Instant Payments: Das gilt es zu beachten
Inhalt
KURZ ZUSAMMENGEFASST
Instant Payments ermöglichen Überweisungen, die innerhalb von Sekunden auf dem Empfängerkonto gutgeschrieben werden. Das System ist 24 Stunden pro Tag, 7 Tage die Woche und 365 Tage im Jahr verfügbar, auch an Wochenenden und Feiertagen. In der Schweiz läuft dieses Verfahren über das Swiss Interbank Clearing (SIC) von SIX und deckt bereits über 95 Prozent des Kundenzahlungsverkehrs ab.
Die wichtigsten Punkte:
- Echtzeitgutschrift innerhalb von maximal zehn Sekunden
- Verfügbarkeit rund um die Uhr, inklusive Feiertage
- Technische Basis ist das SIC-System von SIX
- Unterscheidung zu TWINT: Sofortige Sichtbarkeit vs. echte Bankgutschrift
- Besonders relevant für B2B-Transaktionen und grenzüberschreitende Zahlungen

Passende Arbeitshilfen
Was sind Instant Payments in der Schweiz und welche Vorteile sowie Risiken bringen sie für Unternehmen mit sich?
Um was geht es?
Unsere Welt wird je länger, desto mehr «instant». Alles muss heute schnell und sofort und rund um die Uhr passieren, sei dies eine Reservationsbestätigung einer Hotelbuchung, die Lieferung von Artikeln aus dem Online-Shop oder die Bestellung von Flugtickets. Dass in der Schweiz ein Zahlungsauftrag im E-Banking während des Wochenendes nicht möglich ist, respektive erst am Montag ausgeführt wird, ist in unserem Verständnis nicht mehr nachzuvollziehen. Warum ist eine Zahlung an Bankwerktage gebunden, wo ich doch schon seit Jahren E-Mails in Sekundenschnelle rund um den Globus schicken kann?
Was ist ein Instant Payment?
Instant Payment bezeichnet eine Überweisung, die innert Sekunden auf dem Konto des Empfängers gutgeschrieben wird. Der entscheidende Punkt ist die Echtzeitgutschrift. Das Verfahren steht 24 Stunden pro Tag zur Verfügung, auch am Wochenende und an Feiertagen. Damit unterscheidet es sich klar von der klassischen Überweisung, die in Verarbeitungsfenstern läuft und an Bankwerktage gebunden bleibt.
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Der Zahler initiiert wie gewohnt eine Konto-zu-Konto-Transaktion. Der Unterschied liegt in der Infrastruktur dahinter: Prüfung, Weiterleitung, Clearing und Bestätigung erfolgen in einem durchgängigen Prozess, der auf sofortige Ausführung ausgelegt ist.Sobald die Zahlung ausgelöst und akzeptiert ist, ist sie für den Empfänger verfügbar.
Wichtig ist auch die Abgrenzung zur kartengestützten Zahlung: Bei Kartenzahlungen erhält der Händler rasch eine Autorisierung, die endgültige Abrechnung und die Wertstellung erfolgen jedoch häufig später. Instant Payment setzt direkt beim Konto an und zielt auf eine sofortige Gutschrift beim Empfänger. Genau deshalb wird es zunehmend als Basisinfrastruktur für neue Zahlungsprozesse verstanden.
Instant Payments in der Schweiz
In der Schweiz läuft Instant Payment über das Swiss Interbank Clearing (SIC), das SIX im Auftrag der Schweizerischen Nationalbank betreibt. Der Marktstart erfolgte im August 2024. Seither können über 100 Institute, die zusammen über 95 Prozent des Schweizer Kundenzahlungsverkehrs abdecken, Instant Payments empfangen und verarbeiten.
Instant Payments werden 24/7/365 abgewickelt, die Gutschrift erfolgt in Sekunden. Technisch verarbeitet SIC die Transaktion sehr schnell. Damit Instant Payment entlang der ganzen Kette funktioniert, brauchte es Anpassungen bei Betrieb, Organisation und Schnittstellen.
Grössere Banken mussten ab August 2024 empfangsfähig sein. Die übrigen Institute folgen bis Ende 2026. Die Infrastruktur steht zunehmend flächendeckend zur Verfügung. Ob Instant Payment im Alltag zur Norm wird, hängt danach stark von Preisgestaltung, Einbettung in E Banking und konkreten Use Cases ab.
Abgrenzung zu TWINT
SIX weist zudem auf einen verbreiteten Denkfehler hin: Bei TWINT wirkt die Zahlung zwar sofort, die Echtzeitgutschrift bei der Bank des Empfängers ist jedoch nicht in jedem Fall technisch identisch mit einer Instant Payment Überweisung. Die Bank kann dabei faktisch vorleisten und den Betrag bereits anzeigen.
