Kostenrechnung Beispiel: Welches System ist besser?
KURZ ZUSAMMENGEFASST
Die Wahl des richtigen Kostenrechnungssystems ist entscheidend für eine präzise finanzielle Steuerung. Während die Vollkostenrechnung alle Kosten auf Produkte umlegt und so die volle Kostentransparenz bietet, fokussiert sich die Teilkostenrechnung auf variable Kosten und Deckungsbeiträge, was eine direktere Einflussnahme auf die Produktsteuerung ermöglicht. In der Praxis haben sich Systeme wie die gestufte Deckungsbeitragsrechnung bewährt, die beide Ansätze kombiniert, um kurzfristige und langfristige Ziele zu unterstützen.
Die wichtigsten Punkte:
- Vollkostenrechnung verteilt alle Kosten (direkt und indirekt) auf Kostenträger.
- Teilkostenrechnung konzentriert sich auf variable Kosten und Deckungsbeiträge für bessere Steuerung.
- Ist-, Normal- und Plankostenrechnung unterscheiden sich durch den zeitlichen Bezug der Daten.
- Ein offener Aufbau ermöglicht die flexible Kombination verschiedener Systeme.
- Die Wahl hängt vom Informationsbedarf und den strategischen Zielen des Unternehmens ab.

Passende Arbeitshilfen
Welches Kostenrechnungssystem ist für mein Unternehmen am besten geeignet?
Für die Bestimmung des Kostenrechnungs-Systems kann nach zwei zentralen Kriterien unterschieden werden: Der Umfang der Zurechnung auf die Kostenträger (Vollkostenrechnung vs. Teilkostenrechnung), sowie dem zeitlichen Bezug der Kosten (Istkostenrechnung, Normalkostenrechnung, Plankostenrechnung)
Istkostenrechnung:
- Vollkostenrechnung mit reinen Istkosten: Klassische Istkostenrechnung
- Teilkostenrechnung mit reinen Istkosten: Einstufige und mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung
Normalkostenrechnung:
- Vollkostenrechnung mit Ist- und Normalkosten: Starre Normalkostenrechnung
- Teilkostenrechnung mit Ist- und Normalkosten: Flexible Normalkostenrechnung
Plankostenrechnung:
- Vollkostenrechnung mit Ist- und Plankosten: Starre Plankostenrechnung
- Teilkostenrechnung mit Ist- und Plankosten: Flexible Plankostenrechnung
Im Prinzip stehen den Unternehmen alle sechs möglichen Kostenrechnungs-Systeme offen. Als Erstes gilt es jedoch, den Grundsatzentscheid “Vollkostenrechnung oder Teilkostenrechnung” zu klären.
Bei einer Vollkostenrechnung werden sämtliche Kosten und Erlöse den Produkten belastet. Als Führungsgrösse wird für jedes Produkt ein Gewinn oder ein Verlust ausgewiesen. Die Einzelkosten (direkte Kosten) werden direkt auf die Produkte verteilt. Die Gemeinkosten (indirekte Kosten) werden mit Hilfe von Verteilschlüsseln (Umlageschlüssel) auf die Produkte verrechnet. Die gewählten Umlageschlüssel sollten eine kostenverursachungsgerechte Verteilung sicherstellen. Der Vorteil der Vollkostenrechnung besteht darin, dass man zwar die vollen Kosten der Produkte kennt, aber als Produktverantwortlicher einen kleinen oder keinen Einfluss auf die Höhe der durch Umlagen zugerechneten Gemeinkosten (Willkür, verzerrter Informationsgehalt) hat. Aus diesem Grund wird die Vollkostenrechnung vielfach als untaugliches System zur Gewinnung von aussagekräftigen Führungsinformationen abgelehnt.
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