalls an, teilweise mit anderen Ansätzen.

Von: Fabian Petrus   Drucken Teilen   Kommentieren  

Fabian Petrus, lic.oec. HSG et lic.iur. HSG, dipl. Steuerexperte

Fabian Petrus, lic.oec. HSG et lic.iur. HSG, dipl. Steuerexperte, Partner, OBT AG, studierte Betriebswissenschaft und Rechtswissenschaft an der Universität St. Gallen und erwarb im Jahr 2002 das Diplom zum dipl. Steuerexperten. Nach dem Studium spezialisierte er sich in den Bereichen der nationalen und internationalen Steuerberatung sowie mit der Besteuerung von Immobilien.

Fabian Petrus ist Fachbereichsleiter Steuern und Recht und Mitglied der Geschäftsleitung bei der OBT AG in Zürich. Er ist Koautor des Buches «Das KM Unternehmen – Rechtliche Aspekte von der Gründung bis zur Nachfolge» und ist regelmässig als Referent bei verschiedenen Weiterbildungsinstitutionen tätig, so unterrichtet er an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich sowie am Unternehmer Forum Schweiz und bei weiteren Veranstaltungen.

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Pauschalansätze

Geschäftsfahrzeuge für Arbeitnehmer

Folglich können Steuerpflichtige nur noch maximal CHF 3‘000 auf Bundesebene für Fahrtkosten in Abzug bringen, was einem Arbeitsweg von rund zehn Kilometer pro Arbeitsweg entspricht.

Arbeitnehmer, welche über ein Geschäftsfahrzeug verfügen, werden ebenfalls tangiert. Der vorliegenden Artikel befasst sich mit den neuen Bestimmungen und die diesbezüglichen Auswirkungen für Arbeitnehmer mit Geschäftsfahrzeug.

Geschäftsfahrzeuge bei unselbständigen Erwerbenden

Der Privatanteil von 9.6% bleibt wie bis anhin bestehen. Neu kommt hinzu, dass der unselbständig Erwerbende eine Aufrechnung in seiner Steuererklärung vorzunehmen hat in der Differenz zwischen dem Arbeitsweg und der Pauschale von CHF 3‘000. Beträgt der Arbeitsweg bspw. 20km (pro Weg), ergibt dies einen errechneten Betrag von CHF 6‘720 (20km * 2 * CHF 0.70 * 240 Tage). Da die FABI-Pauschale den Abzug auf Bundesebene auf CHF 3‘000 begrenzt, hat der Unselbständige einen geldwerten Vorteil für den Arbeitsweg von CHF 3‘720 erhalten. Dieser Betrag ist in der privaten Steuererklärung aufzurechnen und unterliegt folglich der Einkommenssteuer.

Problematik Aussendienst

Aussendienstler – aber auch andere Arbeitnehmer mit Geschäftsfahrzeugen – fahren häufig direkt zum Kunden. In Ziffer 15 des Lohnausweises kann der Arbeitgeber den prozentualen Anteil Aussendienst bescheinigen (führt dazu, dass der geldwerte Vorteil für Arbeitsweg reduziert wird).

Die Eidg. Steuerverwaltung (ESTV) hat mit Mitteilung vom 15. Juli 2016 Pauschalansätze für die Deklaration in Ziffer 15 des Lohnausweises publiziert. Dem Arbeitnehmer bleibt es jedoch weiterhin offen, einen höheren effektiven Anteil Aussendienst zu erbringen.

Pauschalansätze

Die von der ESTV publizierten Pauschalansätze können nach Branchen aufgeteilt wie folgt dargestellt werden:

Baugewerbe inkl. Bergbau

 

FunktionenAnteil Aussendienst in %
Direktoren, Geschäftsleitung5%
Ingenieure, Meister, Architekt, Projektleiter, Baupolier, Bauleiter, Chefmonteure70%
Alle Fachangestellte wie Maurer, Strassenbauer, Gärtner, Schreiner, Zimmermann, Zeichner, Fassadentechniker, Dachdecker usw. sowie sämtliche Monteure und Servicetechniker  und Angelernter Baugewerbe100%

Dienstleistungsgewerbe

 

FunktionenAnteil Aussendienst in %
Direktoren, Geschäftsleitung5%
Abteilungsleiter, Spartenleitung, Manager (mit Führung)15%
Allg. Leitende Angestellter sowie mittleres und unteres Kader mit Aussendienstfunktion (Unternehmensberater, Management Consulting, Treuhand, Wirtschaftsprüfer)25%
Sämtliche Aussendienstmitarbeiter mit arbeitsvertraglicher Aussendiensttätigkeit (Versicherung, Organisationsmanagement, Coaching, Sicherheit)90%

IT – Telekommunikation und Logistikgewerbe

 

FunktionenAnteil Aussendienst in %
Direktoren, Geschäftsleitung5%
Abteilungsleiter, Teamleiter mit Aussendienstfunktion15%
Projektleiter, IT-Spezialisten, Servicetechniker, Wirtschaftsinformatiker mit Aussendienstfunktion90%

Handelsgewerbe aller Art (inkl. Maschinen, Pharma und Rohstoff)

 

FunktionenAnteil Aussendienst in %
Direktoren, Geschäftsleitung, Marketingleiter5%
Filialleiter, Abteilungsleiter, Spartenleitung, Verkaufsleiter25%
Sämtliche Aussendienstmitarbeiter mit arbeitsvertraglicher Aussendiensttätigkeit 100%

Auto-, Verkehrs- und Transport- (Speditions-) gewerbe

 

FunktionenAnteil Aussendienst in %
Direktoren, Geschäftsleitung5%
Filialleiter, Marketingleiter, Verkaufsleiter, Disponent, Manager in Spedition mit Führungsfunktionen, Abteilungsleiter, Teamleiter, sowie allg. unteres und mittleres Kader10%
Autofahrlehrer90%

Immobilien-, Grundstück- und Wohnungsgewerbe

 

FunktionenAnteil Aussendienst in %
Direktoren, Geschäftsleitung5%
Abteilungsleiter, Teamleiter, sowie allg. unteres und mittleres Kader10%
Verkaufsberater, Makler, Immobilienbewirtschafter, Schätzer, Verwalter40%

Schlussfolgerung

Die Publikation von Pauschalansätzen seitens der ESTV ist begrüssenswert. Da der Arbeitgeber ab dem Jahr 2016 unter Ziffer 16 den prozentmässigen Anteil Aussendienst im Lohnausweis zu bescheinigen hat, stellt eine Pauschalisierungsregelung eindeutig eine Vereinfachung dar.

Weiter hat der Arbeitnehmer im Veranlagungsverfahren die Möglichkeit den Nachweis über den höheren effektiven Anteil Aussendienst zu erbringen.

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