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Three Lines of Defense: Handlungsrahmen für die Risikobeurteilung

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Das Three Lines Model strukturiert Governance und Risikomanagement in drei klar abgegrenzte Ebenen: operative Verantwortung, fachliche Unterstützung und unabhängige Überprüfung. Diese Aufteilung verhindert Lücken und Überschneidungen im Internen Kontrollsystem. Für Schweizer KMU ist dieses Modell essenziell, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen und Risiken effizient zu steuern.

Die wichtigsten Punkte:

  • Die erste Linie umfasst das operative Management und die tägliche Risikoabwicklung.
  • Die zweite Linie stellt Fachwissen, Richtlinien und laufende Überwachung bereit.
  • Die dritte Linie besteht aus interner Revision, externer Prüfung und Aufsichtsbehörden.
  • Klare Schnittstellen und Kommunikation zwischen den Linien sind für die Wirksamkeit entscheidend.
  • Auch KMU profitieren vom Modell, insbesondere in regulierten Branchen.
05.10.2026 Von: Prof. Dr. Thomas Rautenstrauch
Three Lines of Defense

Wie funktioniert das Three Lines of Defense Modell als Rahmen für Governance und Risikomanagement?

Sowohl für die Gestaltung eines effektiven und effizienten Internen Kontrollsystems (IKS) als auch des Risikomanagements ist eine möglichst vollständige und auf die Schlüsselrisiken fokussierte Risikobeurteilung unverzichtbar. Dabei muss die Risikobeurteilung ebenso wie das IKS und das Risikomanagement selbst der Grösse, der Komplexität und dem Risikoprofil der betreffenden Organisation angepasst sein. Im vorliegenden Beitrag wird das Three Lines Model, ursprünglich als «Three Lines of Defense» bezeichnet, als Rahmenkonzept für Governance, Risikomanagement und die praktische Umsetzung eines Internen Kontrollsystems betrachtet.

Das Modell «Three Lines of Defense»

Das Three Lines Model beschreibt unterschiedliche Rollen und Verantwortlichkeiten innerhalb der Governance und des Risikomanagements einer Organisation. Dabei werden drei Linien unterschieden, denen unterschiedliche Aufgaben und Funktionen zugeordnet werden können.

1st Line of Defense

Dieser wird der operative Bereich zugeordnet, der dem Risiko am nächsten ist bzw. wo das Risiko auch unmittelbar eintreten kann. Die folgenden Aktivitäten können in dieser ersten Verteidigungslinie beobachtet werden:

  • Betreiben von funktionierenden internen Kontrollen
  • Durchführen von Risiken- und Kontrollaktivitäten
  • Einführen von Weisungen und Abläufen
  • Festlegung und Einführung von überwachenden Kontrollen durch Vorgesetzte

2nd Line of Defense

Die zweite Linie umfasst insbesondere Funktionen innerhalb der Organisation, die spezielles Fachwissen, Unterstützung, Überwachung und Challenge in risikobezogenen Fragen bereitstellen. Dazu zählen:

  • Ausarbeiten von Weisungen und Richtlinien sowie Definition von Rollen, Verantwortlichkeiten und Zielsetzungen
  • Zurverfügungstellung von Risikomanagement-Rahmenkonzepten
  • Identifikation von neuen und zukünftigen Handlungsfeldern
  • Überwachung und bei Bedarf Anpassung des Risiko-Appetits der Organisation
  • Unterstützung des Managements in der Festlegung von Prozessen und Kontrollen, um Risiken und Aktivitäten zu managen

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