14.06.2017

AHV Lohn: Eine der drei monetären Gestaltungselemente bei der Pensionskasse

Der gesetzliche Handlungsspielraum bietet verschiedene Möglichkeiten der drei monetären Gestaltungselemente. Gemessen am möglichen Vorsorgevolumen für die Destinatäre betrifft dies hauptsächlich drei Elemente: den versicherten AHV Lohn, die Höhe der Altersgutschriften im Verhältnis zum versicherten Lohn sowie die Beitragsdauer.

Von: Tony Z'graggen   Drucken Teilen   Kommentieren  

Tony Z'graggen

Nach einer kaufmännischen Ausbildung war der Autor Tony Z'graggen während mehrerer Jahre in einer Steuerverwaltung als Veranlagungsbeamter tätig. Schon bald nach seiner Ausbildung zum diplomierten Steuerexperten 1986 befasste er sich mit Fragen der Nachfolgeregelung bei KMU. Seit 2006 ist Z'graggen bei der Treuhand- und Revisionsgesellschaft Mattig-Suter und Partner in Schwyz aktiv (www.mattig.ch). Das Unternehmen hat sich u.a. auf Nachfolgeregelungen und Vorsorgelösungen bei KMU spezialisiert.

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AHV Lohn

Der zu versichernde Lohn

Voraussetzung ist, dass ein AHV-pflichtiger Lohn ausbezahlt wird. Der AHV Lohn bildet immer die Obergrenze (Art. 3 BVV2). Zusätzlich besteht eine Mindestvorschrift, wonach der Lohn ab einer bestimmten Untergrenze versichert werden muss. Lohnbestandteile unter dieser Grenze dürfen freiwillig versichert werden. Das Obligatorium reicht nur bis zu einer definierten Obergrenze. Ab dieser ist die Versicherung ebenfalls freiwillig. Als Höchstlohn darf jedoch maximal das Zehnfache der definierten Obergrenze – 2013 konkret CHF 842 400.– – versichert werden. Damit will man dem Missbrauch für Steuerverminderungszwecke den Riegel schieben (Art. 79c BVG).

Zur Veranschaulichung klicken Sie hier!

Die Darstellung illustriert, dass die Bandbreite sehr gross ist. Geht man z.B. von einem AHV-pflichtigen Lohn von CHF 100 000.– aus, sind nur CHF 59 670.– obligatorisch zu versichern. Die ersten CHF 24 570.– liegen im unterobligatorischen, die letzten CHF 15 760.– im überobligatorischen Bereich. Auf das Gesamtvolumen des theoretisch möglichen Alterssparens wirkt sich dies massiv aus.

Zur Beitragsstaffelung gem. Art. 16 BVG klicken Sie hier!

Die Altersgutschriften im Verhältnis zum versicherten Lohn

Vom versicherten Lohn wird die Altersgutschrift in einem festen Prozentsatz definiert. Grundsätzlich wäre es richtig, diesen Satz unabhängig vom Alter festzulegen. Beim Einführen des BVG-Obligatoriums 1985 wurde als Mindestvorschrift jedoch eine altersabhängige Staffelung vorgegeben. Die Staffelung der Altersgutschriften mit steigenden Prozenten im Alter wurde seinerzeit vor allem im Hinblick auf die Einführung des Obligatoriums gewählt. Damit erreichte man, dass die ältere Generation innert kurzer Zeit eine Mindestrente ansparen konnte. Der tiefe Tarif in den ersten Jahren wurde überwiegend mit betrieblichen Kosten begründet.

Ob eine solche Staffelung heute noch sinnvoll ist, darf für viele Kollektive bezweifelt werden. Es existieren ebenso plausible Argumente, keine Staffelung vorzusehen. Denn siebirgt u.a. die Gefahr, dass sich die massiv höheren Beiträge für ältere Personen auf dem Arbeitsmarkt negativ auswirken. Zudem gibt es heute kaum mehr gute Gründe für das Aufrechthalten dieser Staffelung. Deshalb sieht man heute in vielen Plänen auch lineare Altersgutschriften vor. Die folgende Darstellung geht ebenfalls von einem AHV-Lohn von CHF 100 000.– aus. Davon ist in allen Fällen lediglich der obligatorische Teil versichert. Die Altersgutschriften unterscheiden sich allerdings in Höhe und Gestaltung.

