Probleme lösen: 3 Tipps, wie Sie zum Problemlöser werden
Inhalt
KURZ ZUSAMMENGEFASST
Der menschliche Fokus ist naturgemäss stark auf das Erkennen von Problemen ausgerichtet, während die Fähigkeit zur aktiven Lösungslösung oft unterentwickelt bleibt. Um diese Lücke zu schliessen, müssen Sie bewusst zwischen der Analyse der Problemdynamik und der Entwicklung konkreter Handlungsmuster pendeln. Dieser mentale Wechsel befähigt Sie, nicht nur Symptome zu benennen, sondern systemische Ansatzpunkte für nachhaltige Lösungen in Ihrem Umfeld zu identifizieren.
Die wichtigsten Punkte:
- Der Problemfokus ist durch Medien und Alltag stark trainiert, der Lösungsfokus muss aktiv aufgebaut werden.
- Jedes Problem ist in ein System (Ich, Soziales Umfeld, Globales Umfeld) eingebettet, dessen Dynamik verstanden werden muss.
- Nachhaltige Lösungen erfordern einen Ökologie-Check, um Widerstände bei betroffenen Personen zu minimieren.

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Wie wandeln Sie Ihren Fokus von der Problemwahrnehmung zur aktiven Problemlösung?
Tagtäglich wird er gestärkt: Der Problemfokus im Grossen
Wie ein Muskel wird er von Kindesbeinen an trainiert: Der Problemfokus. Sie – wir alle – sind Meister im Erkennen von Problemen. Gut, es gibt auch Ausnahmen: All die Personen, die Probleme ignorieren oder leugnen. Nur Ausnahmen bestätigen ja die Regel. Denn eins ist gewiss: Unser aller Fokus liegt auf dem Erkennen und Ansprechen von Problemen – tagtäglich.
Kaum wird morgens das Radio angeschaltet, werden Sie auf Probleme hingewiesen. Sei es die Risse in einem AKW-Meiler, das Friponil in den Eiern, den Diesel-Abgasbetrug, Hurrikan Harvey mit seinen schrecklichen Auswirkungen bis hin zu den «trivialen» Problemen wie Staus, Baustellen und/oder Streiks im ÖPNV. Der anschliessende Blick in die Zeitung oder auf ein News-Online-Portal verheisst nichts Besseres. Zu gerne wird über das Negative berichtet – und so wird wieder und immer wieder der eigene Problemfokus geschult.
… und im Kleinen
Auch im kleinen, mehr privaten Umfeld – der Familie und/oder dem Arbeitsplatz – fällt der geschulte Blick mit Leichtigkeit, auf das, was schief läuft und Probleme verursacht
- der nicht auffindbare Autoschlüssel bzw. das verlegte Smartphone.
- das Trödeln der Tochter im Bad, obwohl die Zeit drängt, damit alle pünktlich in der Schule und am Arbeitsplatz eintreffen.
- der «bockende» PC.
- der Kollege, der mal wieder verspätet zuliefert.
- der Kunde, der etwas reklamiert.
- Und und und…
Sie haben somit – wie wir alle – eine Super-Ressource entwickelt: Probleme bestmöglich zu erkennen und zu benennen. Leider wurde eine Fähigkeit nicht auf gleicher Weise trainiert: Die Fähigkeit, wie man Probleme lösen kann.
Da stecken wir alle «fest». Der Lösungsfokus wird viel zu selten angesprochen oder aktiviert. Wie so vieles im Leben lässt sich jedoch die Lösungskompetenz ausbauen – dafür ist es nie zu spät.
Probleme lösen – 3 Tipps, wie Sie Ihren Fokus ändern
Ein Problemlöser bewegt sich mental zwischen zwei Polen: 1. dem Problem und 2. der Lösung. Manches Mal, abhängig vom Problem, ist dafür nur ein Schritt notwendig. Die Lösung ist schnell erkennbar und realisierbar. Allerdings gibt es auch Probleme, bei denen Sie eine Art mentale «Pendelbewegung» durchführen müssen, d.h. immer wieder den Blick auf das Problem zu lenken, um einen nachhaltigen Ansatz für Ihre Lösung zu entdecken. Prüfen Sie deshalb, welcher Tipp bei welchem Problem am besten zur Lösung führt.
