Werbebriefe: 7 Kriterien für Ihren Werbetext

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Ein erfolgreicher Werbebrief beruht nicht auf Zufall, sondern auf einer gezielten Strukturierung von sieben zentralen Elementen. Der Text muss im aktiven Verbalstil verfasst sein, logisch aufgebaut und konkret sowie bildhaft formuliert werden. Zusätzlich ist es entscheidend, dass die Sprache der Zielgruppe entspricht, das Image des Absenders widerspiegelt und durch kurze Absätze von maximal sieben Zeilen die Lesbarkeit garantiert wird.

Die wichtigsten Punkte:

  • Verwenden Sie aktiv Verben im Präsens und vermeiden Sie Hilfsverben.
  • Strukturieren Sie den Text logisch und stellen Sie den längsten Absatz ans Ende.
  • Nutzen Sie bildhafte Sprache sparsam, um positive Assoziationen zu wecken.
  • Halten Sie Absätze auf maximal sieben Zeilen, um die Lesbereitschaft zu steigern.
  • Sichern Sie die Glaubwürdigkeit durch eine Abstimmung auf das Unternehmensimage.
11.09.2025 Von: Brigitte Miller
Werbebriefe

Wie optimiere ich meinen Werbetext für Direktmailings nach den 7 Kriterien?

Ein brillanter Werbebrief ist kein Zufall. Vielmehr gibt es genaue Kriterien, mit denen Sie prüfen können, ob Ihr Direktmailing gut ist. Machen Sie sich jetzt mit den 7 wichtigsten Kriterien vertraut – und Sie werden überzeugende Werbebriefe schreiben.

7 Kriterien für einen gelungenen Werbetext Ihres Direktmailings

Werbebriefe flattern dem (potenziellen) Kunden unverhofft ins Haus. Der Kunde hat Ihr Schreiben nicht angefordert. Nein, Sie waren so frei, ihn damit zu beglücken. Damit der Kunde es auch wirklich als Glück empfindet, ist es wichtig, dass der Werbetext, den Ihr Direktmailing enthält, so gut ist, dass der Kunde ihn liest und sich letztendlich zu einer Antwort motiviert sieht.  

Machbar ist dies. Und dafür müssen Sie kein grosser Werbetexter sein, sondern Ihr Produkt, Ihre Dienstleistung und Ihre Zielgruppe gut kennen, als sich auch an den folgenden 7 Kriterien orientieren. Denn diese Kriterien verraten Ihnen, worauf Sie beim Texten achten sollten.

Ein Tipp, bevor Sie loslegen: Sie dürfen so oft Sie wollen Ihren Text umformulieren. Denn jeder guter Texter schreibt so lange um, bis jeder Satz sitzt.

Kriterium 1: Aktiver Verbalstil

Mit Ihrem Werbebrief wollen Sie den Kunden zu etwas bewegen. Deshalb schreiben Sie im aktiven Verbalstil, d.h. verwenden Sie Verben, Verben und nochmals Verben. Denn Verben – auch Tätigkeitswörter genannt – laden ein, aktiv zu werden. Achten Sie beim Einsatz Ihrer Verben

  • auf die Zeitform. Schreiben Sie stets im Präsens „Sparen Sie jetzt bares Geld!“ Die Vergangenheit löst keine Bewegung aus, die Zukunft hat noch Zeit.
  • auf die Vermeidung von Hilfsverben. Wollen, können, müssen, dürfen, möchten, sollen, werden, haben usw. sind typische Hilfsverben, die Ihren Text schwächen. Denn jedes Hilfsverb macht dem aktiven Verb den Platz streitig, d.h. das wichtigste Wort gelangt ans Ende des Satzes „Möchten Sie erfolgreich sein? Wir wollen Ihnen dabei helfen.“ besser „Seien Sie erfolgreich! Wir helfen Ihnen.“
  • auf den Imperativ. Das Verb in der Befehlsform fordert den Kunden direkt und unmissverständlich zum Handeln auf „Rufen Sie mich an“ oder „Senden Sie den Coupon zurück.“  

Kriterium 2: Folgerichtig und logisch

Der Werbetext leitet den Kunden von einem Argument zum anderen. Obwohl so eins auf das andere folgt, darf es keine Aufzählung sein, noch darf es Textstellen geben, bei denen der Leser den „Anschluss“ nicht mehr findet. Strukturieren Sie den Text gut. Prüfen Sie, ob er in sich logisch aufgebaut ist. Denn dem Leser soll es leichtfallen, Ihrer Argumentation zu folgen.

Kriterium 3: Konkret sein

Seien Sie präzise. Beschreiben Sie Ihr Angebot genau. Heben Sie die Vorteile hervor. Veranschaulichen Sie es mit Bildern, Testimonials und auch mit Zahlen. Listen Sie alle Fakten und Daten auf, die Ihr Angebot untermauern. Wählen Sie die Informationen aus, die dem Kunden konkret aufzeigen, was er davon hat.

