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Selbstsicherheit: 5 Tipps stärken Ihre Selbstsicherheit

Sie wirken stets auf Ihr Gegenüber. Mal selbstbewusst und selbstsicher. Mal unsicher, gar schwankend. Stärken Sie deshalb Ihre Selbstsicherheit.

14.12.2021 Von: Brigitte Miller
Selbstsicherheit

Selbstbewusst, souverän und kompetent – leider nicht immer

Sie sind es längst: Selbstbewusst und selbstsicher. Sie vertreten Ihre Meinung. Sie bringen Ihre Bedürfnisse und Anliegen vor. Sie ziehen Grenzen. Dennoch – und dies wissen Sie nur zu gut – gibt es immer wieder Momente und Situationen, in denen Ihre Selbstsicherheit verloren gegangen zu scheint.

Vielleicht drückt Ihnen Ihr Vorgesetzter weitere „wichtige Aufgaben“ auf. Vielleicht weigert sich ein Verkäufer beschädigte Ware zurückzunehmen. Vielleicht zieht ein Kollege ironisch über Ihre Idee her. Und plötzlich sind Sie unsicher. Fühlen sich verletzt. Zweifeln an sich und Ihrem Recht Ihren Anspruch geltend zu machen. Ducken sich weg. Geben keine Widerworte. Stellen die Sachlage nicht für sich und die anderen klar. Von Ihrem Selbstbewusstsein und Ihrer Selbstsicherheit ist nichts mehr zu spüren.

Solche Momente kennt jeder. Ein schwacher, aber wichtiger Trost, damit sich nicht noch der innere Kritiker meldet. Aber auch, um zu be-greifen: Selbstsicher bin ich, obwohl meine Selbstsicherheit manches Mal auch schwankt. Dies kann ich ändern.

Selbstsicher auftreten: 5 Tipps für ein Mehr an Selbstsicherheit

Widmen Sie sich in Ruhe den folgenden Tipps. Achten Sie auf Ihr Bauchgefühl. Wählen Sie den Tipp aus, der Sie spontan am meisten anspricht. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit in den nächsten Tagen oder in den nächsten Wochen immer wieder auf diesen Tipp. Wenden Sie ihn an – so gut es Ihnen möglich ist. Beobachten Sie, was sich in puncto selbstsicheres Auftreten bei Ihnen verändert. Danach wählen Sie einfach einen anderen Tipp, mit dem Sie sich für einige Zeit beschäftigen möchten.

Tipp 1: Selbstsicherheit verankern

Noch einmal: Sie verfügen über eine gute Portion Selbstsicherheit. Manches Mal wird dies vergessen. Leider. Deshalb verankern Sie jetzt diesen Fakt in Ihrem Bewusstsein – gerne auch zukünftig immer wieder.

Fragen Sie sich:

  • Wann sind Sie heute selbstsicher aufgetreten?
  • In welcher Situation haben Sie sich dabei befunden?
  • Wer war beteiligt?
  • Was ist dabei geschehen?
  • Wie ist die Interaktion verlaufen?
  • Woran stellen Sie fest, dass Sie in dieser Situation selbstsicher aufgetreten sind? An Ihren Gedanken? An Ihrer Haltung und Körpersprache? An Ihrer Wortwahl? An Ihrer Kommunikation?
  • Wenn Sie sich selbstsicher fühlen, wie fühlt sich dieses Gefühl für Sie an? Wo genau in Ihrem Körper würden Sie dieses Gefühl verankern (im Bauch, in den Schultern, im Brustkorb)?
  • Wie kann es Ihnen gelingen, dieses Gefühl bewusst abzurufen? Welche Körperhaltung müssten Sie einnehmen? Was müssten Sie zu sich selbst sagen?

Tipp 2: Selbstverbalisieren aufdecken

In jeder Situation poppen Gedanken, innere Kommentare und Monologe auf – auch Selbstverbalisieren genannt. Dadurch wird die Situation, das eigene Verhalten und des anderen eingeschätzt. Im Grunde sehr hilfreich. Allerdings nicht immer, denn manches Selbstverbalisieren schwächt das selbstsichere Auftreten.

 

Selbstverbalisieren – Einige Beispiele

Rückgabe einer beschädigten Ware, der Verkäufer blockt ab. Typische Gedanken…

…schwächen die Selbstsicherheit

…stärken die Selbstsicherheit

„Der Verkäufer kennt die Regelungen für die Rückgabe viel besser als ich. Ich kann hier nichts ausrichten.“

„Ich kenne meine Rechte. Ich lasse mich nicht abwimmeln.“

Ein Kollege schweift bei Besprechungen stets vom Thema ab. Typische Gedanken

…schwächen die Selbstsicherheit

…stärken die Selbstsicherheit

„Die anderen scheint es nicht zu stören. So sage ich besser auch nichts.“

„Sobald er eine kleine Pause macht, unterbreche ich und lenke auf unsere Ausgangsfrage zurück.“

Der Vorgesetzte delegiert eine weitere Aufgabe, die sehr wichtig ist, obwohl das Arbeitspensum schon ausgereizt ist. Typische Gedanken…

