Steuern optimieren: Lohnt es sich, um Steuern zu sparen, Schulden zu machen?
Inhalt
KURZ ZUSAMMENGEFASST
Die Aufnahme von Schulden allein zum Zweck der Steueroptimierung ist kontraproduktiv, da die Zinslast in der Regel höher ist als die eingesparte Steuer. Eine sinnvolle Strategie setzt voraus, dass die Rendite der mit Kreditmitteln finanzierten Anlage die Bankzinsen übersteigt. Erst ab einem siebenstelligen Vermögen gewinnen steuerliche Überlegungen zur Vermögensstruktur an Relevanz.
Die wichtigsten Punkte:
- Schulden nur aufnehmen, wenn die Investitionsrendite die Zinskosten deckt.
- Steuerersparnis durch Schuldzinsen ist kein alleiniger Kaufgrund.
- Kapitalgewinne aus Aktien sind steuerfrei, Zinserträge müssen versteuert werden.
- Individuelle Analyse ist bei komplexen Fällen wie Pensionskassenkäufen zwingend.

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Lohnt es sich, Schulden aufzunehmen, um Steuern zu sparen?
Wichtiges zur zum Thema Steuern optimieren
Die zu bezahlenden Steuern richten sich nach dem Einkommen und Vermögen. Wenn wir uns hier überlegen, ob wir mit Schulden Steuern sparen können, dann lassen wir das Erwerbseinkommen ausser Acht. Wir analysieren das Vermögen, wie etwa Wertschriften und Immobilien, woraus passives Einkommen generiert wird. Wir analysieren Schulden, wie Hypotheken und Kredite, woraus negatives Einkommen in Form von Zinsen das Einkommen reduziert. Nun gehen wir der Frage nach, ob es sich lohnt, Schulden zu machen oder ob es sinnvoll ist, Hypotheken bestehen zu lassen und nicht zurückzuzahlen. Was keinen Sinn ergibt: Schulden zu machen um der Steuern willen. Einfach nur mehr auszugeben als einzunehmen, um keine Vermögenssteuern zahlen zu müssen, ist sinnlos. Was nicht heisst, dass einige Menschen generell mehr ausgeben als einnehmen. Das ist aber ein anderes Thema.
Vorweg ist noch zu bemerken: Erst wenn Vermögen im siebenstelligen Frankenbetrag vorhanden ist, lohnen sich Steuerüberlegungen bezüglich Vermögenssteuer, da diese im tiefen Bereich marginal ist. Somit kann bedenkenlos ein erhebliches Sparziel erreicht werden ohne massgebliche Steuerfolgen.
Schuldzinsen versus Vermögensertrag
Wer Schulden hat, sei es in Form von Darlehen oder Konsumkrediten, kann seine Schuldzinsen vom Einkommen abziehen. Wer Vermögen hat, sei es in Form von Wertschriften oder Immobilien, realisiert zu versteuerndes Einkommen.
Lohnt es sich, auf seinem Vermögen Kredit (Lombardkredit) aufzunehmen und damit Aktien zu kaufen?
Betrachten wir nun die Auswirkungen einer Vermögensveränderung, wie zum Beispiel die Aufnahme eines Darlehens von CHF 1 Mio. für den Kauf von Wertschriften. In unserem Fall führt die Erhöhung des Wertschriftenvermögens um CHF 1 Mio. zu einer Erhöhung des Vermögensertrages. Neben diesem zusätzlichen Ertrag, der zu versteuern ist, kann nun der zusätzliche Schuldzins abgezogen werden.
Zinsintensive Vermögensanlage
Nehmen wir zuerst die Bildung eines konservativen Wertschriftenportefeuilles mit hohem Zinseinkommen. Dies führt – unter Beachtung der steuerlichen Rahmenbedingungen – zu steuerbarem Zinseinkommen. Ist der Schuldzins gleich hoch wie der erwirtschaftete Vermögensertrag, ist die steuerliche Folge null. Haben wir keinen Erfolg und erwirtschaften weniger Zinsertrag als Schuldzinsen anfallen, verlieren wir Geld. Wir können den Verlust, hier als Differenz zwischen Passiv- und Aktivzins, vom Einkommen abziehen. In der Summe haben wir eine Aufwandzunahme auch nach Steuern, was somit im Ergebnis immer noch zu netto weniger Einkommen führt.
Kapitalgewinnintensive Vermögensanlage
Oder nehmen wir als zweites Beispiel die Bildung eines Wertschriftenportefeuilles mit hohem Aktienanteil. Dies führt – unter Beachtung der steuerlichen Rahmenbedingungen – zu steuerfreien Kapitalgewinnen oder, wie die Vergangenheit lehrt, zu steuerfreien Kapitalverlusten. Hier führt der Abzug der Schuldzinsen unmittelbar zu einer Steuerersparnis.
Fazit: Weniger Einkommen als bei anderen Methoden und steuerfreier Kapitalertrag, allerdings positiv oder negativ mit entsprechendem Risiko!