Tipp 1: Die Dynamik des Problems erkennen
Kein Problem existiert losgelöst. Vielmehr ist jedes Problem eingebettet in ein System:
- das System «Ich». Also Ihr „System“ bestehend aus Gedanken, Werte, Gefühle, Glaubenssätze, Anschauungen, Verhalten(smuster).
- Das System «Soziales Umfeld» bestehend aus Ihrer Familie, Freunde, Bekannte, Kollegen, dem Team – mit all seinen Interaktionen.
- Das System «Globales Umfeld» bestehend aus Nationen, Grenzen, Verträgen, Verflechtungen, historischen Ver- und Entwicklungen.
Jedes System hat eine für sich typische Dynamik, die auch Probleme hervorruft, beeinflusst, prägt und am Leben erhält. Denken Sie nur an das Problem Klimawandel und daran, wie lange eine nachhaltige Lösung auf sich warten lässt, weil die Dynamik des System «Globales Umfeld» den Klimawandel negierte, verniedlichte und jeder innerhalb seines nationalen Kontextes eine andere «Lösungs-Priorität» setzte (Trump geht dabei erneut in die Phase der Negierung).
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Bei der Suche nach einer Lösung spielt diese Dynamik eine entscheidende Rolle. Stärken Sie deshalb Ihren Blick – und somit Ihre Lösungskompetenz – für diese Dynamik. Denn dadurch setzen Sie Ideen frei, wie eine nachhaltige Lösung aussehen muss. Fokussieren Sie bei auftretenden Problemen, die folgenden Fragen.
| Probleme lösen: Entdecken Sie die Dynamik des Problems |
|---|
| Das System «Ich» | Das System «Soziales und Globales Umfeld» |
| Wann, wie, wo und mit/bei wem wird das Problem getriggert? | Was wird vom wem als Problem bezeichnet? |
| Was denken Sie über das Problem? | Wer ist von dem Problem auf welche Weise betroffen? |
| Wie fühlen Sie sich, wenn das Problem auftritt? | Wer profitiert mehr oder weniger von dem Problem? Wem kommt es (un-)gelegen? |
| Wie verhalten Sie sich? | Wie verhalten sich die Beteiligten? |
| Welche Gedanken und/oder Gefühle halten das Problem am Leben? | Wer hält es auf welche Weise am Leben? Durch Leugnen? Ignorieren? Machtspiele? |
| Wird ein für Sie typisches Verhalten(smuster) aktiviert? | Wer zeigt dabei welches typische Verhaltensmuster? Wie interagieren die Verhalten –und stärken so das Problem? |
| Was müssen Sie tun, um im Problemfokus verharren zu können? Was zu sich sagen? Was denken? Was fühlen? Was tun? | Was wird von wem getan, um im Problemfokus zu verweilen? Wer versucht auf welche Weise eine Lösung zu finden? |
| An welchem System-Punkt (Gedanken, Gefühle, Verhalten) können Sie ansetzen, um einen Lösungsfokus zu aktivieren? | Welche System-Komponenten dienen einer Lösung? Welche nicht? Wie kann diese Dynamik für die Lösung genutzt werden? |
Checkliste
- Erkennen Sie, wann und wie das Problem in Ihrem System getriggert wird.
- Analysieren Sie Ihre eigenen Gedanken, Gefühle und Verhaltensmuster im Umgang mit dem Problem.
- Identifizieren Sie, wer vom Problem betroffen ist und wer davon profitiert.
- Untersuchen Sie, welche Verhaltensweisen der Beteiligten das Problem am Leben erhalten.
- Definieren Sie den genauen Punkt in der Handlungskette, an dem Sie eingreifen können.
- Überlegen Sie, welche eigene Handlung Sie verändern müssen, um eine neue Dynamik zu starten.
