Menschenkenntnis: Was braucht es, ein Menschenkenner zu sein?

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Menschenkenntnis ist keine angeborene Gabe, sondern eine erlernbare Fähigkeit, die auf der Analyse von Verhaltensmustern und Persönlichkeitsmerkmalen basiert. Durch die Anwendung von Typologisierungen lassen sich Mitmenschen schneller durchschauen, was Konflikte reduziert und Gespräche effizienter gestaltet. Dieser Ansatz ermöglicht es Führungskräften, individuell auf die Motive und Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden einzugehen, statt einen einheitlichen Führungsstil anzuwenden.

Die wichtigsten Punkte:

  • Menschenkenntnis verbessert das tägliche Miteinander im Beruf und zu Hause erheblich.
  • Typologisierungen helfen, Verhaltensweisen vorherzusehen und Gespräche erfolgreicher zu führen.
  • Individuelle Ansprache statt Schablonen führt zu höherer Motivation und besserem Arbeitsklima.
  • Selbstreflexion über das eigene Verhalten ist der erste Schritt zur eigenen Menschenkenntnis.
30.10.2025 Von: Heike Eberle
Menschenkenntnis

Wie können Sie durch Typologisierungen echte Menschenkenntnis entwickeln und Ihre Führungskompetenz verbessern?

Obwohl wir als Mensch geboren werden, werden wir nicht mit Menschenkenntnis geboren. Im gesamten Entwicklungsverlauf häufen und sammeln wir viel Wissen und eine hohe Sachkompetenz an. Von «Menschenkompetenz» ist aber keine Spur.

Für jeden von uns wäre es sinnvoll und wichtig, Menschen in ihrem Wesenskern zu erkennen und zu verstehen. Das würde das tägliche Miteinander im Beruf sowie zu Hause um ein Vielfaches verbessern. Selbst Konflikte könnten im Keim erstickt werden.

Menschen anhand von Typologisierungen schneller durchschauen

Menschen können anhand von «Typologisierungen» schneller durchschaut werden. Bei Menschen-Typologisierungen werden gleiche Merkmale und Verhaltensweisen zu einer «Menschen-Kategorie» zusammengefasst. Zwar kann diese Kategorisierung auch als «Schubladendenken» abgetan werden, es hilft aber ungemein im Umgang mit Menschen und macht das Leben einfacher.

Was genau ist Menschenkenntnis?

Menschenkenntnis ist die Fähigkeit, das Verhalten oder die Persönlichkeit eines Menschen richtig einzuschätzen, zu erkennen, zu beurteilen und vorherzusehen, wie er denken und handeln wird. Wer die Verhaltensweisen seiner Mitmenschen zutreffend einschätzt, kann sich besser darauf einstellen.

Denn, wer Menschen versteht, ist klar im Vorteil. Er weiss, wie er seine Mitmenschen anpacken muss, was sie antreibt und motiviert, und so lassen sich Gespräche schneller, zufriedener und erfolgreicher führen. Und gerade in Führungspositionen, in denen Menschenführung das Wichtigste überhaupt ist, ist Menschenkenntnis die Basis einer geglückten Führung.

Was braucht es, ein Menschenkenner zu sein?

Sie sehen, ein Menschenkenner zu sein, hilft in vielen Aspekten, in denen wir es mit Menschen zu tun haben, in der Personalführung wie in Verkaufs- oder Akquisegesprächen. Selbst mit uns selbst kommen wir besser klar, wenn wir genau wissen, wie wir ticken.

Nehmen wir einmal an, eine Führungskraft wäre im Miteinander sehr ungeschickt, tollpatschig und eigensinnig. Da diese Führungskraft schon etwas älter und schwerhörig ist, legt sie einen «lauteren» Tonschlag an. Ja sie brüllt regelrecht jeden Mitarbeiter an, unabhängig von Situation und Mitarbeiter. Dass dieses «Brüllen» auf taube Ohren stösst, ist für jeden Aussenstehenden ersichtlich, nur eben dieser Führungsperson nicht. Bei den Mitarbeitern kommt dieser Führungsstil überhaupt nicht an, sie fühlen sich nicht angenommen und verweigern regelrecht die Arbeit. Sie tratschen unentwegt und sind hochgradig demotiviert. Das Klima leidet

Checkliste

  • Beobachten Sie Ihr eigenes Verhalten in Konfliktsituationen kritisch.
  • Analysieren Sie bekannte Verhaltensmuster bei Ihren Kollegen und Vorgesetzten.
  • Lernen Sie die Grundlagen gängiger Menschen-Typologisierungen kennen.
  • Passen Sie Ihren Kommunikationsstil bewusst an die Persönlichkeit des Gegenübers an.
  • Vermeiden Sie es, alle Mitarbeitenden über einen Kamm zu scheren.
  • Hören Sie aktiv zu, um verborgene Motive und Bedürfnisse zu erkennen.
  • Reflektieren Sie nach Gesprächen, ob Ihre Einschätzung des Gegenübers zutraf.
  • Setzen Sie typenspezifische Anreize ein, um die Motivation zu steigern.
  • Üben Sie Geduld, wenn sich Verhaltensänderungen bei anderen langsam vollziehen.

Was macht die Führungsperson falsch? Sie «brüllt» durch die Gegend, unabhängig von der Situation, unabhängig von der gegenüberstehenden Person. Immer und überall. Mit diesem einheitlichen Führungsstil geht sie auf keinen Mitarbeitertyp persönlich ein. Sie schert alle Mitarbeiter über einen Kamm und meint, dass alle «schwerhörig» seien.

Wenn Sie jetzt wüssten, wie jeder Mitarbeiter tickt, dann könnten Sie auf jeden Mitarbeiter individuell eingehen! Die Mitarbeiter würden sich verstanden fühlen und sich mit Ihren Anweisungen viel stärker identifizieren. Mit dieser Erkenntnis hätten Sie schon die Hälfte Ihrer Führungsziele erreicht.

Und jetzt die entscheidende Frage: Wie kommen Sie zur Menschenkenntnis? Ganz einfach, indem Sie sich mit Menschentypologisierungen beschäftigen.

FAQ: Menschenkenntnis

Was ist der Unterschied zwischen Menschenkenntnis und Schubladendenken?

Menschenkenntnis nutzt Typologisierungen als Werkzeug, um Verhaltensmuster zu verstehen und individuell darauf einzugehen. Schubladendenken hingegen ignoriert die Individualität und wendet starre Kategorien ohne Nuancen an.

Kann man Menschenkenntnis erlernen oder ist sie angeboren?

Menschenkenntnis ist keine angeborene Fähigkeit, sondern wird durch Erfahrung, Beobachtung und das Studium von Typologisierungen im Laufe des Lebens aufgebaut und verfeinert.

Wie hilft Menschenkenntnis speziell in der Führung?

Eine Führungskraft mit Menschenkenntnis erkennt die individuellen Motive ihrer Mitarbeitenden, passt ihre Kommunikation an und schafft so ein motiviertes Klima, das Konflikte im Keim erstickt.

Welche Rolle spielen Typologisierungen im Alltag?

Typologisierungen fassen gleiche Merkmale zusammen und ermöglichen es, Mitmenschen schneller zu durchschauen, was das Leben und die Zusammenarbeit im Beruf vereinfacht.

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