Compliance-Management: Das gilt es aus CFO-Sicht zu beachten
Inhalt
- Welche Aufgaben und Gestaltungsfelder hat das Compliance-Management aus Sicht des CFO?
- Verhältnis von CFO und Compliance-Management
- Gestaltungsfelder für das Compliance-Management aus der CFO-Sicht
- Unternehmenskultur und Ziele
- Risiken
- Kommunikation
- Überwachung und Verbesserung
- FAQ: Compliance-Management
KURZ ZUSAMMENGEFASST
Der CFO spielt eine zentrale Rolle im Compliance-Management, da er für finanzrelevante Prozesse und das interne Kontrollsystem verantwortlich ist. Durch seine Position kann er Regelkonformität sicherstellen und Risiken proaktiv managen. Dies umfasst sowohl die operative Umsetzung als auch die strategische Ausrichtung an den Unternehmenszielen.
Die wichtigsten Punkte:
- Der CFO ist operativ mitverantwortlich für die Umsetzung von Compliance-Massnahmen, während die Oberverantwortung beim Verwaltungsrat liegt.
- Die Integration von Compliance in das interne Kontrollsystem (IKS) erfolgt am effizientesten über die finanzrelevanten Geschäftsprozesse.
- Der «Tone-at-the-top» des CFO prägt massgeblich die Compliance-Kultur und das Verhalten der Mitarbeitenden.
- Compliance-Risiken müssen systematisch identifiziert, bewertet und durch präventive Massnahmen gesteuert werden.
- Eine wirksame Kommunikation nach innen und aussen ist entscheidend, um Haftungsrisiken und Reputationsschäden zu vermeiden.

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Welche Aufgaben und Gestaltungsfelder hat das Compliance-Management aus Sicht des CFO?
Verhältnis von CFO und Compliance-Management
Der CFO von heute ist weit mehr gefordert als in der Vergangenheit: Compliance, regulatorisches Reporting und Risikomanagement stehen nach wie vor im Vordergrund. Dabei beschreibt Compliance die Einhaltung relevanter Normen in Unternehmen, wofür zahlreiche Unternehmen und Organisationen in der Schweiz in den letzten Jahren ein Compliance-Management entwickelt haben. Eine Empfehlung für entsprechende Compliance-Standards findet sich beispielsweise in den von der economiesuisse formulierten Schweizer Corporate-Governance-Empfehlungen. Diese sehen den Verwaltungsrat in der Verantwortung, die Funktion der Compliance nach den Besonderheiten des Unternehmens auszurichten und zugleich geeignete Verhaltensrichtlinien zu erlassen. Doch ist es der CFO als Teil der Geschäftsleitung, welcher regelmässig die operative Umsetzung der Compliance mitverantwortet. Der vorliegende Beitrag zeigt die wesentlichen Aufgaben- und Gestaltungsfelder des Compliance-Managements aus Sicht eines CFO.
In allen Unternehmen und Organisationen ist es regelmässig der CFO, welcher auch für die Verwaltung der Ein- und Auszahlungen im Unternehmen zuständig ist und somit auch für Zahlungen Verantwortung übernimmt, die z.B. im Zusammenhang mit deliktischen bzw. dolosen Handlungen wie Fraud stehen. Die Funktion des CFO erfordert daher besonders hohe Anforderungen an die Integrität und Regelkonformität. Letztere kann beispielsweise im Zusammenhang mit den für die Rechnungslegung relevanten Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften stehen. Nicht nur deshalb hat der CFO eine besondere Nähe zur Compliance und dem Compliance-Management.
Da der CFO regelmässig auch für die Umsetzung vom internen Kontrollsystem (IKS) auf Ebene wesentlicher, finanzrelevanter Geschäftsprozesse im Unternehmen verantwortlich ist, kann er besonders gut ein wirksames und effizientes Compliance-Management in diese Prozesse integrieren. Auch aus Sicht von Deloitte (2016) ist es eine der vier Hauptrollen eines modernen CFO, als ‹Steward› die kritischen Vermögenswerte der Organisation zu schützen und zu bewahren.
Vor allem in KMU, wo der CFO für einen grossen Teil der Administration (Finanzen, Personal) zuständig wird, kann es zudem sinnvoll sein, das Compliance-Management beim CFO einzuordnen, da dieser aufgrund seiner organisatorischen Stellung und Verantwortlichkeit auch für die Verletzung von Gesetzen und Normen im Unternehmen haftbar gemacht wird. Übernimmt ein CFO eine aktive Rolle im Zusammenhang mit dem Compliance-Management, so hat er die Chance, die zugehörigen Prozesse, Richtlinien und Weisungen zur Sicherstellung der Regelkonformität im Unternehmen mitzugestalten.
Hinweis: Die Oberverantwortung für Organisation und Überwachung der Compliance liegt bei einer Aktiengesellschaft beim Verwaltungsrat. Die operative Umsetzung kann im Rahmen der Geschäftsorganisation an die Geschäftsleitung und einzelne Funktionen delegiert werden. Je nach Unternehmensorganisation übernimmt dabei auch der CFO wesentliche Aufgaben, insbesondere bei finanzbezogenen Compliance-Risiken, dem IKS und der Finanzberichterstattung
Gestaltungsfelder für das Compliance-Management aus der CFO-Sicht
Aus wissenschaftlicher Sicht könnte man das Compliance-Management als die Zentralisierung der Regelüberwachung innerhalb der Organisation beschreiben. Dies steht nicht im Gegensatz zur dezentral verteilten Regelüberwachung, denn eigentlich sollten Gesetze und interne Regeln auf sämtlichen Ebenen bzw. in den Prozessen einer Unternehmung auch ohne ein effektives Compliance-Management eingehalten werden.
Compliance ist jedoch andererseits ein explizites Ziel interner Kontrolle und damit auch Bestandteil des international anerkannten COSO-Internal-Control-Rahmenwerks.
Der aktuelle Schweizer Prüfungsstandard PS-CH 980 von EXPERTsuisse enthält Grundsätze für die Prüfung von Compliance-Management-Systemen. Ein CMS ist dabei als Bestandteil der Corporate Governance zu verstehen, der auf die Einhaltung der für das Unternehmen relevanten Regeln und Grundsätze ausgerichtet ist. Einrichtung, Ausgestaltung und Überwachung liegen grundsätzlich im Verantwortungsbereich der zuständigen Leitungsorgane.
Hier finden Sie eine Abbildung der Gestaltungsfelder eines Compliance-Management-Systems (CMS).
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