…schwächen die Selbstsicherheit

…stärken die Selbstsicherheit

„Es ist ganz dringend. Da lasse ich erst einmal alles andere liegen. Irgendwie bekomme ich das Heute auf die Reihe. Am besten ich arbeite die Pausen durch.“

„Ich frage jetzt klipp und klar nach der Priorisierung der einzelnen Aufgaben. Auch die Deadlines werde ich abklären.“

Erhöhen Sie ab heute Ihre Sensibilität. Gehen Sie auf die Suche nach Gedanken und/oder inneren Kommentaren, die Ihr selbstsicheres Auftreten boykottieren. Erstellen Sie sich am besten eine Liste all dieser Gedanken. Zum einen ähneln sich diese meist, so dass Sie diese zukünftig schneller entlarven. Zum anderen hilft das Aufschreiben, diese besser im Gedächtnis zu verankern. Notieren Sie sich am besten auch das Gegenpart, d.h. schreiben Sie auf, welche Gedanken Ihre Selbstsicherheit stärken. Zukünftig haben Sie so beides schnell abrufbar.

Tipp 3: Nonverbale Signale nutzen

Ihre Selbstsicherheit drückt sich definitiv in Ihrer Körpersprache aus. Die Art, wie Sie stehen oder gehen. Die Art, wie Sie sprechen. Die Art Ihrer Gestik und Mimik.

Übung: Nonverbale Signale nutzen

Schliessen Sie für einen Moment Ihre Augen. Spüren Sie in Ihren Körper hinein. Wie sitzen oder stehen Sie gerade? Wie fühlt sich diese Haltung für Sie an? Gestärkt? Kompetenz ausstrahlend? Selbstsicher? Schlapp? Müde? Verkrampft? Probieren Sie nun einmal aus, wie Ihre Haltung sein müsste, damit Sie sich selbstsicher fühlen. Vielleicht aufrichten? Vielleicht die Schultern hängen lassen?

In jeder Situation verrät Ihre Körpersprache viel. Das Gute ist, Sie können Ihre nonverbalen Signale bewusst wahrnehmen und entsprechend ändern – und zwar in jeder Situation. Dabei gibt es einige Tricks für einen selbstsicheren Auftritt, die Sie gerne einsetzen können:

  • Blickkontakt halten. Schauen Sie Ihr Gegenüber an.
  • Ignorieren. Wenden Sie sich gezielt nonverbal von dem Querulanten ab. Zeigen Sie ihm die kalte Schulter – und beachten Sie ihn einfach nicht. Wiederholen Sie stattdessen mit Nachdruck Ihre Meinung gegenüber dem Team.
  • Ruhige Gesten. Wippen Sie nicht mit den Füssen. Trommeln Sie nicht mit den Händen auf den Tisch. Präsentieren Sie Ihre Gelassenheit.
  • Sachlicher Tonfall. Achten Sie auf den Klang Ihrer Stimme, die weder weinerlich, noch aggressiv klingen sollte. Bleiben Sie so ruhig als möglich.
  • Aufrecht stehen. Ändern Sie Ihre Beinstellung, indem Sie Ihre Füsse parallel und hüftbreit aufstellen. Stellen Sie sich vor, Sie sind mit dem Boden verwurzelt – und nichts wirft Sie um.
  • Muskeln entspannen. Geraten Sie innerlich ins Wanken, spannen sich oft Ihre Muskeln an. Lassen Sie gezielt locker. Wer in progressiver Muskelrelaxation geübt ist, kann dies in jeder Lage durchführen. Ansonsten hilft es schon, die Schultern nach unten gleiten zu lassen.

Tipp 4: Auf die Worte kommt es an

Unsicherheit zeigt sich auch in der Wortwahl. Achten Sie mal darauf, ob Sie Worte benutzen, die eher auf ein Zögern hindeuten. Solche Worte sind:

  • Mal sehen
  • Wahrscheinlich
  • Möglich
  • Vermutlich
  • Voraussichtlich
  • Hhmmm…ja…ist noch unklar
  • Unter Umständen

Tipp 5: Klare Aussagen machen

Sie haben ein Recht auf Ihre Meinung. Sie haben ein Recht auf Ihre Gefühle und Bedürfnisse. Teilen Sie diese mit – und zwar eindeutig und verständlich. Damit dies gut gelingt,

  • halten Sie inne. Gerade in Situationen oder Interaktionen, in denen Sie von einer Anfrage überrumpelt werden, ist es sinnvoll, kurz mental innezuhalten.
  • sortieren Sie Ihre Gedanken. Im Gedanken-Stopp sind Sie schon dank Tipp 2 geübt. Jetzt achten Sie auf Ihre Bedürfnisse.
  • teilen Sie Ihre Vorschläge mit. „Ich werde gerade gebeten, dass ich das Protokoll schreibe. Heute übernehme ich diese Aufgabe. Zukünftig sollte jeder nach einem Rotationsprinzip an die Reihe kommen.“
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