Beschaffung: 25 Leitsätze zur Kostensenkung
KURZ ZUSAMMENGEFASST
In einem Umfeld globaler Marktschwankungen und komplexer Lieferketten ist die Beschaffung ein entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg. Statt willkürlicher Budgetkürzungen erfordert nachhaltiges Kostenmanagement einen systematischen Ansatz, der sowohl operative als auch strategische Massnahmen integriert. Die 25 Leitsätze bieten einen bewährten Rahmen, um Einsparpotenziale zu identifizieren, die Wertschöpfungskette zu optimieren und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Die wichtigsten Punkte:
- Die Beschaffung beeinflusst direkt Umsatzrendite und Kapitalumschlag.
- Unterscheidung zwischen kurzfristiger operativer und langfristiger strategischer Kostensenkung ist essenziell.
- Transparenz über Materialgruppen, Lieferanten und Prozesse bildet die Grundlage für gezielte Massnahmen.
- Total Cost of Ownership (TCO) und Life Cycle Costs müssen in der Bewertung berücksichtigt werden.
- Erfolg hängt von der konsequenten Umsetzung und einem kontinuierlichen Monitoring ab.

Passende Arbeitshilfen
Wie können Unternehmen die Beschaffung systematisch nutzen, um Kosten nachhaltig zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken?
Ziele der Beschaffung
Die Ziele der Beschaffung sind heute vielschichtig. Der Zielkatalog muss aufgrund der VUCA Situation immer wieder aktualisiert werden. Folgende Ziele werden unter anderem verfolgt:
- Wertbeitrag zum Unternehmensergebnis liefern und sichern
- Gestalten der Wertschöpfungskette
- Gestalten der Einflussfaktoren der Beschaffung für den Renditebeitrag
- Sichern der Versorgungssicherheit
- aktives zukunftsfokussiertes Lieferantenmanagement
- Suchen und Schaffen neuer Beschaffungsquellen
- Optimieren der Zusammenarbeit der Beschaffung nach innen und aussen
- Effizienz und Effektivität der Prozesse im Supply Chain Management
- Performance-Messung und Performance-Management in den operativen und strategischen Beschaffungsprozessen
- Aufbau neuer digitaler Kompetenzen in der Beschaffung und bei den Mitarbeitern
Die Ansätze für den Renditebeitrag der Beschaffung
Die Hebel der Beschaffung zur Steigerung der Unternehmensrendite sind sowohl strategischer als auch operativer Dimension. Alle Elemente des ROI-Schemas können durch die Beschaffung beeinflusst werden. Wichtig ist dabei, nicht nur Einzelaktionen anzustossen, sondern diese richtig und sinnvoll zu koordinieren. Die Abbildung 1 veranschaulicht den Einfluss der Beschaffung auf das Unternehmensergebnis.
Die Ansätze der Kostensenkung
Als Kostensenkung wird ein Managementprozess bezeichnet, bei dem die Kosten eines Unternehmens analysiert und gezielt beeinflusst werden. Dabei wird zwischen der strategischen Kostensenkung (mittel- bis langfristig) und der operativen Kostensenkung (kurzfristig) unterschieden.
Die operative Kostensenkung
Ist ein Kostensenkungsprojekt oder ein Kostensenkungsprogramm. Anlass für ein solches Kostensenkungsprojekt oder -programm ist oftmals eine Ertragskrise oder Liquiditätskrise des Unternehmens. Ziele sind hier oft, die Insolvenz des Unternehmens zu verhindern oder den Cashflow und das betriebliche Ergebnis zu verbessern, um zumindest einen minimalen Free Cashflow beziehungsweise einen minimalen Gewinn zu erwirtschaften, zum Beispiel auch zur Vorbereitung einer Finanzierung oder eines Unternehmensverkaufs.
Die strategische Kostensenkung
Ist ein kontinuierlicher Prozess. Sie basiert auf Lean-Management-Prinzipien beziehungsweise Kaizen und zielt auf die Vermeidung von Verschwendung. Nachhaltig, d.h. auf Dauer, kann man Kosten im Unternehmen mit dem Einsatz professioneller Ansätze senken. Dies gilt insbesondere dann, wenn nicht lediglich die Kosten gesenkt werden sollen, sondern wenn unter Beibehaltung der bisherigen Leistung und Qualität eine Kostensenkung erzielt werden soll. Anlass für die strategische Kostensenkung ist zum Beispiel der Erhalt oder die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Das Spannungsfeld zwischen Kosten und Versorgungssicherheit ist immer zu beachten. Bei Unternehmen, die einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) etabliert haben, stehen kontinuierliche Qualitätssteigerung und Kostensenkung im Vordergrund. Kostensenkung bedeutet dabei nicht lediglich die Kürzung vorhandener Budgets, sondern kann auch eine Investition beinhalten, durch die das Unternehmen Effizienzsteigerungen erzielt – zum Beispiel durch eine digitale Transformation.
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