30.10.2018

2. Säule: Lohnen sich Einzahlungen in die Pensionskasse?

Voraussetzung für zusätzliche Einzahlungen in die berufliche Vorsorge ist eine entsprechende Liquidität. Doch lohnen sich solche Einzahlungen?

Von: Tony Z'graggen  DruckenTeilen Kommentieren 

Tony Z'graggen

Nach einer kaufmännischen Ausbildung war der Autor Tony Z'graggen während mehrerer Jahre in einer Steuerverwaltung als Veranlagungsbeamter tätig. Schon bald nach seiner Ausbildung zum diplomierten Steuerexperten 1986 befasste er sich mit Fragen der Nachfolgeregelung bei KMU. Seit 2006 ist Tony Z'graggen bei der Treuhand- und Revisionsgesellschaft Mattig-Suter und Partner in Schwyz aktiv. Das Unternehmen hat sich u.a. auf Nachfolgeregelungen und Vorsorgelösungen bei KMU spezialisiert.

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Besonderheiten bei der Renditeberechnung

Verschiedene Faktoren sind bei der Berechnung der Rendite im Vergleich zu Vermögenswerten ausserhalb der beruflichen Vorsorge (Vermögen der Säule 3b) zu berücksichtigen.

Es ergeben sich zeitlich drei Besonderheiten, die bei den Renditeberechnungen für Einzahlungen in die berufliche Vorsorge einzubeziehen sind:

 

  • Die getätigte Einzahlung kann in diesem Zeitpunkt steuerlich immer abgesetzt werden, soweit die Einzahlung aufgrund der aktuellen Gesetzgebung und Praxis zulässig ist. Dies gilt für die ordentlichen Beiträge sowie für ausserordentliche Einzahlungen (z.B. das Auffüllen einer Lücke resultierend aus der Vergangenheit, Vorfinanzierung eines vorzeitigen Altersrücktritts, Wiedereinzahlen einer entstandenen Lücke wegen einer seinerzeitigen Auszahlung aufgrund einer güterrechtlichen Auseinandersetzung anlässlich einer Scheidung oder Säule-3a-Einzahlungen).
  • Solange diese Vermögenswerte in einem privilegierten Vorsorgetopf liegen, sind sie einkommens- und vermögenssteuerfrei. Entsprechend sind sie in dieser Phase auch nicht in der Steuererklärung zu deklarieren.
  • Erst im Zeitpunkte des Rückzugs aus dem Vorsorgetopf erfolgt die Besteuerung als normales Einkommen bei Renten oder wird bei einem Kapitalbezug sofort mit einer einmaligen Steuer zum Sondertarif belastet.

Anschliessend handelt es sich wieder um Vermögen der Säule 3b, wenn die Kapitaloption gewählt wurde. Bei der Rentenwahl ist auch ab Beginn dieser Rente kein Vermögen zu deklarieren.

Rechenbeispiel für Investitionen in Pensionskasse

Bezogen auf die mögliche 5-jährige Anlage der CHF 100 000.– präsentiert sich die Rendite gemäss nachstehender Darstellung. Dabei geht man davon aus, dass die im Zeitpunkt der Einzahlung eingesparten Steuern ebenfalls als zusätzliche Nachzahlung verwendet werden. Die Verzinsung in der Pensionskasse wird jährlich mit 1,5% angenommen. Beim Kapitalbezug wird von einer Sondersteuer von 7% ausgegangen.
 

Einlage CHF 100 000.– in Pensionskasse/5 Jahre

Grenzsteuersatz

30%                   

Verzinsung

1,5%

Sondersteuern bei Rückzug

7%

.

Anfang  Jahr

CHF 100'000.00

Eingesparte Steuern

CHF 30'000.00

Mögliche Anlage

CHF 130'000.00

.

 

ZinsVermögensentwicklung

Ende Jahr 1

CHF 1'950.00

CHF 131'950.00

Ende Jahr 2

CHF 1'979.25

CHF 133'929.25

Ende Jahr 3

CHF 2008.94

CHF 135'938.19

Ende Jahr 4

CHF 2039.07

CHF 137'977.26

Ende Jahr 5

CHF 2069.66

CHF 140'046.92

Sondersteuer

 

CHF 9'803.28

Total

 

CHF 130'243

 

Bei dieser Variante ergibt sich, bezogen auf die ursprünglichen CHF 100 000.–, eine Jahresrendite von knapp 7%. Hauptverantwortlich für diese gute Ausbeute sind die speziellen steuerlichen Bestimmungen in den beiden Phasen der Einzahlung und des Bezugs.

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