- Prüfen Sie, wie sich die vorgeschlagene Lösung auf alle Beteiligten auswirkt.
- Erstellen Sie Kriterien für eine gute Lösung, die auch für andere Akteure tragbar sind.
- Ermitteln Sie potenzielle Nachteile für Dritte und planen Sie Massnahmen zu deren Abmilderung.
- Setzen Sie die Lösung in kleinen Schritten um und beobachten Sie die Reaktion des Systems.
Tipp 2: Lösung «Handlungsmuster»
Das Erkennen der Problem-Dynamik setzt spontan erste Lösungsideen frei. Bauen Sie diese aus. Fokussieren Sie die Handlungsmuster, die bei dem jeweiligen Problem auftreten. Fragen Sie sich:
- Welches Problem-Ergebnis erleben Sie immer wieder, dass Sie in Zukunft nicht mehr erfahren möchten?
- Wie sieht die Dynamik des Systems aus? Wer tut was wann? Was tun Sie daraufhin? Was tun die anderen auf Ihre Reaktion? Wie reagieren Sie auf dieses Verhalten?
- An welchem Punkt in der skizzierten Handlungskette können Sie für eine Lösung ansetzen?
- Welche Handlung/en (vor allem Ihre eigenen!) wollen Sie verändern, um eine neue, lösungsorientierte Dynamik zu aktivieren? Was könnten Sie tun?
Tipp 3: Lösung «Ökologie-Check»
Manches Problem betrifft vordergründig Sie alleine – und deshalb können Sie auch alleine Probleme lösen. Viele Probleme weisen jedoch eine hohe Komplexität auf. Prüfen Sie, wie sich die Lösung auswirkt, damit kein Widerstand aktiviert wird. Fragen Sie sich:
- Was wäre für Sie eine gute Lösung? Welche Kriterien benennen Sie für diese?
- Wer ausser Ihnen ist noch von dieser guten Lösung betroffen? Welche Kriterien einer guten Lösung würden diese nennen?
- Wie wirkt sich diese gute Lösung auf die Dynamik des betroffenen Systems aus?
- Wer von den Beteiligten hätte einen Nachteil durch die gute Lösung?
- Wie könnten Sie sich gegenüber den Nachteil erfahrenen Personen verhalten, damit deren Beeinträchtigung subjektiv geringer erlebt wird?
FAQ: Probleme lösen
Warum fällt es uns schwerer, Lösungen zu finden als Probleme zu erkennen?
Unser Problemfokus wird durch die Medienberichterstattung und alltägliche Reize ständig trainiert und gestärkt. Die Fähigkeit, aktiv nach Lösungen zu suchen und Lösungsstrategien zu entwickeln, wird hingegen selten gezielt geübt und muss daher bewusst ausgebaut werden.
Wie hilft das Verständnis der Systemdynamik bei der Lösung?
Probleme existieren nie isoliert, sondern sind in Systeme wie das eigene Ich, das soziale Umfeld oder globale Zusammenhänge eingebettet. Das Verständnis der spezifischen Dynamik dieses Systems offenbart Ansatzpunkte, an denen man ansetzen kann, um das Problem nachhaltig zu lösen, statt nur die Symptome zu bekämpfen.
Was ist ein Ökologie-Check und warum ist er wichtig?
Ein Ökologie-Check prüft die Auswirkungen einer geplanten Lösung auf das gesamte betroffene System. Er stellt sicher, dass die Lösung nicht nur für Sie funktioniert, sondern auch von anderen Beteiligten akzeptiert wird, indem potenzielle Nachteile frühzeitig erkannt und abgemildert werden.
Kann ich Probleme immer alleine lösen?
Während einige Probleme individuell gelöst werden können, weisen viele Herausforderungen eine hohe Komplexität auf, die das soziale oder globale Umfeld einbeziehen. In solchen Fällen ist der Ökologie-Check essenziell, um Widerstände zu vermeiden und eine tragfähige Lösung für alle Beteiligten zu finden.