BI: So nutzen Sie Buchhaltungsdaten besser
Inhalt
- Wie können Unternehmen BI einsetzen, um Buchhaltungsdaten besser zu nutzen?
- Einleitung zum Thema BI
- Voraussetzungen für erfolgreiche Data Analytics
- Von der Datenquelle bis zur Visualisierung
- Daten mit ETL systematisch aufbereiten
- Datenmodelle schaffen eine gemeinsame Logik
- Sternschema für Soll-Ist- und Budgetanalysen
- Kennzahlen einheitlich definieren
- Praxis-Tipp: Detailtiefe bewusst begrenzen
- Excel, ERP oder BI-Lösung?
- KI in der Datenanalyse gezielt einsetzen
- Data Analytics Schritt für Schritt aufbauen
- FAQ: BI
KURZ ZUSAMMENGEFASST
Business Intelligence wandelt Rohdaten aus verschiedenen Quellen in steuerungsrelevante Informationen um. Der Fokus liegt nicht auf der reinen Datenerfassung, sondern auf der strukturierten Verknüpfung von Ist- und Soll-Werten sowie der einheitlichen Definition von Kennzahlen. Dies schafft eine verlässliche Grundlage für das Reporting und die strategische Planung im Finanzwesen.
Die wichtigsten Punkte:
- Datenqualität und klare Verantwortlichkeiten sind wichtiger als die Wahl des Tools.
- Der ETL-Prozess bereinigt und strukturiert Daten vor der Analyse.
- Ein konsistentes Datenmodell gewährleistet Wiederverwendbarkeit und Konsistenz der Reports.
- Kennzahlen müssen zentral definiert sein, um widersprüchliche Auswertungen zu vermeiden.
- Visualisierungen sollten verdichtete Informationen zeigen, Details erst auf Drill-down-Ebene.

Passende Arbeitshilfen
Wie können Unternehmen BI einsetzen, um Buchhaltungsdaten besser zu nutzen?
Einleitung zum Thema BI
Im Finanz- und Rechnungswesen stehen heute mehr Daten zur Verfügung als je zuvor. Buchungen, Kostenstellen, Debitoren- und Kreditorendaten, Budgetwerte oder Liquiditätsinformationen lassen sich aus unterschiedlichen Systemen beziehen und nahezu beliebig auswerten. Mit Business Intelligence (BI) können diese Daten systematisch zusammengeführt, analysiert und für das Reporting nutzbar gemacht werden. Entscheidend ist jedoch nicht die Datenmenge, sondern die Frage, ob daraus verlässliche und steuerungsrelevante Informationen entstehen.
Data Analytics schafft dafür den methodischen Rahmen. Die Analyse reicht von der Frage «Was ist passiert?» über die Ursachenanalyse bis hin zu Prognosen und Handlungsempfehlungen. Für Fachpersonen im Rechnungswesen bedeutet das: Daten müssen nicht nur korrekt aufbereitet, sondern auch strukturiert, verknüpft und interpretiert werden.
Voraussetzungen für erfolgreiche Data Analytics
Der Einstieg in Data Analytics beginnt häufig mit einer Toolfrage. Für eine funktionierende Lösung reicht die Wahl einer BI-Software jedoch nicht aus. Entscheidend ist das Zusammenspiel von drei Faktoren: geeigneten Tools, den notwendigen Fähigkeiten im Unternehmen und einer klaren Organisation.
Ein leistungsfähiges BI-Tool kann beispielsweise keine uneinheitlichen Stammdaten, unklaren Kennzahlendefinitionen oder fehlenden Verantwortlichkeiten ausgleichen. Ebenso wenig genügt eine saubere Datenbasis, wenn das Know-how fehlt, um Datenmodelle aufzubauen und Ergebnisse fachlich zu interpretieren.
Für Finance-Abteilungen lohnt es sich deshalb, vor der Toolwahl drei Fragen zu klären:
- Welche Daten und Analysen werden tatsächlich benötigt?
