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EPIK: So erarbeiten Sie ein Frühaufklärungssystem

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Das EPIK-System ermöglicht Unternehmen eine ganzheitliche Frühaufklärung, indem es externe Risiken, interne Potenziale, operative Risiken und bilanzielle Kennzahlen integriert. Es geht über das klassische Bild hinaus, wonach Potenzialveränderungen automatisch zu geänderten Kennzahlen führen, und berücksichtigt explizit externe Einflüsse wie Wechselkurse sowie interne Kontrollkosten. Durch die klare Trennung der vier Bereiche erhalten Entscheidungsträger ein präzises Instrument, um strategische Weichen frühzeitig zu stellen und finanzielle Ergebnisse fundiert zu prognostizieren.

Die wichtigsten Punkte:

  • EPIK steht für Externe Risiken, Potenzialorientierung, Interne Risiken und Kennzahlenbasierte Frühaufklärung.
  • Das System verbindet strategische Potenzialsteuerung mit der Analyse finanzieller Kennzahlen.
  • Externe Faktoren wie Rohstoffpreise werden von internen Risiken wie IT-Sicherheit getrennt betrachtet.
  • Kontroll- und Absicherungskosten werden explizit gegen die zu erwartenden Chancen gerechnet.
  • Das System unterstützt sowohl Banken (Bilanzrating) als auch Investoren (Shareholder Value).
21.01.2026 Von: Prof. Dr. Thomas Rautenstrauch
EPIK

Wie funktioniert das EPIK-System zur Frühaufklärung von Unternehmensrisiken und Potenzialen?

Mit dem EPIK-System können Unternehmen Risiken frühzeitig erkennen und Potenziale gezielt steuern. Dieses System bietet einen ganzheitlichen Ansatz, um externe und interne Einflüsse zu analysieren, strategische Potenziale zu fördern und Kennzahlen fundiert zu bewerten.

Frühaufklärungssystem EPIK

Vereinfacht könnte man ein System zur Frühaufklärung in zwei Bereiche gliedern: in die strategische Frühaufklärung und die kennzahlenbasierte Frühaufklärung. Der erste Bereich ist im Wesentlichen potenzialorientiert und der zweite Bereich orientiert sich vor allem an finanziellen Kennzahlen. Dieses weit verbreitete Bild weist den Potenzialgrössen eine Vorsteuerungsfunktion hinsichtlich der Kennzahlen zu. Danach führen Veränderungen in den Potenzialen mehr oder weniger zwingend auch zu geänderten Kennzahlen. Deshalb kann das Management durch Investitionen/Nichtinvestitionen in Potenziale wie neue Produkte, Mitarbeiter oder automatisierte Prozesse die zukünftigen Erfolge bestimmen, die sich dann in den Kennzahlen niederschlagen. Dieses vereinfachte Bild ist aber für eine praktikable Anwendung etwas zu modifizieren.

Tatsächlich unterliegen die ex post festgestellten Kennzahlenänderungen noch weiteren Einflussfaktoren externer Art (wie beispielsweise Änderung der Wechselkurse) oder Einflussfaktoren interner Art (kein Abschluss von Devisentermingeschäften). Dargestellt werden diese Einflüsse in Bilanzen und Erfolgsrechnungen als «Zufallsgewinne» (auch: windfall profits) bzw. als besondere, ausserordentliche Ergebnisbeiträge.

Grundsätzlich muss deshalb eine Erweiterung im System der Frühaufklärung hinsichtlich dieser internen und externen Einflussgrössen vorgenommen werden bzw. streng genommen wären die anfallenden Kontrollkosten/Absicherungskosten explizit bei den zu erwartenden Chancen und ihren positiven Ergebnisbeiträgen gegenzurechnen.

Basierend auf Erfahrungen bei der Konzeption von Ratingsystemen wurde deshalb zur Frühaufklärung das umfassende System EPIK entwickelt

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