18.01.2019

WACC: Der gewichtete Kapitalkostensatz

Der gewichtete Kapitalkostensatz WACC (Weighted Average Cost of Capital) ergibt sich aus dem gewichteten Durchschnitt des Eigen- und Fremdkapitalkostensatzes des Unternehmens.

Von: Dr. Lukas Rieder  DruckenTeilen Kommentieren 

Dr. Lukas Rieder

Deputy Chairman of IGC International Group of Controlling, langjähriger vollamtlicher Dozent der Universität St. Gallen, nebenamtlicher Dozent im AZ SBV, Autor und Herausgeber verschiedener Fachbücher zum Controlling sowie Berater für die Umsetzung integrierter Planungs- und Steuerungssysteme.

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Der gewichtete Kapitalkostensatz

Dazu sind vier Schritte durchzugehen:

  1. Ermittlung der notwendigen Eigenkapitalverzinsung
  2. Erhebung der echt bezahlten Fremdkapitalzinsen im Unternehmen und des Steuersatzes
     
  3. Feststellung des (geplanten) Verhältnisses von Eigenkapital zu Fremdkapital
  4. Berechnung des gewichteten Gesamtkapitalkostensatzes (marktgerechter Zins).

Ad1:
Wird im Beispiel zur Daimler Benz Aktie angenommen, dass die risikofreie Verzinsung in Deutschland 6% beträgt und die Marktrisikoprämie des deutschen Aktienmarkts mit 4% ausgewiesen wird, ergeben sich – wie oben schon gezeigt – die Eigenkapitalkosten von 10.36% nach Steuern.

Ad:2
Wird weiter angenommen, dass Daimler Benz AG für Fremdkapital durchschnittlich 7% Zins bezahlt und dass der Steuersatz des Unternehmens 40% beträgt, muss im Beispiel von einer Netto-Fremdkapitalzinsbelastung von 7% * 100% – 40% = 4.2% ausgegangen werden (tax shield = 2.8%).

Ad3:
Wird schliesslich angenommen, dass sich Daimler Benz AG zu 35% mit Eigenkapital und zu 65% mit Fremdkapital finanziert, kann in

Ad4:
der gewichtete Kapitalkostensatz oder eben die marktgerechte Verzinsung von 6.36% auf Basis dieser Annahmen berechnet werden:

Die Prüfrechnung zeigt, wie man ausgehend vom Betriebsergebnis EBIT die Zahlen verifizieren kann:

Wird der gewichtete Kapitalkostensatz von 6.36% durch 1 minus den Steuersatz dividiert, resultiert mit 10.59% der zu erzielende Gewinn vor Steuern und Zinsen EBIT. Bei einem angenommenen verzinslichen Kapitaleinsatz von 10'000 müsste zur Zielerreichung ein EBIT von 1'059 erreicht werden. Davon werden die Zinsen (7% von 6'500 = 455) bezahlt, was ein Ergebnis vor Steuern von 604 ergibt. Werden jetzt davon 40% in Abzug gebracht, resultiert der Reingewinn von 363, der 10.36% des Eigenkapitals von 3'500 beträgt.

Werden nun wie im Beispiel oben gezeigt, die Prozentsätze noch entsprechend dem Eigenkapital- EKA und dem Fremdkapitalanteil FKA gewichtet, ergibt sich der WACC als Formel für den marktgerechten Zins (Gesamtkapitalkosten):

WACC = (RFZ + Beta x MRP) x EKA + (FKZ x (1-t)) x FKA

 RFZ = Risikofreier Zins
     MRP = Marktrisikoprämie
     EKA = Eigenkapitalanteil
     FKZ = Fremdkapitalanteil
     FKA = Fremdkapitalanteil

Diese formelmässige Rekapitulation der WACC-Berechnung soll deutlich machen, dass die Konkurrenten in einer Branche ganz unterschiedlich finanziert sein können und unterschiedliche Steuerlasten tragen müssen. Dadurch haben sie auch unterschiedliche Zielverzinsungen.

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