Körpersprache: Ein wichtiges Erfahrungsinstrument nutzen
KURZ ZUSAMMENGEFASST
Körpersprache ist kein Nebenaspekt, sondern ein zentrales Instrument zur Unterstützung verbaler Aussagen. Erst durch das Zusammenspiel von Mimik, Gestik, Blickkontakt und Körperhaltung gelingt es Rednern, ihre Worte visuell zu untermauern und beim Publikum bleibende Eindrücke zu hinterlassen. Ein harmonisches Auftreten strahlt Ruhe und Kompetenz aus, während unkontrollierte Bewegungen oft als Nervosität interpretiert werden.
Die wichtigsten Punkte:
- Der erste Eindruck entsteht unbewusst innerhalb von Sekunden und basiert stark auf Körperhaltung und Motorik.
- Kongruenz ist entscheidend: Gestik und Mimik müssen inhaltlich mit dem Gesagten übereinstimmen.
- Die Körperhaltung signalisiert Selbstsicherheit; eine aufrechte, offene Haltung wirkt überzeugend.
- Blickkontakt sollte gezielt und gleichmässig über das gesamte Publikum verteilt werden.
- Die Wirkung einer Rede besteht zu 55 % aus Mimik, Gestik und Haltung, zu 38 % aus der Stimme und nur zu 7 % aus dem Inhalt.

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Wie können Führungskräfte und Redner ihre Körpersprache gezielt einsetzen, um Vertrauen aufzubauen und ihre Botschaften wirkungsvoll zu vermitteln?
Körperliche Aktivität
- Blickkontakt
- Körperhaltung
- Mimik/Gestik
Erst durch die Körpersprache, durch die Mimik, Gestik und den Blickkontakt, gelingt es dem Redner, seine Ausführungen visuell zu unterstützen und so besser zu wirken. Die Zuhörenden können auch «sehen», was sie hören, und hören, was sie sehen.
Der erste Eindruck
«You never get a second chance to make your first impression …»
Wir machen uns unbewusst von jedem Gesprächspartner sofort ein Bild, das sehr dauerhaft sein kann – der sogenannte erste Eindruck. Wir beurteilen die Menschen dabei häufig aufgrund ihrer Körperhaltung und ihrer Bewegung (Motorik).
- Strahlt die Person durch harmonische, gleichmässige Bewegungen Ruhe aus?
- Gelingt es der Person, durch Blickkontakt eine Brücke zu den Zuhörenden zu schlagen?
- Wirkt die Person durch fahrige, unkontrollierte Bewegungen und unsteten oder fehlenden Blickkontakt nervös und
gehemmt?
Körpersprache beherrschen lernen
Intuitiv merken wir an der Körpersprache, wie es unserem Gegenüber geht. Deshalb ist es wichtig, durch Üben die Körpersprache beherrschen zu lernen. Denn erst durch eine positive Körpersprache können wir als Rednerin oder Redner und als Mensch überzeugend wirken.
Interessant sind für die Redenden auch die Reaktionen des Publikums. Die Körpersprache des Publikums ist interpretierbar, sodass Rückschlüsse auf die rednerische Wirkung gezogen werden können. Plötzliche Haltungsänderungen, Änderung der Blickrichtung oder kleine Bewegungen können den Redenden zeigen, wie die Zuhörenden das Gesagte aufgenommen haben. Wie sieht das konkret aus?
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Die Augen
- Wenn Sie zu einem Publikum reden müssen, beginnen Sie erst dann zu reden, wenn Sie Blickkontakt aufgenommen haben!
- Lassen Sie Ihren Blick durch die Runde schweifen und suchen Sie den Kontakt mit den Zuhörenden, die ein freundliches Gesicht machen, die Ihnen wohlgesinnt sind und Interesse zeigen. Das gibt Ihnen die nötige Sicherheit und Ruhe.
- Sie sollten die anderen Zuhörenden nicht vergessen und den Blickkontakt zu ihnen suchen. Wichtig ist, dass Sie die Zuhörenden auf den Plätzen am Rand, ganz links und rechts neben sich, nicht vergessen!