Kriterium 4: Bildhafte Sprache

Die Werbung lebt von Bildern – und der bildhaften Sprache. Denn diese setzt Assoziationen frei, die der Kunden mit angenehmen Erlebnissen verknüpft. Ein Slogan wie „frisch wie eine Sommerbrise“ wird beim Kunden sofort Erinnerungen an Urlaub, Sonne, Strand und Kühle aktivieren, die er dann mühelos mit dem angepriesenen Produkt (beispielsweise einen Deo-Spray) verbindet.

Überlegen Sie, welche Bilder Sie im Kopf des Kunden erzeugen möchten. Wählen Sie Adjektive und Beschreibungen, die die gewünschte Assoziation freisetzen. Setzen Sie die bildhafte Sprache gezielt - und auch sparsam – ein, um keine Überreizung herbeizuführen.

Checkliste

  • Wurden alle Sätze im aktiven Verbalstil und im Präsens formuliert?
  • Sind Hilfsverben wie «wollen» oder «können» durch direkte Handlungsaufforderungen ersetzt?
  • Folgt die Argumentation einem klaren, logischen Aufbau ohne Brüche?
  • Sind konkrete Zahlen, Fakten und Testimonials integriert?
  • Enthält der Text bildhafte Beschreibungen, die beim Leser positive Gefühle auslösen?
  • Ist der Sprachstil auf das Verständnis der spezifischen Zielgruppe abgestimmt?
  • Reflektiert der Tonfall das CI und das Image des Unternehmens?
  • Beträgt die Länge jedes Absatzes maximal sieben Zeilen?
  • Steht der kürzeste Absatz am Anfang und der längste am Ende?
  • Wurde der Text mehrfach umformuliert, bis jeder Satz optimal sitzt?

Kriterium 5: Verständlich und überzeugend

Schreiben Sie im Sprachstil Ihrer Zielgruppe. Nur so findet Ihr Werbetext Akzeptanz und wird auch vom Leser mühelos verstanden. Denken Sie daran: Sie haben nur zwei Sekunden pro Seite, um den Kunden so anzusprechen, dass er Ihre Werbebriefe nicht nur scannt, sondern intensiv liest. Schwierige Wörter, die die Zielgruppe nicht kennt oder kaum verwendet, stossen jedoch auf Ablehnung. Die Folge ist: Der Kunde wird die Werbebriefe wegwerfen.

Kriterium 6: Zum Absender passend

Ihr Text muss zu Ihrem Unternehmen und zu Ihrer Marke passen. Sie haben ein Image. Und dieses Image will der Kunde in Ihrem Werbebrief widerfinden. Gelingt ihm dies nicht, leidet Ihre Glaubwürdigkeit. Orientieren Sie sich also bei der Formulierung auch an Ihrem CI.

Kriterium 7: Sechs bis sieben Zeilen pro Absatz

Die Absatz-Länge eines Briefes signalisiert dem Kunden „leicht oder schwer zu lesen“. Je länger ein Absatz ist, umso schwieriger wird das Lesen. Der Kunde registriert dies sofort – und entscheidet entsprechend, d.h. Werbebriefe, die lange Absätze enthalten, werden später oder gar nicht gelesen.

Für Ihren Werbetext heisst dies: Maximal sieben Zeilen pro Absatz. Optimal sind drei bis vier Zeilen – und nicht kürzer. Denn eine oder zwei Zeilen sind eine Headline. Da der kürzeste Absatz zuerst gelesen wird, sollte dieser am Anfang stehen. Und der längste am Ende.

FAQ: Werbebriefe

Warum ist der aktive Verbalstil in Werbebriefen so wichtig?

Der aktive Verbalstil lädt den Kunden direkt zum Handeln ein. Verben wirken dynamischer als Hilfsverben, die den Fokus vom eigentlichen Tätigkeitswort wegnehmen und die Aussage abschwächen.

Wie lange sollten Absätze in einem Direktmailing idealerweise sein?

Optimal sind drei bis vier Zeilen pro Absatz. Absätze sollten maximal sieben Zeilen umfassen, da lange Textblöcke den Leser abschrecken und die Bereitschaft zum Lesen mindern.

Was bedeutet «konkret sein» im Kontext von Werbetexten?

Konkretität bedeutet, das Angebot präzise zu beschreiben und Vorteile durch Zahlen, Daten, Fakten und Testimonials zu untermauern, statt abstrakte Versprechungen zu machen.

Wie beeinflusst die bildhafte Sprache die Wirkung eines Werbebriefs?

Bildhafte Sprache löst Assoziationen aus, die der Kunde mit angenehmen Erlebnissen verknüpft. Dies schafft eine emotionale Verbindung zum Produkt, sollte jedoch sparsam eingesetzt werden, um keine Überreizung zu verursachen.

Warum muss der Text zum Absender passen?

Ein Text, der nicht zum Image oder CI des Unternehmens passt, untergräbt die Glaubwürdigkeit. Der Kunde erwartet eine konsistente Markenbotschaft, die Vertrauen schafft.

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