Lohnt es sich, die Hypothek zu erhöhen um Steuern zu sparen?
In den meisten Fällen ist dies eine suboptimale Lösung, da man nicht so viel Zins erwirtschaftet wie die Bank. Die Beurteilung ändert sich natürlich, wenn wir eine höhere Rendite als unsere Bankzinsen erwirtschaften. Dann ist es aber nicht mehr eine steuerliche Überlegung, sondern eine rein kaufmännische. Somit lohnt sich eine Erhöhung der Hypothek immer nur dann, wenn wir mit einer neuen Investition eine höhere Rendite erwirtschaften als die Bankzinsen.
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Fazit I
Damit kommen wir zur zentralen Aussage, wonach Schulden immer nur als kaufmännische Grundlage einer Finanzierung ihren Zweck haben sollen. Nur alleine steuerliche Gründe gehen am Ziel vorbei
Kann man auch anders Steuern optimieren (Einkauf in die Pensionskasse)?
Die Steuerplanung kann positive steuerliche Effekte bewirken. Beispiele sind der Kauf einer Lebensversicherung mit Einmaleinlage und einer Bankschuld. Eine solche Versicherung führt – unter Beachtung der steuerlichen Rahmenbedingungen – zu einer steuerfreien oder steuerreduzierten Versicherungsleistung.
Das Gleiche gilt für den fremdfinanzierten Einkauf in die Pensionskasse. Wir realisieren ein erhöhtes Pensionsvermögen und haben dafür Schulden und Zinsen zum Abzug. Hierbei handelt es sich jedoch um einen sehr komplexen Fall. Positive Effekte: Weniger Vermögen und Zins auf dem einbezahlten Kapital. Negative Effekte: Zu bezahlender Zins vermindert um den Steuervorteil. Angesichts der individuellen Faktoren ist spezifisch hier eine allgemeine Aussage nicht möglich.
Führt der Kauf einer Immobilie zu einer Steuerreduktion?
Mit einem Grundstückkauf treten anstelle von beweglichem Vermögen und entsprechendem Ertrag Grundeigentum mit entsprechendem Ertrag und Schuldzinsen für die Hypothek. In einer ersten Phase führt dies zu einer steuerlichen Entlastung. In einer späteren Phase halten sich Grundeigentum versus Kapitalertrag die Waage, mit einer tendenziellen Besserstellung der Grundeigentümer.
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass es für den Abzug von Passivzinsen steuerliche Limiten gibt, welche unbedingt beachtet werden müssen. Grundeigentum sollte deshalb nie nur aus fiskalischen Motiven erworben werden, dafür müssen noch andere Überlegungen vorliegen.
Fazit II
Für substanzielle Steuerersparnisse bedarf es einer individuellen Analyse. Schulden bringen aufs Erste keine Ersparnisse; allenfalls im Rahmen einer ganzheitlichen Beurteilung ist dies möglich.
Checkliste
- Vermögensstand prüfen: Liegt er im siebenstelligen Bereich?
- Zinsdifferenz berechnen: Ist die erwartete Rendite höher als der Kreditzins?
- Anlageart definieren: Sollen Zinserträge oder steuerfreie Kapitalgewinne generiert werden?
- Passivzins-Limiten prüfen: Sind die steuerlichen Abzugsgrenzen eingehalten?
- Risikoanalyse durchführen: Wie wirkt sich ein Verlust auf die Steuerlast aus?
- Ganzheitliche Betrachtung: Einbezug von Pensionskasse und Immobilien
- Individuelle Beratung einholen: Keine pauschalen Lösungen anwenden
FAQ: Steuern optimieren
Lohnt es sich, einen Lombardkredit aufzunehmen, um Aktien zu kaufen?
Nur dann, wenn die erwartete Rendite der Aktien die Kreditzinsen übersteigt. Der Vorteil liegt in der Steuerbarkeit der Schuldzinsen bei gleichzeitig steuerfreien Kapitalgewinnen, jedoch bleibt das Investitionsrisiko bestehen.
Kann man durch eine Hypothekenerhöhung Steuern sparen?
In den meisten Fällen ist dies suboptimal, da die Bankzinsen meist höher sind als die Rendite der alternativen Anlage. Eine Erhöhung lohnt sich nur, wenn die neue Investition eine höhere Rendite als die Bankzinsen erwirtschaftet.
Ab welchem Vermögen lohnen sich steuerliche Überlegungen zu Schulden?
Erst wenn das Vermögen im siebenstelligen Frankenbetrag liegt, ist die Vermögenssteuer signifikant genug, um strategische Schuldenaufnahmen zu rechtfertigen. Darunter sind die Folgen marginal.
Gibt es steuerliche Limiten für den Abzug von Passivzinsen?
Ja, es existieren spezifische steuerliche Limiten für den Abzug von Passivzinsen, die unbedingt beachtet werden müssen, insbesondere beim Erwerb von Grundeigentum.