Versicherungslösungen: Diese Versicherungen braucht ein Start-up

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Variierender Versicherungsbedarf von Start-ups
2025 wurden 55'654 Start-ups gegründet, das sind 5.1% mehr als 2024. Die Analysen zeigen ausserdem, dass seit 2015 einen Anstieg der Neugründungen gar um 34.7% gestiegen ist. Dies zeugt von einer deutlich stärken unternehmerischen Dynamik als noch vor zehn Jahren. Die Gründe dafür mögen unterschiedlich sein und können hier nicht abschliessend diskutiert werden. Sicher ist: Das Gründungsgeschehen folgt heute anderen Mustern als noch vor einer Dekade. Digitale Geschäftsmodelle senken die Eintrittshürden, Plattformökonomien öffnen Märkte über Nacht, und spezialisierte Dienstleister nehmen jungen Unternehmen administrative Last ab. Mit jeder Gründung entsteht jedoch nicht nur eine Idee, sondern auch ein Bündel an Risiken. Gerade in der Startphase steht der Aufbau des Geschäfts im Zentrum. Produkte müssen entwickelt, Kunden gewonnen und Prozesse aufgebaut werden. Versicherungsfragen werden dabei oft aufgeschoben oder nur am Rand behandelt. Das rächt sich, sobald der erste Schaden eintritt. Eine ungenügende Deckung kann die Liquidität gefährden oder im Extremfall das junge Unternehmen existenziell treffen.
Die Entwicklung von Start-ups ist je nach Branche, Erfahrungswerten der Gründer sowie Rahmenbedingungen sehr unterschiedlich. Charakteristischerweise werden verschiedene Phasen durchlaufen – von der Start-up-Gründung über die Seed-Phase, die Skalierungs- und Wachstumsphase bis hin zur Reifephase –, in denen Start-ups mit jeweils unterschiedlichen Herausforderungen konfrontiert sind und somit auch unterschiedliche Bedürfnisse haben, das gilt auch für den Versicherungsbereich. Mit einer zunehmenden Unternehmensgrösse, steigender Anzahl an Mitarbeitenden und mit möglicherweise internationalen Absatzmärkten sollten auch die Versicherungslösungen mitwachsen und der Versicherungsschutz sollte dementsprechend angepasst werden. Dabei ist in manchen Fällen von bereits abgeschlossenen Versicherungen eine unzureichende Versicherungsdeckung das Problem. Start-ups, die bereits erste Wachstumserfolge verzeichnen konnten, zahlen oftmals zu viel für Risikoleistungen und die Verwaltung, oder sie hinterfragen die Leistungen zu wenig, die tatsächlich gedeckt sind. Detaillierte Risikoanalysen, Vergleiche und Beratungen im Vorfeld sind daher empfehlenswert.
Praxistipp: Steuerliche Optimierungen, höhere Ansparmöglichkeiten oder sinnvolle Zusatzdeckungen, die in der Gründungsphase aufgrund der tieferen Kosten nicht umgesetzt werden, sollten im Fokus stehen, sobald die finanziellen Möglichkeiten hierfür gegeben sind. Wird zu spät reagiert, kann dies zu bedeutenden Nachteilen führen.
Die Komplexität von Versicherungslösungen
Welche Versicherungslösungen für Unternehmen sinnvoll sind, muss individuell angeschaut werden. Jedoch kann man Versicherungen in obligatorische und freiwillige Versicherungen unterteilen.
Obligatorische und freiwillige Versicherungen für Start-ups
Start-ups gehen bei der Umsetzung ihrer Geschäftsmodelle und Visionen meist grosse Risiken ein. Um existenzielle Risiken weitestgehend zu reduzieren, sind Versicherungslösungen elementar. In der Schweiz sind bestimmte Versicherungen zum Schutz der Unternehmerinnen und Unternehmer obligatorisch.
Die obligatorische berufliche Vorsorge ist von der Rechtsform der Start-ups abhängig. Bei den Rechtsformen GmbH und AG gelten für die Inhaber als Angestellte die BVG-Bestimmungen. Die Mitarbeitenden, die bereits in der ersten Säule versichert sind, müssen laut BVG-Obligatorium ab einem Jahreslohn von CHF 22 680.– (Eintrittsschwelle; Stand 2026) in der Pensionskasse (zweite Säule) für die Altersvorsorge sowie die Risiken des Todesfalls und der Invalidität versichert werden.
Zu Beginn empfehlen wir meist eine Basislösung, wobei ein Mehrjahresvertrag «leider» fast unumgänglich ist. Der Vorsorgeplan kann jedoch laufend angepasst werden. Die Auswahl an Pensionskassen ist vielfältig. Mögliche Anbieter: Profond, Nest, Asga, Vita, VZ, SwissLife, Axa etc.
Praxistipp: In der beruflichen Vorsorge ist es möglich, die Leistungen der Pensionskasse attraktiv zu gestalten und die spätere Altersrente sowie die Invaliditäts- und Todesfallleistungen zu erhöhen. Als Arbeitgeberin und Arbeitgeber können Sie sich dafür einsetzen, dass der Vorsorgeplan einen höheren versicherten Lohn beinhaltet, indem auf den überobligatorischen Teil ebenfalls Beiträge vom Lohn abgezogen werden. Dies kann beispielsweise bei der Rekrutierung von Fachkräften als Vorteil dienen.
Bei der Unfall- und Krankentaggeldversicherung ist die Rechtsform ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Bei Einzelfirmen sind lediglich AHV/ IV und EO obligatorisch. Wird keine zusätzliche freiwillige Pensionskasse organisiert, wird auch Einzelunternehmen empfohlen, eine Unfall- und Krankentaggeldversicherung abzuschliessen. Neben AHV/IV, EO und ALV ist gemäss UVG für die Rechtsformen AG und GmbH ebenso eine Unfallversicherung obligatorisch. Schliessen Gründer eine Unfallversicherung ab, kann diese durch eine UVG-Zusatzversicherung (nicht obligatorisch) ergänzt werden, um allfällige Lücken zu decken (z.B. Differenzen aufgrund von Leistungskürzungen, private Heilungskosten, Sicherung des Überschusslohns – der maximal versicherte Lohn der gesetzlichen UVG liegt bei CHF 148 200.–). Eine Krankentaggeldversicherung ist zwar nicht obligatorisch, kann aber über einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) vorausgesetzt werden. Dies ist aber in der Regel freiwillig. Die meisten Startups schliessen diese ab, um die Taggeldleistung bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit (üblicherweise 80% des AHV-pflichtigen Lohns während 720 bzw. 730 Tagen) zu decken.
Hinweis: Wir platzieren KTG, UVG und UVGZ (Personenversicherung) grundsätzlich bei dem günstigsten Anbieter, wobei sich die Vertragsbindung bei Neugründungen meist auf drei Jahre beläuft und nach Möglichkeit unbedingt ein jährliches Kündigungsrecht inkludiert werden sollte. Mit dem Unternehmenswachstum bei Start-ups steigen auch die Lohnsumme sowie die Prämie. Letztere hängt ebenfalls stark von der Betriebsart ab. Mögliche Anbieter: Axa, Helsana, Mobiliar, Vaudoise, Innova, Solida und viele mehr.
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