03.10.2016

Resilienzbildung: Resilienz ist trainierbar

Studien belegen, dass die Prozesse der Resilienzbildung bei Arbeitenden und Teams aktiviert und gefördert werden können. Nach Beck und Lengnick-Hall ist die individuelle Resilienz der Arbeitenden eine Grundvoraussetzung für die Resilienz einer Organisation oder eines Unternehmens.

Von: Sonja Kupferschmid Boxler   Drucken Teilen   Kommentieren  

Sonja Kupferschmid Boxler

Sonja Kupferschmid Boxler verfügt als Arbeits- und Organisationspsychologin und Klinische Psychologin über wissenschaftlich fundiertes Know-how im Bereich der Psychologie. In ihrer Tätigkeit als Leiterin Produkte/Entwicklung beim Coachingzentrum Olten setzt sie sich mit dem Themenschwerpunkt der Resilienz auseinander. Ihr Praxisbezug gründet ausserdem in ihrer täglichen Arbeit als Coach und Psychotherapeutin.

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Resilienzbildung

Philipsen und Ziemer (2013) sehen in der Förderung der Resilienzbildung nicht nur einen Kostenvorteil (durch Verringerung krankheitsbezogener Absenzen), sondern auch eine zentrale Ressource für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit auf dem Wirtschaftsmarkt. Durch das Training von Resilienz kann ein sich positiv aufschaukelnder Prozess in Gang gebracht werden. Eine theoretische Erklärung für die Entwicklung von Resilienz liefert die Broaden-and-build-Theorie.

Resilienzbildung

Die Theorie hat, wie ihr Name bereits vermuten lässt, zwei Komponenten, nämlich «broaden» und «build». Diese beiden Aspekte können folgendermassen beschrieben werden:

«Broaden»­-Komponente (engl.: to broaden = erweitern): Ausgehend davon, dass Emotionen aufgrund der Einschätzung von Situationen in der Umwelt entstehen, kann gemäss Fredrickson (2004) ein positives Gefühl wiederum unmittelbar kognitive Ressourcen freisetzen. Wenn jemand positive Gefühle, bspw. Liebe, Freude, Dankbarkeit und Stolz, empfindet, vergrössert sich das Aufmerksamkeitsfeld. Auf der Basis dieser Erweiterung können vielseitigere Lösungsversuche unternommen werden.  

«Build»-­Komponente (engl.: to build = aufbauen): Durch die oben erwähnten vielseitigeren Lösungsversuche werden diverse Ressourcen trainiert (z. B. soziale, physische, kognitive, emotionale und motivationale), die wiederum langfristig genutzt werden können. Diese Ressourcen können wiederum dazu beitragen, dass vermehrt positive Gefühle empfunden werden. So dreht sich die positive Spirale weiter. Aus dem Zusammenwirken dieser beiden Komponenten entsteht also ein sich aufschaukelnder Prozess zwischen einer Erweiterung der Aufmerksamkeit, einem als positiv erlebten Gefühl und dem Training von Ressourcen. Auf der Basis der Broaden-and-build-Theorie konnte in diversen empirischen Studien belegt werden, dass Personen durch diesen Ressourcenbildungsprozess resilienter werden und Herausforderungen besser bewältigen können.

Merke: Forscher sind sich einig, dass Resilienz kein angeborenens Persönlichkeitsmerkmal ist, sondern durch die Interaktion mit Menschen und der Umwelt erworben wird. Diese Fähigkeit ist bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt und somit kann Resilienzbildung auch im Erwachsenenalter erfolgen (Liossis, Shochet, Millear, & Biggs, 2009; Sander, 2012; Werner, 1997).

Neuronale Plastizität

Die Grundlage für lebenslange Entwicklung und Ressourcenbildungsprozesse ist unser Gehirn. Das Gehirn des Menschen ist ein beeindruckendes Organ. Es verfügt über ungefähr 100 Milliarden Nervenzellen, wobei jede Nervenzelle zirka 10 000 Verbindungen zu anderen Neuronen aufweist. Ein Netzwerk, das für unser Handeln, Fühlen und Denken verantwortlich ist und sich ständig infolge unserer Erfahrungen verändert. Die durch Erfahrungen ausgelösten Veränderungen des Gehirns werden als neuronale Plastizität bezeichnet.  

Wenn man über die Neuroplastizität reflektiert, dann fragt man sich zwangsläufig: Sind nun die Erfahrungen oder die Gene wichtiger für die Entwicklung unseres Gehirns und unseres Verhaltens? Sind es also die Herausforderungen, welche uns stark machen, oder sind wir bereits stark und bewältigen deshalb diverse Herausforderungen?  

Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der (Neuro-)Psychologie. Heute ist bekannt: Trotz aller genetischen Determinanten ist nach den neueren Erkenntnissen aber auch das Erwachsenengehirn überraschend plastisch.

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