Die Darstellung zeigt, dass sich die Altersgutschriftenskala auf die Höhe des theoretischen Altersguthabens extrem auswirken kann. Bei unverändertem Salär beträgt das theoretische Altersguthaben – bezogen auf die Minimalvariante – mehr als das Doppelte.

Die Beitragsdauer

Grund für einen Pensionskassenanschluss ist immer ein Arbeitsverhältnis und daraus resultierend ein AHV-pflichtiger Lohn. Das Gesetz enthält drei Minimalvorschriften: die Beitragspflicht für Versicherungsrisiko ab Alter 18, (Art. 7 Abs. 1 BVG) die Beitragspflicht für den Sparanteil spätestens ab Alter 25 sowie die Beitragspflicht für Risiko- und Sparanteil bis mindestens Alter 65.

Diese Vorgaben sind einzuhalten. Die Beitragszeiten für das Alterssparen dürfen aber nach vorne und hinten ausgedehnt werden, was zu einem Ausbau des Sparziels führt. Konkret sind zwei zeitliche Ausdehnungen möglich. Der Sparprozess kann bereits ab Alter 18 beginnen. Dadurch werden 7 Jahre länger Altersgutschriften einbezahlt. Eine solche Massnahme hat auch grosse Auswirkungen auf das Nachzahlungspotenzial einer Person. Die Beitragspflicht kann aber auch nach hinten verlängert werden, wenn die Erwerbstätigkeit tatsächlich weitergeführt wird.

Der Gestaltungsrahmen betreffend Altersgutschriften im Gesamten

Die obigen Darstellungen zeigen, dass der Einfluss auf das theoretisch mögliche Vorsorgevermögen von diesen drei Richtlinien abhängt. Die Einflussfaktoren und daraus abgeleitet der bestehende Handlungsspielraum werden in vielen Betrieben völlig unterschätzt. Zahlreiche Elemente wie Sparskala usw. werden als gegeben betrachtet. Deshalb zieht man oft den falschen Schluss, dass die Höhe des theoretischen Alterskapitals fast ausschliesslich mit der Höhe des Lohns korreliert. Diese Ansicht ist völlig falsch, denn in den vorstehenden Darstellungen wurden lediglich einzelne Elemente im Rahmen des gesetzlich zulässigen Gestaltungsrahmens umgebaut. Alle Fälle gehen von einem AHV Lohn von CHF 100 000.– aus. In der folgenden Darstellung werden nun alle Elemente kombiniert und die beiden Extreme ermittelt.

Zur Veranschaulichung klicken Sie hier!

Es zeigt sich, dass bei einem Lohn in der angenommenen Höhe der Gestaltungsrahmen enorm gross ist. Das maximal Zulässige übersteigt im Beispiel die gesetzliche Minimalvorgabeum mehr als das Vierfache!

Die Auswirkungen auf das Nachzahlungspotenzial

Deckungslücken dürfen seit 1995 grundsätzlich jederzeit durch ausserordentliche Einzahlungen geschlossen werden (Art. 9 Abs. 2 FZG, Einschränkungen gemäss Art. 79a BVG, Art. 6a FZV). Diese Deckungslücken betreffen den Zeitraum in der Vergangenheit. Deshalb hängt die Höhe dieser Deckungslücke neben der Lohnhöhe besonders davon ab, wie die Altersgutschriften für die Vergangenheit gestaltet werden. Folgendes Beispiel illustriert dies.

Zur Veranschaulichung: Beispiel

Die Darstellung vermittelt, dass sich das Vorhandensein einer allfälligen Deckungslücke meist massgeblich nach der Ausgestaltung des Reglements richtet. Denn auch im obigen Beispiel wurde der AHV-pflichtige Lohn nicht verändert. Die neue Deckungslücke entstand nur, weil Person X wegen Erreichen des Alters 50 betriebsintern einer anderen Gruppe zugeteilt wurde.

Die Finanzierung des vorzeitigen Altersrücktritts hingegen basiert auf einer Zukunftsbetrachtung. Als Voraussetzung muss dies im Reglement vorgesehen sein. Die Höhe dieser Vorausfinanzierungsmöglichkeit hängt im Wesentlichen von der Definition der Altersgutschriften im Lohn der künftigen Jahre ab.

Das Wiedereinzahlen einer entstandenen Lücke resultierend aus einer Scheidung hat ihren Ursprung übrigens in der privaten güterrechtlichen Auseinandersetzung. Das Pensionskassenmodell hat darauf keinerlei Einfluss.

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