04.05.2016

Personalkostenplanung: So berechnen Sie die Personalkosten

Die Personalkostenplanung ist für viele Unternehmen der wichtigste Teilplan innerhalb des Gesamtbudgets. Der Grund dafür ist vor allem in der hohen Bedeutung der Personalkosten für viele Branchen zu sehen, die häufig die vergleichsweise höchsten Kosten innerhalb der Gesamtkostenstruktur bilden. Um die Personalkostenplanung mit hinreichender Genauigkeit zu planen, ist neben der Zusammensetzung der Personalkosten auch das Kostenverhalten zu berücksichtigen.

Von: Prof. Dr. Thomas Rautenstrauch   Drucken Teilen   Kommentieren  

Prof. Dr. Thomas Rautenstrauch

Thomas Rautenstrauch ist Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Accounting und Controlling sowie Leiter des Center for Accounting & Controlling an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich. Weiterhin ist er als Gastprofessor für Management Accounting im Executive MBA des Institute for Management in Technology (iimt) an der Universität Fribourg tätig. Thomas Rautenstrauch ist Autor von mehreren Fachbüchern und zahlreichen Artikeln in Fachzeitschriften und in der Wirtschaftspresse.

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben. Wir freuen uns, wenn Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel verfassen.
 
Kommentar schreiben

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben! Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte alle fett beschrifteten Pflichtfelder ausfüllen.
Zurücksetzen
 
Personalkostenplanung

Aufgabe der Personalkostenplanung

Die Personalkostenplanung gilt zum einen als Aufgabe der Unternehmensplanung und zum anderen gehört sie zum Aufgabengebiet des Personalcontrollings, welches sich mit der Planung, Steuerung, Kontrolle und Informationsversorgung betreffend die Personalressourcen  des Unternehmens befasst. Personalkosten bilden im Grunde alle diejenigen Kosten, die durch den Einsatz von Arbeitkräften im Unternehmen entstehen und beschränken sich nicht lediglich auf die Lohnkosten. Die für die Planung relevanten Personalkosten eines Unternehmens setzen sich aus direkten und indirekten Personalkosten zusammen:

Abbildung: Personalkosten

Die direkten Personalkosten stehen für die Personalkostenplanung im Vordergrund. Sie betreffen zum einen die Lohnkosten für die vom Unternehmen eingesetzten, verschiedenen Entlöhnungsformen, die wiederum die gezahlten Bruttolöhne einer Periode sowie allfällige Lohnnebenleistungen betreffen. Zu letzteren können neben Prämienlöhnen und Boni auch die Kompensation von Überzeit, Spesen sowie sogenannte Fringe Benefits gerechnet werden. Je nach gewünschter Detailtiefe der Personalkostenplanung kann hierfür entsprechend eine Differenzierung bzw. Einzelaufstellung sinnvoll sein. Ebenfalls unter den direkten Personalkosten sollten – soweit relevant – die Kosten für Temporärarbeitskräfte erfasst werden. Im Unterschied zu den Lohnkosten für eigenes Personal werden die Lohnkosten für Temporärarbeitskräfte allerdings durch den externen Personaldienstleister als Vertragspartner in Rechnung gestellt.

Ebenfalls zu den direkten Personalkosten gehören die Sozialkosten auf Löhne, welche abhängig von der Höhe der Prämiensätze sowie von der Höhe der Berechnungsgrundlagen sind und in Form der folgenden Arbeitgeberbeiträge relevant werden:

 

BeitragsartBerechnungsgrundlage
Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV/IV/EO) Bruttolohn
Kantonale Familienausgleichskasse (FAK) Bruttolohn
Verwaltungskosten (VK) Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge AHV/IV/EO
Arbeitslosenversicherung (ALV) Bruttolohn oder höchstens vom maximal versicherbaren Lohn
Pensionskasse (PK) bzw. Personalvorsorgeeinrichtung (PVE) Versicherter Lohn (=Bruttolohn abzüglich Korrdinationsabzug)
Unfallversicherung f. Berufsunfälle (UV/BU) wie bei ALV

Für die Personalkostenplanung ist es weiterhin wichtig, neben der Zusammensetzung der Personalkosten auch deren Einflussfaktoren zu erfassen, wobei zwischen unternehmensinternen und unternehmensexternen Einflussfaktoren unterschieden werden kann:

Unternehmensexterne Einflussfaktoren werden vom Umfeld des Unternehmens vorgegeben und beeinflusst. Dies beinhaltet zum einen arbeits- und sozialrechtliche Vorgaben wie z.B. Beitragssätze der Sozialversicherung oder auch Vorgaben durch Gesamtarbeitsverträge und Tarifvertragliche Bindungen.

Unternehmensinterne Einflüsse sind ganz oder teilweise durch Führungsentscheidungen steuerbar, die im Unternehmen selbst getroffen werden. Hierzu zählen beispielsweise  die Kosten für freiwillige betrieblichen Sozialleistungen (z. B. Fahrtkostenzuschüsse, Essenszuschüsse). Als weitere unternehmensinterne Einflussfaktoren sind der Krankenstand, oder die Fluktuation zu nennen, wobei Führungsentscheidungen hierauf allenfalls eine mittelbare Wirkung ausüben können. Unternehmensinterne Einflussfaktoren mit direktem Bezug zu Managemententscheiden betreffen dagegen die Anzahl der Mitarbeitenden (durch Personalabbau oder -aufbau) oder die Zusammensetzung der Belegschaft (Altersstruktur, Qualifikationsstruktur, u.a.).

Für die Personalkostenplanung folgt daraus, dass zumindest Annahmen zu treffen sind, ob und in welchem Ausmass sich die oben genannten externen und internen Einflussfaktoren auf die relevanten Personalkostenarten für den Planungszeitraum auswirken.  Insbesondere die monetär messbaren Einflussfaktoren, wie voraussichtliche Änderungen in der Tarifvergütung oder eine geplante Anpassung der aussertariflichen Vergütung, inklusive Gratifikationen, Prämien, Boni sowie Zuschlägen, sind bei der Personalkostenplanung unbedingt vorausschauend zu berücksichtigen.

Die Personalkostenplanung ist eng verknüpft mit der Personalbedarfsplanung sowie der Personaleinsatzplanung. Eine Abstimmung der planungsrelevanten Informationen entlang dieser Teilplanungen ist daher auch von grosser Bedeutung für die Aussagekraft und Datenqualität der Personalkostenplanung, welche eines der wichtigsten Elemente der Personalführung darstellt.

Produkt-Empfehlungen

  • Newsletter Finanz- und Rechnungswesen

    Newsletter Finanz- und Rechnungswesen

    Aktuelles Praxiswissen für Finanzverantwortliche

    CHF 98.00

  • ControllingPraxis

    ControllingPraxis

    Das Controlling-Cockpit für die erfolgreiche Planung und Steuerung.

    Mehr Infos

  • Treuhand-Paket

    Treuhand-Paket

    Die Branchen-Lösung für Schweizer Treuhänder - neu inkl. WEKA-Mustervertragssammlung

    Mehr Infos

Seminar-Empfehlungen

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Unternehmenssteuerung mit der Kosten- und Leistungsrechnung

    Mit richtigen Kosteninformationen zielgerichtet entscheiden

    Nächster Termin: 15. Mai 2018

    mehr Infos

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Aufbau eines Controlling-Systems

    Bauplan für ein individuelles Controlling-System

    Nächster Termin: 20. Juni 2018

    mehr Infos

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Management-Berichte mit Wirkung

    Texte, Diagramme und Tabellen professionell einsetzen

    Nächster Termin: 13. Juni 2018

    mehr Infos