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Kosteneinsparungen: Wie kurzfristige Fixkostenkürzungen im Budget gefunden werden können

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Budgetverantwortliche stehen oft vor der Herausforderung, kurzfristig Fixkosten zu senken, ohne auf langfristige Strategien wie Outsourcing oder Personalabbau zurückzugreifen. Diese Massnahmen sind entweder zu langsam umsetzbar oder führen zunächst zu höheren Kosten und Qualitätseinbussen. Stattdessen erfordert eine effektive Einsparung ein systematisches Vorgehen, bei dem jede Kostenposition im eigenen Verantwortungsbereich kritisch geprüft wird.

Die wichtigsten Punkte:

  • Strategische Umstrukturierungen und Personalabbau sind für kurzfristige Einsparungen ungeeignet.
  • Mehrere kleinere Massnahmen können zusammen einen relevanten Beitrag zur Kostensenkung leisten. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass kontinuierliches Kostenmanagement erfolgreicher ist als einzelne, zeitlich begrenzte Sparprogramme.
  • Sowohl geschäftsnotwendige als auch nicht-geschäftsnotwendige Ausgaben müssen analysiert werden.
  • Eine Beteiligung der Mitarbeitenden und klare Kommunikation sind entscheidend für den Erfolg.
  • Relative Kostenziele (z. B. in Prozent des Umsatzes) sind flexibler als absolute Vorgaben.
30.10.2026 Von: Prof. Dr. Thomas Rautenstrauch
Kosteneinsparungen

Wie können Unternehmen kurzfristig Fixkosten senken, ohne strategische Massnahmen oder Entlassungen?

Budgetverantwortliche in Unternehmen kennen dieses Phänomen nur zu gut: Die Top Down-Vorgaben von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung verlangen eine deutliche prozentuale Einsparung bei den fixen Gemeinkosten vor dem Abzug allfälliger Abfindungszahlungen für freigesetztes Personal. Wie und wo Kosteneinsparungen genau erreicht werden ist dabei weniger interessant als vielmehr, der Umstand, dass sie erreicht werden.

Herausforderung: kurzfristige Kosteneinsparungen

Top-down-Vorgaben von Verwaltungsrat oder Geschäftsleitung können dazu führen, dass Bereiche oder Kostenstellen innerhalb kurzer Zeit deutliche Einsparungen erzielen müssen.

Handelt es sich um Kostensenkungen innerhalb der nächsten Budgetperiode, kommen grössere strategische Veränderungen häufig nicht infrage. Outsourcing oder Offshoring bisher intern erbrachter Leistungen, die Zusammenlegung administrativer Funktionen oder umfassende Rationalisierungsinvestitionen benötigen in der Regel eine längere Vorbereitung. Prozesse müssen analysiert, geeignete Partner gefunden und Investitionen geplant werden. Auch ein kurzfristiger Personalabbau ist nicht zwangsläufig die wirtschaftlich sinnvollste Lösung. Neben möglichen Abfindungs-, Beratungs- und Rekrutierungskosten besteht das Risiko, dass Wissen verloren geht oder Prozesse und Leistungen beeinträchtigt werden. Für Budgetverantwortliche besteht die Aufgabe deshalb darin, Einsparpotenziale innerhalb des eigenen Verantwortungsbereichs systematisch zu identifizieren.

Aktuelle Untersuchungen zeigen zugleich, wie anspruchsvoll solche Programme sind. Eine Untersuchung von Boston Consulting Group und FT Longitude unter 770 CEOs, CFOs und COOs aus 21 Ländern ergab, dass Unternehmen bei ihrem letzten Kostensenkungsprogramm durchschnittlich lediglich 48 Prozent der angestrebten Einsparungen erreichten. Unternehmen mit einem kontinuierlichen «Always-on»-Ansatz erreichten durchschnittlich 62 Prozent ihrer Einsparziele, bei zeitlich begrenzten Einzelprogrammen waren es 43 Prozent. Das spricht dafür, Kostenmanagement nicht erst dann zu betreiben, wenn kurzfristiger Handlungsdruck entsteht.

Populäre Massnahmen für Kosteneinsparungen

Die drei Autoren Kevin P., Shawn T. und Edward J. Coyne empfehlen dazu in ihrem Beitrag im Harvard Business Manager, dass sich die zur Kosteneinsparung aufgeforderten Stellen von vorneherein von dem Ziel verabschieden sollten, die Kostenstruktur Ihres Bereichs oder Ihrer Abteilung grundlegend verändern zu können, um das Problem dadurch zu lösen. Vielmehr sollte eine Kombination aus mehreren Massnahmen dazu führen, die Top-down-Vorgaben zu erfüllen, da die meisten Bereiche bzw. Abteilungen zumeist problemlos bis zu 10 Prozent Kosten sparen könnten, ohne dass darunter gleich die Zusammenarbeit mit dem Rest des Unternehmens leidet.  

Für die Kosteneinsparungen schlagen sie u.a. folgende Massnahmen vor:

  • Veranstaltungen zusammenlegen, wobei dies sowohl geschäftsnotwendige wie auch nicht-geschäftsnotwendige Events betrifft, die soweit möglich zusammengefasst werden sollten.
  • Sonstige Kosten kritisch prüfen, was bedeutet, dass beispielsweise Büromaterial, Telefon- oder Computerkosten strenger kontrolliert werden, da sich hier regelmässig 15 bis 20 Prozent Einsparungspotenzial zeigt.
  • Kostenträger prüfen und hierbei Aufgaben so stark wie möglich aufschlüsseln (zum Beispiel nach Kundensegment, Produktlinie oder Leistungsart) und dann für jede Teilaufgabe prüfen, ob der Aufwand gerechtfertigt ist.
  • Bündelung von Beschaffungsvolumina in indirekten Bereichen, da auch eine Abstimmung von Parallelaktivitäten wie Bestellungen von Büromaterial, Buchung von Hotelübernachtungen niedrigere Preise durchgesetzt werden können.

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