09.08.2017

Vermögensverwaltungskosten: Welche sind steuerlich abziehbar?

Wann können natürliche Personen Vermögensverwaltungskosten steuerlich abziehen? Wir zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten Sie haben und auf welche Punkte Sie achten müssen.

Von: Hanspeter Baumann, Markus Häller   Drucken Teilen   Kommentieren  

Hanspeter Baumann, Betriebsökonom HWV, dipl. Treuhandexperte

Hanspeter Baumann, Betriebsökonom HWV und dipl. Treuhandexperte, ist Partner der BDO AG. Hanspeter Baumann ist der Stellvertreter des Produktbereichsleiters Treuhand. In dieser Funktion erarbeitet er Fachthemen und erstellt Publikationen und Ausbildungsunterlagen. Eine der Spezialaufgaben ist die Aufbereitung des neuen Rechnungslegungsrechts und die Entwicklung von internen und externen Arbeitshilfsmitteln. Daneben ist Hanspeter Baumann für den BDO Newsletter verantwortlich.

Markus Häller

Dipl. Steuerexperte, Rechtsanwalt und Partner bei der BDO AG in Aarau.

 

 

 

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben. Wir freuen uns, wenn Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel verfassen.
 
Kommentar schreiben

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben! Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte alle fett beschrifteten Pflichtfelder ausfüllen.
Zurücksetzen
 
Vermögensverwaltungskosten

Spezielle Bestimmungen zu den Vermögensverwaltungskosten

Die 27 Steuergesetze der Schweiz (Kantone und Bund) sind materiell nicht harmonisiert. Aus diesem Grunde müssen Sie für Ihre Steuererklärung die speziellen Bestimmungen Ihres Kantons berücksichtigen. Dennoch sind die kantonalen Unterschiede vergleichsweise gering.

Bei den Steuern gilt die Grundregel, wonach die Beweislast für steuerbegründende Tatsachen bei den Steuerbehörden liegt und für steuermindernde Tatsachen den Steuerpflichtigen auferlegt ist. Stellen Sie deshalb die erforderlichen Belege sorgfältig zusammen und reichen Sie sie mit der Steuererklärung ein.

Grundregel

Abzugsfähig sind nur die Vermögensverwaltungskosten, welche durch Dritte in Rechnung gestellt werden. Für die eigenen Bemühungen ist kein Abzug möglich.

Steuerlich berücksichtigt werden die Kosten, welche mit der Werterhaltung des Vermögens entstehen und deshalb Gewinnungskostencharakter haben. Dienen die Kosten der Vermögensvermehrung, Anlageberatung oder der aktiven Bewirtschaftung, so werden sie nicht zum Abzug zugelassen.

In gewissen Kantonen ist es möglich, Pauschalen geltend zu machen. Diese Praxis soll vor allem der Beweiserleichterung dienen.

Abzugsfähige Kosten

  • Aufbewahrungskosten (Depot-, Schrankfach-, Safe-Gebühren).
  • Kontoführungsspesen und Kommissionen auf Bank- und Postkonti (nicht in allen Kantonen so geregelt).
  • Kosten der Couponeinlösung bei Fremdwährung.
  • Bankspesen für die Erstellung des Depotverzeichnisses oder eines speziellen Verzeichnisses zu Steuerzwecken. Es gibt allerdings auch Kantone, welche diese Kosten nicht zum Abzug zulassen.
  • Bankspesen im Zusammenhang mit der Einforderung von ausländischen Quellensteuern.
  • Kosten der Auslieferung von Wertschriften (sog. Transferspesen).
  • Nicht rückforderbare und nicht anrechenbare Quellensteuern (Nettoertrag, nicht in allen Kantonen abzugsfähig).
  • Negativzinsen sind ein neues Phänomen. Die steuerliche Behandlung ist nicht restlos geklärt, da sich erst einige Kantone dazu geäussert haben. Sie gelten i.d.R. nicht als Schuldzinsen, sondern als Vermögensverwaltungskosten. Wenn Sie Negativzinsen bezahlen müssen, machen Sie diese geltend und prüfen Sie bei der Veranlagung, ob der Abzug gewährt wurde.