- Welche fachlichen und technischen Kompetenzen sind vorhanden?
- Wer trägt die Verantwortung für Datenqualität, Definitionen und Auswertungen?
Von der Datenquelle bis zur Visualisierung
Eine automatisierte Datenanalyse folgt typischerweise einer klaren Prozesslogik. Daten werden aus verschiedenen Quellen übernommen, aufbereitet, in einem Datenmodell zusammengeführt und anschliessend visualisiert. Als Quellen kommen beispielsweise ERP-Systeme, Datenbanken, Excel-Dateien, Online-Quellen oder Cloud-Anwendungen infrage.
Für das Rechnungswesen ist diese Prozesskette zentral. Sie macht sichtbar, an welcher Stelle Inkonsistenzen oder Fehler entstehen können. Ein Soll-Ist-Vergleich funktioniert beispielsweise nur dann zuverlässig, wenn Ist-Buchungen und Budgetwerte zeitlich und sachlich nach denselben Kriterien strukturiert sind. Perioden, Konten oder Organisationseinheiten müssen eindeutig definiert sein, bevor die Zahlen gemeinsam ausgewertet werden.
Daten mit ETL systematisch aufbereiten
Bevor Kennzahlen berechnet oder Dashboards erstellt werden, müssen die Ausgangsdaten analysierbar gemacht werden. Der ETL-Prozess umfasst die Schritte Extract, Transform und Load.
In der Praxis gehören dazu insbesondere:
- nicht benötigte Daten filtern,
- fehlende oder fehlerhafte Werte bereinigen,
- getrennte Datenbestände zusammenführen,
- Datenmengen sinnvoll strukturieren und sortieren,
- neue berechnete Felder erstellen.
Gerade das Zusammenführen von Daten ist im Rechnungswesen ein häufiger Anwendungsfall. Kundenstammdaten müssen mit Rechnungs- oder Umsatzdaten, Kostenstellen mit Buchungen und Budgetwerte mit Ist-Zahlen verknüpft werden.
Wichtig ist dabei, die Daten nicht einfach möglichst umfassend zusammenzuführen. Die Struktur sollte sich an der konkreten Analysefrage orientieren. Je klarer der Verwendungszweck definiert ist, desto gezielter können relevante Daten ausgewählt und aufbereitet werden.
Datenmodelle schaffen eine gemeinsame Logik
Nach der Datenaufbereitung folgt das Datenmodell. Es bildet die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen betrieblichen Daten ab und reduziert die Komplexität der realen Geschäftswelt auf relevante Zielgrössen und Treiber.
Ein gutes Datenmodell schafft drei wesentliche Voraussetzungen für das Reporting: Wiederverwendbarkeit, Automatisierbarkeit und Konsistenz. Kennzahlen müssen dadurch nicht für jede Auswertung neu berechnet werden. Stattdessen greifen verschiedene Reports auf dieselben fachlichen Definitionen zurück.
Typischerweise wird zwischen Fakten und Dimensionen unterschieden. Fakten bilden Geschäftsvorfälle oder messbare Ereignisse ab, beispielsweise einen Verkauf, eine Auszahlung oder eine Lohnzahlung. Dimensionen beschreiben diese Vorgänge, etwa nach Kunde, Datum, Währung, Produkt oder Organisationseinheit.
Über eindeutige Schlüssel werden die Tabellen miteinander verbunden. Damit lassen sich Geschäftsvorfälle aus unterschiedlichen Perspektiven analysieren.
Jetzt Member werden und weiterlesen:
- Unlimitierter Zugriff auf alle 1300 Arbeitshilfen
- Alle kostenpflichtigen Beiträge auf weka.ch frei
- Zugriff auf alle Videos
- Täglich aktualisiert
- Wöchentlich neue Inhalte und Arbeitshilfen
- Exklusive Spezialangebote
- News- & Update-Services
- Seminargutscheine