Excel: So ist und bleibt Excel im Alltag im Finanzwesen hilfreich

Passende Arbeitshilfen
Status quo Excel im Finanzwesen und Controlling
Excel lädt aufgrund des einfachen Zugangs dazu ein, spontan damit zu arbeiten. Die Basisfunktionen können schnell erlernt werden. Das etablierte Ausbildungssystem für Excel stellt die Techniken in den Vordergrund und weniger Prozesse. Weiterbildungsangebote, die auf typische Aufgabenstellungen von «Controllern & Finanzern» zugeschnitten sind, lassen sich nur bei wenigen Anbietern finden. Auch diese fokussieren meist das Seminarangebot auf Excel-Techniken im Allgemeinen und weniger auf die für die Durchführung von typischen Prozessen des Controllings und Finanzwesens geeigneten. Das führt in den Augen des Autors dazu, dass Excel-Modelle von den meisten Anwendern mit diesen Techniken «irgendwie», gelegentlich unterstützt von Online-Tutorials, erstellt, erweitert und anpasst werden.
Leider werden solche Modelle schnell unübersichtlich, enthalten Unmengen an Datensätzen und sind kaum beherrschbar. Unbeabsichtigte Fehler treten auf. Der Autor weiss aus eigener, leidvoller Erfahrung, dass selbst der Schöpfer dieses Modells sich nach einiger Zeit schlecht in den Details solch eines Modells zurechtfindet. Kollegen, die ebenfalls mit diesem Modell arbeiten oder es weiterentwickeln sollen, gelingt das erst recht nicht. Denn die wenigsten Excel-Modelle werden dokumentiert oder nach einem Standard gestaltet! Anwendungskonzepte für Excel, Definitionen von notwendigen Excel-Kenntnissen für Mitarbeitende, eine Richtlinie zur Modellierung und Nutzung von Excel sind in den meisten Unternehmen nicht oder sehr selten anzutreffen.
Die geschilderte Vorgehensweise führt zu einer grossen Vielfalt von sehr unterschiedlichen Excel-Modellen und dafür eingesetzten Techniken. Löst ein Anwender eine bestimmte Aufgabe mit der Pivot-Tabelle, wird bei den Kollegen SUMMEWENNS(), alternativ das Filtern und Gliedern von Tabellen oder gleich die VBA-Programmierung eingesetzt. Abgesehen von möglichen Ineffizienzen entstehen durch dieses Vorgehen potenzielle Fehlerquellen. So erstellte und genutzte Excel-Modelle können ein grosses Risikopotenzial darstellen, weil Fehler unbemerkt im Informations- und Steuerungsprozess fortgeführt (Stichwort: Garbage in, Garbage Out) werden. Im schlimmsten Fall werden hier existenzgefährdende Risiken für das Unternehmen nicht oder zu spät erkannt.
Die Folgen
Excel gerät in Misskredit, die Ergebnisse von Modellen werden kritisch und misstrauisch hinterfragt. Immer wieder ist in Publikationen zum Thema Reporting, Planung/Budgetierung, Risikomanagement, Treasury-Management, Business-Intelligence u.a. zu lesen, dass Excel ein ungeeignetes und nicht mehr zeitgemässes Tool sei. Die als Beweis angeführten Einschränkungen von Excel lesen sich plausibel, sind nach Auffassung des Autors aber so nicht zutreffend. Wenn bemängelt wird, dass zu viel manueller Aufwand bei der Integration von Daten betrieben wird, dass Szenariotechnik nicht möglich, dass Excel für die Menge der Daten nicht geeignet sei, dass Formeln und Funktionen nicht valide arbeiten usw., dann sind die Ursachen nicht in Excel selbst zu suchen (das sehr wohl über solche Möglichkeiten verfügt), sondern in den Kenntnissen der Anwender und den nicht vorhandenen Anwendungskonzepten von Excel zu suchen!
Ein Excel-Modell zu dokumentieren ist aus verschiedenen Gründen ratsam, unterbleibt jedoch meist. Denn es bedeutet zusätzlichen Aufwand. Diese Problematik könnte gemildert werden, indem bestimmte Vorgehensweisen zum Standard erklärt werden und in «Leitfäden» für den Fachbereich oder die gesamte Organisation beschrieben werden.
Zentrale Punkte für einen Excel-Leitfaden: Dieser
- beginnt mit einer standardisierten Modellierung.
- definiert Standards in der Anwendung von bestimmten Techniken/Funktionalitäten.
- verzichtet auf bestimmte Techniken/Funktionalitäten, weil sie nicht effizient genug oder nicht effektiv sind.
- Investieren Sie Zeit für die Planung des Modells!
- Überlegen Sie sich, welche Aufgabe das Modell erfüllen soll und welche Funktionalitäten Sie dazu benötigen.
- Dokumentieren Sie Ihr Modell, damit Sie selbst und andere dieses Modell langfristig durchschauen!
- Die kundenindividuelle Lösung als Kombination von Produkt und Smart Services ist zu generieren.
Empfehlung
Wie könnte solch eine standardisierte Modellierung aussehen? Der Autor hat Mitte der 90er-Jahre solch ein Konzept entwickelt und erprobt. Dabei hat er sich von dem in der IT angewandten EVA-Prinzip inspirieren lassen, das die Reihenfolge, in der Daten verarbeitet werden, beschreibt: Eingabe, Verarbeitung, Ausgabe.
Folglich sieht das Modellierungskonzept (PRT-Modell) in einer Excel-Datei eine Trennung der Eingabe (Import) der notwendigen Daten, von der Verarbeitung und der Ausgabe auf verschiedenen Ebenen und damit Tabellenblättern vor.
In diesem Konzept dient eine Excel-Datei als Frontend für die bereits im Unternehmen vorhandenen IT-Systeme und kombiniert deren Stärken: stabile und sichere Verarbeitung von grossen Datenmengen und flexible Analyse und Planung, flexibles Reporting, welche Aufgabe auch immer zu lösen ist.
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