04.12.2018

Verluste verarbeiten: 3 Tipps, wie Sie mit Verlusten umgehen

Ein Verlust, ob gross oder klein, reisst aus der Bahn. Trauer, Wut und Ohnmacht lähmen dann das Handeln. Verarbeiten Sie deshalb Verluste und Rückschläge.

Von: Brigitte Miller  DruckenTeilen Kommentieren 

Brigitte Miller

Brigitte Miller ist freie Autorin und Journalistin. Seit 1990 schreibt sie für namhafte Verlage und Online-Portale im In- und Ausland zu den Themenbereichen Management, Mitarbeiterführung, Zeitmanagement, Kreativität und Selbstmanagement. In ihre Beiträge lässt sie nicht nur die vielen Tipps und Erfahrungen fliessen, die sie durch Gespräche und Interviews erhält, sondern auch persönliche Erkenntnisse, die ihr der Berufsalltag beschert.

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Ein Verlust ist aufgetreten – und nichts ist mehr wie es war

Kein Verlust gleicht dem anderen. Dennoch haben sie alle eins gemeinsam. Ein Verlust wirft Sie aus der Bahn. Ob es die nicht erhaltene Beförderung ist. Ob es die Trennung von Ihrem Partner/Ihrer Partnerin ist. Ob es der Tod eines geliebten Menschen oder Tieres ist. Ob es der geplatzte Deal ist. Oder auch der Umzug in eine neue Stadt mit dem Verlust der alten Freunde. Bei all diesen Schicksalsschlägen wird Ihre Welt auf den Kopf gestellt. Mal mehr, mal weniger.

Nichts ist dann mehr, wie es war und wie Sie es gewohnt waren. Kein Wunder also, dass es nicht allein schwer fällt, mit dem Verlust umzugehen. Oft fühlen Sie sich – zu Recht – von der Situation überwältigt. Ihre Kompetenz souverän zu handeln, scheint verloren gegangen zu sein. Der Schein trügt natürlich. Es fällt in Momenten, in denen Sie einen Verlust erleiden, nur extrem schwer, an Ihre Ressourcen kompetent anzudocken. Aber dies ist völlig normal.

Mit Verlusten und Rückschlägen positiv umgehen: 3 Tipps

Verluste zu verarbeiten, dauert. Es geht nicht von heute auf morgen. Noch verläuft es linear. Vielmehr ist es ein Auf und Ab – an Gefühlen und Gedanken, die Sie durchleben werden. Seien Sie also mit sich selbst geduldig. Geben Sie sich die Zeit, die Sie benötigen, um mit dem Rückschlag positiv umgehen zu können. Akzeptieren Sie Ihr inneres Durcheinander. Denken Sie stets daran: Die Bewältigung eines Verlustes ist Arbeit - Trauer-Arbeit.

Verluste verarbeiten – Tipp 1: Wut umarmen

Viele Gefühle poppen bei Verlusten an die Oberfläche. Sie fühlen sich traurig. Sie fühlen sich hilflos. Sie fühlen sich überwältigt und ratlos. Sie fühlen sich schuldig. Sie fühlen sich aber vor allem auch eins: Wütend.

Wütend auf den Vorgesetzten, weil er einem anderen die Beförderung gegeben hat. Wütend auf die Ärzte, die nichts oder nicht genug getan haben, um den geliebten Menschen zu heilen und zu retten. Wütend auf sich selbst, weil Sie dessen Tod nicht verhindern konnten «Warum habe ich nicht darauf geachtet, dass er mehr Sport treibt? Dann hätte er keinen Herzinfarkt erlitten.» 

Gestehen Sie sich unbedingt Ihre Gefühle ein. Ganz besonders Ihre Wut. Schreiben Sie auf, was Sie wütend macht. Ganz egal, wie «unsinnig» Ihnen manche Wutaussage erscheint. Wut ist nicht vernünftig. Wut ist ein starkes Gefühl – und muss bei Rückschlägen und Verlusten ausgesprochen werden. Sie müssen durch Ihre Wut durch.