Für den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr ist eine mögliche Verbindung zwischen dem Schweizer Instant Payment Service im SIC und dem Eurosystemdienst TIPS strategisch relevant. SNB und EZB haben dazu am 29. September 2025 eine Abklärungsphase gestartet, die 2026 weiterläuft.
Checkliste
- Prüfen Sie, ob Ihre Bank bereits an das SIC-System für Instant Payments angebunden ist.
- Analysieren Sie Ihre aktuellen Zahlungsprozesse im B2B-Bereich auf Eignung für Echtzeitüberweisungen.
- Überprüfen Sie Ihre Buchhaltungssoftware auf Kompatibilität mit automatisierten, sofortigen Wertstellungen.
- Evaluieren Sie die potenziellen Einsparungen bei Transaktionsgebühren im Vergleich zu Kartenzahlungen.
- Stellen Sie sicher, dass Ihre E-Banking-Oberfläche für Mitarbeiter und Kunden Instant Payments unterstützt.
- Schulung des Personals bezüglich der Unterschiede zu klassischen Überweisungen und TWINT.
- Bewerten Sie die Risiken von Fraud-Attacken und passen Sie Ihre Sicherheitsmassnahmen an.
- Klären Sie mit Ihren Lieferanten, ob diese Instant Payments bereits empfangen können.
- Planen Sie die Integration in Ihre Cashflow-Management-Systeme für sofortige Liquiditätserkennung.
- Informieren Sie sich über die geplante Verbindung zum Eurosystemdienst TIPS für internationale Zahlungen.
Fazit zu Instant Payments
Instant Payments sind in der Schweiz seit 2024 verfügbar. Privatkunden sind bereits heute mit der Kartenakzeptanz und der Lösung von TWINT gut versorgt. Seitens der Händler im stationären wie auch im Online-Handel bestehen Hoffnungen auf tiefere Transaktionsgebühren. Es ist gut möglich, dass es eine Verschiebung von Transaktionen weg von den Karten hin zu IP-Zahlungen geben wird. Im B2B-Geschäft ergeben sich interessante Anwendungsfälle, da bei IP der überwiesene Betrag sofort gutschrieben ist und auch nicht zurückgefordert werden kann.
Was noch zu erwähnen wäre, ist das höhere Risiko für Fraud-Attacken auf dieses Verfahren. Dies betrifft natürlich die Banken, welche ihre Lösungen für Fraud-Prävention ausbauen müssen, als auch die Kunden der Banken. Mit Instant Payments ist es möglich, innerhalb von Minuten Geldtransfers von einem gehackten Konto über zig Banken zu transferieren, was eine Verfolgung des Geldes extrem erschwert. Eine gute Gelegenheit also, das eigene Sicherheitsdispositiv zu überprüfen.
FAQ: Instant Payments
Wie unterscheidet sich Instant Payment von einer klassischen Überweisung?
Während klassische Überweisungen an Bankwerktage gebunden sind und in Verarbeitungsfenstern laufen, wird ein Instant Payment innerhalb von Sekunden auf dem Empfängerkonto gutgeschrieben. Dieses Verfahren steht 24/7/365 zur Verfügung.
Ist Instant Payment dasselbe wie TWINT?
Nein. Zwar wirkt TWINT-Zahlungen oft sofort, doch ist die technische Echtzeitgutschrift bei der Bank des Empfängers nicht in jedem Fall identisch mit einer Instant Payment-Überweisung. TWINT kann vorleisten, während Instant Payment direkt über das Bankkonto abgewickelt wird.
Welche Risiken bestehen bei Instant Payments?
Das Hauptrisiko liegt in der Geschwindigkeit: Bei gehackten Konten können innerhalb von Minuten Geldtransfers über viele Banken hinweg durchgeführt werden, was eine Rückverfolgung extrem erschwert. Banken und Kunden müssen ihre Sicherheitsdispositiven entsprechend anpassen.
Werden Instant Payments in der Schweiz flächendeckend angeboten?
Der Marktstart erfolgte im August 2024. Über 100 Institute, die zusammen über 95 Prozent des Kundenzahlungsverkehrs abdecken, können bereits empfangen und verarbeiten. Die übrigen Institute folgen bis Ende 2026.
Sind Instant Payments für grenzüberschreitende Zahlungen nutzbar?
Zukünftig ja. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die EZB haben eine Abklärungsphase gestartet, um eine Verbindung zwischen dem Schweizer SIC-System und dem Eurosystemdienst TIPS herzustellen. Dies soll 2026 weitergeführt werden.