Die Mimik
Mimik nennt man die verschiedenen Gesichtsausdrücke, die wir mit den Muskeln unseres Gesichts erzeugen können. Man hat im menschlichen Gesicht 49 Bewegungsdimensionen festgestellt. Die Mimik drückt unsere Gefühle aus: Zuversicht, Freude, Glück, Erregung, aber auch Stress, Schmerz, Erschöpfung usw.
Die Gestik
Die Gestik ist ein optisches rednerisches Mittel, mit dem das Gesprochene verstärkt und prägnant gemacht wird. Die Gestik
wird mit den Händen und den Armen ausgeführt. Redende unterstreichen mit ihren Gesten, was sie mit Worten mitteilen, sie verstärken und unterstreichen so das Gesagte.
- Das für Redende Entscheidende an der Gestik ist ihre positive oder negative Wirkung auf die Zuhörenden. Da die Gestik immer entweder positiv oder negativ wirkt, müssen wir sie beherrschen und richtig einsetzen.
- Wir können die Gestik nicht einfach abschalten, etwa dadurch, dass wir sie unterlassen, indem wir die Arme einfach hängen lassen. Gerade diese Geste wird von den Zuhörenden besonders negativ empfunden.
Neun Regeln der Gestik
Regel 1: Kongruenz
Was wir äussern, muss mit unserer Gestik übereinstimmen. Sogenanntes inkongruentes oder paradoxes Verhalten müssen wir unbedingt vermeiden.
Regel 2: Richtiger Beginn
Bei einer erfolgreichen Gestik kommt die Geste einen Moment früher als die Aussage, auf die sie sich bezieht. Das über die Gestik vermittelte Gewicht, das wir einer Aussage geben, verstärken wir gleichzeitig durch die stimmliche Betonung.
Regel 3: Dauer
Die Geste sollte etwas länger dauern als die zu betonende Aussage. Dadurch kann die Prägnanz der Aussage beim Publikum verstärkt werden, und das wichtige Wort wirkt länger nach.
Regel 4: Identifikation
Redende sollten die Gestik so einsetzen, dass die Zuhörenden sie richtig interpretieren. Der Redende sollte sich der Wirkung einer Geste sicher sein. Die Gesten müssen ausdrücken, was der Redende fühlt, nur das wirkt echt und überzeugend.
Regel 5: Häufigkeit
Es sollten nicht möglichst viele Gesten ausgeführt werden, sondern nur so viele, wie zur Unterstreichung einer wichtigen Aussage nötig sind. Zu viele Gesten werden häufig als Herumfuchteln empfunden.
Regel 6: Gang und Haltung verraten mehr als das Gesicht
Achten Sie auf Ihre Körperhaltung! Wenn Sie einen Raum betreten, tun Sie es mit Selbstsicherheit und einem normalen, raumgreifenden Schritt. Wenn Sie Ihren Standpunkt erreicht haben, stellen Sie sich weder zu schmal (Zeichen von Unsicherheit) noch zu breitbeinig hin (Dominanzstreben). Stehen Sie aufrecht und locker, gehen Sie ruhig mal ein Stück vor, um ein Argument zu unterstreichen.
Regel 7: Nicht an Nase oder Kinn fassen
Vermeiden Sie es, sich während des Sprechens an die Nase, an den Mund oder ans Kinn zu fassen! Dies sind Anzeichen für Verlegenheit. Ausserdem erwecken Sie damit unterschwellig den Eindruck: «Ich bin ertappt.»
Regel 8: Griff ans Ohr gilt als Bestrafungsgeste
Greifen Sie sich niemals ans Ohr, wenn Ihr Gesprächspartner etwas Unangenehmes sagt. Psychologen und Verhaltensforscher deuten den Griff ans Ohrläppchen als Bestrafungsgeste – Sie zeigen, dass Sie dem anderen diese Aussage übel nehmen.
Regel 9: Hände vor der Brust ist ein Anzeichen für Unsicherheit
Falten Sie die Hände nicht vor der Brust. Dies ist ein Anzeichen für Verkrampfung und Unsicherheit. Krallen Sie Ihre Hände nicht in die Stuhllehnen, wenden Sie sich Ihrem Gesprächspartner zu, allerdings ohne ihm zu nahe zu kommen.
