Rating: Eine Kennzahlenbasierte Frühaufklärung
KURZ ZUSAMMENGEFASST
Das Rating nutzt statistische Funktionen auf Basis von Bilanzkennzahlen, um die wirtschaftliche Stabilität eines Unternehmens zu bewerten. Ein positiver Wert signalisiert eine gute Entwicklung, während Verschlechterungen als Warnsignale für künftige Risiken dienen. Da exakte Algorithmen von Banken oft geheim gehalten werden, können KMU auf veröffentlichte Funktionen zurückgreifen, um selbstständig ein Pre-Rating durchzuführen und Trends frühzeitig zu identifizieren.
Die wichtigsten Punkte:
- Das Rating basiert auf spezifischen Bilanzkennzahlen wie Eigenkapitalquote und EBITD.
- Ein positiver Gesamtwert über 0,3114 deutet auf eine gute Entwicklung im nächsten Jahr hin.
- Es dient als Frühwarnsignal, ersetzt aber keine tiefgehende Ursachenanalyse.
- Veröffentlichte Ratingfunktionen ermöglichen KMU ein selbstständiges Pre-Rating.
- Die Kombination mit hierarchischen Kennzahlensystemen liefert Erklärungen für Potenzialveränderungen.

Passende Arbeitshilfen
Wie können Schweizer KMU mit bilanzbasierten Kennzahlen frühzeitig Risiken erkennen und ihre Unternehmensentwicklung steuern?
Einleitung zum Thema Rating
Im Mittelpunkt des Unternehmensrating stehen verschiedene Bilanz-Kennzahlen, die unter statistischen Gesichtspunkten hinsichtlich ihrer Trennfähigkeit und Prognosefähigkeit zusammengeführt werden. Die Veränderungen im Rating zeigen Verbesserungen oder Verschlechterungen der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens an. Deshalb stellt das Rating ein «starkes» Frühaufklärungssignal dar. Das Problem in der Praxis besteht darin, dass Ratingagenturen oder auch Banken ihre Kennzahlenfunktionen als Betriebsgeheimnis hüten. Ersatzweise kann deshalb im Rahmen der «Kennzahlenbasierten Frühaufklärung» nur auf veröffentlichte «Ratingfunktionen» zurückgegriffen werden.
Die von uns gewählte Ratingfunktion besteht aus Kennzahlen, die von Moody's Risk Management Services für die Kreditrisikoermittlung deutscher Unternehmen verwendet werden
K1 = Liabilities Structure
= (Verbindlichkeiten aus Lieferungen u. Leistungen + Akzepte + Bankverbindlichkeiten) / (Fremdkapital – erhaltene Anzahlungen)
K2 = Net Indebtedness
= (Kurzfristiges Fremdkapital – Liquide Mittel) / Gesamtkapital
K3 = Equity Ratio
= (Eigenkapital – Immaterielles Vermögen) / (Gesamtkapital – Immaterielles Vermögen – Liquide Mittel – Grundstücke u. Gebäude)
K4 = EBITD
= (Jahresüberschuss + Zinsaufwand + Steuern + planmässige Abschreibungen) / Gesamtkapital
K5 = Profit On Sales
= Ordentliches Betriebsergebnis / Umsatz
K6 = Debt Coverage
= Ertragswirtschaftlicher Cashflow / (Fremdkapital – erhaltene Anzahlungen)
K7 = Trade Creditors
= 360 × (Akzepte + Verbindlichkeiten aus Lieferungen u. Leistungen) / Umsatz
K8 = Personnel Expenses On Sales
= Personalaufwand / Umsatz
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