Nicht abzugsfähige Kosten

  • Finanz-, Anlage-, Steuerberatung.
  • Kosten der Erstellung der Steuererklärung.
  • Kosten des Kaufs und Verkaufs von Wertschriften (Kommissionen, Courtagen, Gebühren, Umsatzabgaben).
  • Emissionsabgabe.
  • Kosten der Errichtung oder Erhöhung von Schuldbriefen und Hypotheken.
  • Kosten für Kreditkarten, Debitkarten wie Maestro und Checks.
  • Kosten für Fachliteratur, Börsenbriefe, Seminare, erfolgsorientierte Honorare, Kosten für Onlinedienste, Telefon, Porti usw.

Pauschalen

Nur wenige Kantone sehen zur Vereinfachung einen Pauschalabzug von i.d.R. 0,5 bis 3 Promille vor. Im Kanton Zürich bspw. sind 3 Promille des Wertschriftenvermögens abzugsfähig, wobei der Pauschalabzug auf maximal 6’000 Franken begrenzt ist. Anstelle des Pauschalabzugs ist es möglich, höhere effektive Kosten nachzuweisen. Eine Kumulation zwischen effektiven Kosten und dem Pauschalabzug ist nicht möglich.

Empfehlungen

  • Stellen Sie die Belege vor Erstellung der Steuererklärung sorgfältig zusammen, da der Nachweis der effektiven Kosten Ihnen obliegt. Vielleicht ist es einfacher, die für die Steuererklärung benötigten Belege laufend zu sammeln und separat abzulegen, damit Sie diese Ende Jahr nicht mühsam zusammensuchen müssen.
  • Prüfen Sie, ob eine Pauschale in Ihrem Kanton möglich ist und ob Sie mit der Pauschale oder der Deklaration der effektiven Kosten besser fahren.
  • Gewisse Banken bieten bei einem Vermögensverwaltungsmandat eine sog. «All-in-Fee» an. Verlangen Sie von Ihrer Bank, diese Gebühren nach steuerlichen Kriterien aufzuschlüsseln, sodass die steuerlich abzugsfähigen Komponenten für die Steuerverwaltung ersichtlich sind und nachgewiesen werden können.

Dieser Beitrag stammt aus dem BDO-Newsletter, mit freundlicher Genehmigung der BDO AG.

Produkt-Empfehlungen

  • Steuer- und Finanzratgeber für Unternehmen

    Steuer- und Finanzratgeber für Unternehmen

    Steuertipps. Vorsorge- und Finanzplanung. Kostenoptimierungen.

    CHF 78.00

  • SteuerPraxis

    SteuerPraxis

    Der Schweizer Steuerkommentar für rechtssichere Massnahmen und laufende Steueroptimierungen.

    Mehr Infos

  • Jahrbuch Finanz- und Rechnungswesen 2017

    Jahrbuch Finanz- und Rechnungswesen 2017

    Hochkarätige Autoren informieren Sie über die aktuellen Trends im Finanz- und Rechnungswesen.

    Mehr Infos

Seminar-Empfehlungen

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Steuerplanung für Unternehmen und Unternehmer I

    Unternehmenssteuerrisiken erkennen, eliminieren und Potenziale nutzen

    Nächster Termin: 21. November 2017

    mehr Infos

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Steuer-Update für das Finanz- und Rechnungswesen

    Neuerungen im Schweizer Steuerrecht mit Folgen für Unternehmen

    Nächster Termin: 15. November 2017

    mehr Infos

  • Fachkongress, 1 Tag, Novotel, Zürich

    Rechnungswesen und Steuern 2017

    Aktuelles und Neuerungen aus dem Finanz- und Steuerbereich

    Nächster Termin: 28. November 2017

    mehr Infos