Checkliste
- Stellen Sie sich aufrecht, frontal und mit festem, beidbeinigem Stand auf.
- Sorgen Sie für einen ruhigen Stand, als stünde eine Zeitung unter Ihren Füssen.
- Halten Sie die Füsse parallel oder leicht nach aussen geöffnet (Winkel von 45 Grad).
- Beginnen Sie die Rede erst, nachdem Sie stabilen Blickkontakt mit dem Publikum aufgenommen haben.
- Suchen Sie gezielt den Kontakt zu Zuhörenden, die Interesse zeigen, um Sicherheit zu gewinnen.
- Vergessen Sie nicht die Zuhörenden am Rand des Raumes links und rechts.
- Vermeiden Sie es, sich an Nase, Mund oder Kinn zu fassen, da dies Verlegenheit signalisiert.
- Greifen Sie nicht ans Ohr, wenn Ihnen etwas Unangenehmes gesagt wird.
- Falten Sie die Hände nicht vor der Brust, da dies Unsicherheit und Verkrampfung ausstrahlt.
- Achten Sie darauf, dass Ihre Gesten etwas länger dauern als die betonte Aussage.
Die Körperhaltung
Gute Sprecher üben und arbeiten an ihrer Körperhaltung, denn nicht nur das Erscheinungsbild, auch das Auftreten während der Rede signalisiert dem Publikum Selbstsicherheit oder Unsicherheit, Ruhe oder Nervosität, Offenheit gegenüber dem Publikum oder Angst vor den Zuhörenden.
Die Ausgangskörperhaltung nennt man auch rhetorische Grundhaltung. Sie muss folgende Voraussetzungen erfüllen:
- Aufrecht, frontal, zugewandt, offen (nicht versteckt) stehen.
- Beidbeinig, fest stehen; mit erhobenem Kopf, aber nicht «hochnäsig».
- Ruhig stehen (stellen Sie sich eine Zeitung unter Ihren Füssen vor).
- Füsse parallel nebeneinander oder leicht nach aussen geöffnet mit den Fussspitzen in einem Winkel vom 45 Grad zueinander.
Gesamteindruck
Zum Gesamteindruck tragen bei:
- Mimik, Gestik, Haltung (55%)
- Stimme (38%)
- Inhalt des Gesagten (7%)
FAQ: Körpersprache
Warum ist der erste Eindruck bei einer Rede so wichtig?
Der erste Eindruck entsteht unbewusst und sehr schnell. Er basiert massgeblich auf der Körperhaltung und der Motorik des Redners. Ein harmonisches, sicheres Auftreten kann den Grundstein für eine positive Beziehung zum Publikum legen, während fahrige Bewegungen oder fehlender Blickkontakt Unsicherheit und Nervosität signalisieren.
Was bedeutet Kongruenz in der Körpersprache?
Kongruenz beschreibt die Übereinstimmung zwischen dem Gesagten und der nonverbalen Kommunikation. Was Sie aussagen, muss mit Ihrer Gestik und Mimik übereinstimmen. Inkongruentes Verhalten, bei dem Gestik und Worte im Widerspruch stehen, wird vom Publikum als unecht oder paradox wahrgenommen und untergräbt die Glaubwürdigkeit.
Welche Fehler in der Gestik sollte ich unbedingt vermeiden?
Vermeiden Sie Gesten, die als unsicher oder aggressiv interpretiert werden können. Dazu gehören das Hängenlassen der Arme, das Verschränken der Arme oder das Falten der Hände vor der Brust. Auch das Anfassen von Nase, Kinn oder Ohr wird oft als Zeichen von Verlegenheit oder als Bestrafungsgeste gedeutet. Zu viele Gesten wirken zudem als Herumfuchteln.
Wie kann ich die Reaktion des Publikums während der Rede lesen?
Die Körpersprache des Publikums ist interpretierbar. Plötzliche Haltungsänderungen, das Verändern der Blickrichtung oder kleine Bewegungen geben Hinweise darauf, wie das Gesagte aufgenommen wird. Achten Sie auf diese Signale, um Ihre Rede dynamisch anzupassen und die Aufmerksamkeit der Zuhörenden zu sichern.