Kulturelle Unterschiede: Warum ist die Internationalisierung nicht so einfach?

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Kulturelle Differenzen, Lokalisierung und Gesetze
Für eine gelungene Internationalisierung reicht eine mehrsprachige Website nicht aus und auch der Vertriebspartner vor Ort ist nicht das Allheilmittel. Kulturelle Unterschiede, rechtliche Rahmenbedingungen und die notwendige Lokalisierung von Produkten und Dienstleistungen greifen ineinander und sind dafür verantwortlich, ob der Markteintritt gelingt oder nicht.
Kulturelle Unterschiede beeinflussen die Geschäftsprozesse
Geschäftskommunikation funktioniert international nicht nach einheitlichen Mustern. Selbst wenn die Entfernung an sich gering ist, fallen Erwartungen an Kundenbeziehungen und Entscheidungsprozesse teils deutlich unterschiedlich aus. In manchen Märkten setzt man auf langfristige Beziehung und Vertrauen, anderswo sind Preis und Geschwindigkeit entscheidend.
Auch sprachlich gibt es deutliche Unterschiede, beispielsweise bei der Angebotspräsentation oder bei der Aushandlung von Verträgen. Mal eben eine maschinelle Translation nutzen, um die Werbekampagne aus Deutschland fürs Schweizer Publikum sichtbar zu machen, reicht nicht. Oft kann nur eine beglaubigte Übersetzung Schweiz und Deutschland zusammenführen und dafür sorgen, dass Verträge auch Rechtsgültigkeit haben.
Wenn es darum geht, ein Angebot in einem anderen Land zu verbreiten, müssen nicht nur die Inhalte angepasst, sondern auch Tonalität und kulturelle Gepflogenheiten berücksichtigt werden.
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Rechtliche Vorgaben bleiben eine Herausforderung der Internationalisierung
Auch wenn es mit der EU-Dienstleistungsfreiheit offiziell erlaubt ist, Produkte aus Deutschland beispielsweise auch in Italien anzubieten, gibt es variable gesetzliche Rahmenbedingungen. Das trifft noch deutlicher zu, wenn der kommende Zielmarkt ausserhalb der EU, beispielsweise in der Schweiz, den Vereinigten Staaten oder China liegt.
Jedes Land hat seine eigenen Anforderungen an Datenschutz und Verträge, aber auch an steuerliche Abwicklung und an Produkthaftung. Branchenspezifische Normen und Importbestimmungen variieren teilweise stark.
Wer als Unternehmen internationalisieren möchte, muss die Vorgaben frühzeitig realisieren, da sie Einfluss auf die mögliche Preisgestaltung und auf interne Prozesse haben können. Wenn es keine lupenreine rechtliche Grundlage gibt, entstehen potenziell teure Risiken für das internationale Geschäft.
Veränderung und Anpassung im internationalen Betrieb
Wird ein Geschäftsmodell internationalisiert, verändern sich die Ansprüche an die Logistik. Lokale Partner müssen auf allen Zielmärkten verfügbar sein und der Support muss mehrsprachig zur Verfügung stehen.
Je nach Entfernung kommt es zu Zeit Verschiebungen und unterschiedlichen Arbeitstagen, auch die Arbeitskultur selbst beeinflusst den täglichen Vertrieb.
Optimalerweise gibt es im Unternehmen für jeden internationalen Markt klare Strukturen und Verantwortlichkeiten. Sonst kommt es zu Reibungsverlusten, die einen negativen Einfluss auf Servicequalität und Arbeitseffizienz haben.
Der technologische Aspekt muss von einer erfahrenen IT-Abteilung oder freiberuflichen Experten berücksichtigt werden. Digitale Plattformen müssen unterschiedliche Steuersysteme und Währungen abbilden können. Innerhalb der EU funktioniert das aufgrund der Zahlung per Euro fast immer problemlos, wenn es von der Schweiz nach Deutschland geht oder noch weiter weg, müssen die Schnittstellen zu den jeweiligen lokalen ERP-Systemen und Zahlungsanbietern sitzen.
Geschäftskunden erwarten zurecht eine reibungslose Nutzererfahrung und bewerten die Professionalität an der Umsetzung. Das deutsche Unternehmen möchte bei einer Schweizer Firma genauso problemlos einkaufen können, wie bei einem Betrieb aus Deutschland. Die Vorbereitung der Internationalisierung gibt das Geleit, während ein Schnellschuss schnell für Probleme sorgt.