Verluste verarbeiten – Tipp 2: Fokussieren Sie Ihren Verlust in all seiner Grösse

Betrachten Sie sich Ihren Rückschlag in Ruhe und vor allem genauer. Denn in jedem Verlust steckt mehr, als nur die Aussage «Ich habe die Beförderung nicht erhalten». An die Beförderung oder den geliebten Menschen war ja viel geknüpft. Spüren Sie diesem nach – auch, wenn es schmerzt. Machen Sie sich bewusst, was Sie alles verloren haben. Listen Sie alles auf, egal, wie banal es zu sein scheint.

 

Verlust in all seiner Grösse wahrnehmen

Todesfall

Keine Beförderung

Nicht mehr füreinander Dasein

Keine interessanteren Aufgaben

Gemeinsame Abende vorm Kamin fehlen

Führungsrolle bleibt verwehrt

Bin alleine

Zweifel an meinen Fähigkeiten

Keinen Ansprechpartner mehr haben

Gehaltssprung bleibt aus

Muss mich um alles alleine kümmern

Prestigeverlust

Gemeinsame Zukunftspläne sind geplatzt

Demütigung

Geben Sie sich dann ausreichend Zeit, um das Verlorene zu betrauern. Gestehen Sie sich den Verlust ein. «Ich vermisse dich» oder «Gerne wäre ich zur Führungskraft aufgestiegen.» Solch ein «Ein-Gestehen» wird oft und wiederholt geschehen müssen. Vielleicht hören Sie das Lieblingslied des Verstorbenen im Radio – und schon ist die Trauer wieder da. Und Sie werden sich dann sagen «Du fehlst mir so sehr». Oder Sie begegnen dem Kollegen, der die Beförderung erhalten hat, in einem Meeting. Auch dann kann es sein, dass Sie den Verlust erneut spüren. Dies ist völlig normal und definitiv kein Zeichen dafür, dass Sie «falsch» mit Ihrem Verlust umgehen.

Verluste verarbeiten – Tipp 3: Das Positive würdigen

Wenden Sie sich dem zu, das positiv und stärkend war. Etwas zu verlieren, heisst ja nichts anderes, als dass dort etwas war – etwas Gutes. Spüren Sie diesem Guten nach. Natürlich nur, soweit es Ihnen in Ihrem Schmerz möglich ist. Erinnern Sie sich an schöne Momente. Momente, in denen Sie beispielsweise von Ihrem Vorgesetzten gefördert wurden. Oder Momente, in denen Sie Ihrem Partner in Ruhe alles erzählen konnten. In diesen Momenten verbergen sich wichtige Ressourcen.

Sensibilisieren Sie sich für diese. Überlegen Sie, welche eigenen Kompetenzen in diesen stecken und wie Sie diese auch über den Verlust hinaus weiterhin in Ihrem Leben aktivieren und erhalten können. Beginnen Sie Ihren Blick also auf Ihre Zukunft zu richten – ganz langsam und mit Bedacht.

 

Erinnerte Momente…

und Ihre Ressourcen

Zukunft schauen

Förderung durch Vorgesetzten

Wissbegierig sein

Neues lernen

Kompetenzlücken schliessen

Mentoring

Neuen Job angestrebt

Zielorientierung

Neues Ziel im Beruf suchen

Alles anvertrauen

Mich öffnen

Tagebuch schreiben

Gemeinsames erleben

Empathie und Anpassung

Neue Kontakte suchen

Manchmal entsteht  bei der Auflistung schon ein Sog in das Morgen. Sie wollen handeln. Sie beginnen zu planen und unternehmen erste Schritte. Manches Mal allerdings formiert sich auf diese Weise «nur» eine Idee, wie das Morgen aussehen könnte. Sie können und wollen noch nicht handeln. Akzeptieren Sie dies. Beides ist OK.

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