Target Costing: Erfolgreiches Kostenmanagement
KURZ ZUSAMMENGEFASST
Target Costing ist ein marktorientierter Ansatz, bei dem die Kosten nicht durch interne Kalkulation, sondern durch die Zahlungsbereitschaft des Kunden bestimmt werden. Aus dem vom Markt akzeptierten Preis wird eine Zielrendite abgeleitet, und der verbleibende Betrag definiert die verbindliche Kostenvorgabe für Entwicklung und Produktion. Dieser Prozess erfordert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine frühe Integration der Kostenplanung in die Produktgestaltung.
Die wichtigsten Punkte:
- Der Ausgangspunkt ist der vom Markt akzeptierte Preis, nicht die eigene Kostenstruktur.
- Zielkosten werden durch Abzug der angestrebten Gewinnspanne vom Zielpreis ermittelt.
- Die Zielkosten werden auf einzelne Produktkomponenten heruntergebrochen (Zielkostenspaltung).
- Der Ansatz verbindet Marktforschung, Vertrieb und technische Entwicklung eng miteinander.
- Qualität und Kundennutzen müssen bei der Kostenreduktion stets gewahrt bleiben.

Passende Arbeitshilfen
Wie funktioniert Target Costing und welche Schritte sind für die Umsetzung notwendig?
Einleitung zum Thema
Zielpreiskalkulation ist ein zu Beginn der 70er Jahre in Japan entwickeltes Konzept, das sich in den 90er Jahren in Europa verstärkt durchgesetzt hat. Mit dem Wandel vom Verkäufer- zum Einkäufermarkt wird die Kalkulation oft nicht mehr durch das Unternehmen bestimmt. Der Käufer gibt den Preis vor, den er bereit ist, für die Ware oder Dienstleistung zu zahlen. Es erlangt als Kostenplanungs- und Kostensteuerungsinstrument einen immer höheren Stellenwert in industriellen Unternehmen.
Target Costing ist ein interdisziplinärer, markt- und gleichzeitig teamorientierter Ansatz der Kostenplanung und -steuerung, der schon in frühen Phasen der Produktentwicklung und Prozessgestaltung zum Einsatz kommt. Der Ansatz zielt speziell darauf ab, die Kostenstrukturen eines neu zu entwickelnden Produkts an die Anforderungen des Marktes und damit der Kunden anzupassen.
Wichtige Ausgangsgrössen sind
- der erzielbare Preis und
- das Anforderungsprofil der Kunden an das Produkt.
Reduziert man diesen erzielbaren Preis um die angestrebte Gewinnspanne, ergeben sich die maximal erlaubten Gesamtkosten für das Produkt. Auf deren Basis wird eine kunden- und kostenorientierte Konzeption des Produkts durchgeführt.
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