Selbstmarketing: Sich selbst gut verkaufen

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Erfolg im Berufsleben hängt nicht nur von Fachwissen und Leistung ab, sondern massgeblich davon, wie diese sichtbar gemacht werden. Untersuchungen zeigen, dass das persönliche Image und das «Gesehenwerden» zu 90 % über die Einschätzung Ihrer Leistung entscheiden. Gutes Selbstmarketing bedeutet daher nicht, etwas vorzutäuschen, sondern Ihre echten Stärken situativ gezielt zu betonen.

Die wichtigsten Punkte:

  • Nur ca. 10 % der Aufstiegschancen basieren rein auf der Leistung.
  • Körpersprache und Auftreten prägen den ersten Eindruck innerhalb von 30 Sekunden bis vier Minuten.
  • Selbstakzeptanz ist die Grundvoraussetzung für eine authentische und überzeugende Selbstdarstellung.
  • Vermeiden Sie nervöse Gesten wie Kugelschreiber-Klicken oder ständiges Berühren des Gesichts.
29.07.2026 Von: Matthias K. Hettl
Selbstmarketing

Wie kann ich mich im Berufsleben erfolgreich selbst vermarkten?

Neben Fachwissen, hervorragender Leistung, sozialer Kompetenz, Erfahrung und Fleiss im Beruf sollten Sie auch Ihre Leistung überzeugend darstellen können, wenn Sie wirklich erfolgreich werden möchten. Selbstmarketing spielt dabei eine entscheidende Rolle. Menschen, die hart arbeiten, sich aber nicht professionell verkaufen können, werden oft übersehen. Die Früchte ihrer Arbeit ernten diejenigen, die sich durch geschicktes Selbstmarketing überzeugend vermarkten.

Nichts zählt heute mehr als Selbstmarketing

Mitarbeiterführung, Verkaufsgespräche, bei der Teamarbeit, das erste Gehaltsgespräch – nichts zählt heute mehr als Selbstmarketing. Untersuchungen haben ergeben, dass die tatsächliche Leistung nur zu einem kleinen Teil bestimmt, wie Sie im Berufsleben eingeschätzt werden. Einen Grossteil werden Sie nach Ihrem Auftreten beurteilt.

In diesem Beitrag erfahren Sie,

  • wann eine gute Selbstdarstellung notwendig ist,
  • wie Sie Ihre Körpersprache noch besser einsetzen können,
  • wie bedeutend der erste Eindruck ist,
  • wie Sie Ihre Selbstakzeptanz verbessern können.

Eine gute Selbstdarstellung ist notwendig

Untersuchungen in Unternehmen haben gezeigt, dass die Aufstiegschancen der Mitarbeiter zum grössten Teil von drei entscheidenden Faktoren abhängen:

  • der Leistung (ca. 10%)
  • dem Image und dem persönlichen Stil (ca. 30%)
  • dem «Gesehenwerden», Auffallen (ca. 60%)

Ihr persönliches Image bestimmt also zu 90%, wie Sie und Ihre Leistung eingeschätzt werden. Gutes Selbstmarketing bedeutet nicht, ein falsches Bild von sich zu vermitteln. Selbstmarketing ist vielmehr das Betonen der eigenen Stärken, die in der jeweiligen Situation besonders erwartet werden.

Die Wirkung der eigenen Körpersprache verstehen und optimieren

Wenn es Ihnen gelingt, Ihre Körpersprache echt und geschickt einzusetzen, dann können Sie in Zukunft Ihre Gesprächspartner noch mehr beeindrucken, denn Sympathie weckt Sympathie, und Begeisterung reisst mit. Durch Ihre Körpersprache zeigen Sie Ihren eigenen Charakter, transportieren Gefühle und Werturteile.

Beispiel: Körpersprache in der Besprechung

Sie wirken unsicher oder nervös, wenn Sie

  • sich ständig in die Haare greifen,
  • mit dem Kugelschreiber klicken,
  • ständig Ihre Brille hochschieben,
  • sich häufig mit der Zunge über die Lippen streichen,
  • mit dem Stuhl wippen,
  • Büroklammern o.Ä. auf dem Tisch hin- und herschieben,
  • mit Ihrem Schmuck spielen,
  • mit Kleingeld in der Tasche klimpern.

Sie wirken überzeugend, wenn Sie

  • sich vorbeugen, die Hände auf den Tisch legen und Ihren zustehenden Bereich in Besitz nehmen. Sie sollten sich mit Ihren Händen nicht ins Gesicht, an den Hals, in die Haare oder an die Schulter fassen. Kein Körperteil Ihres Portraitbereichs sollte für Ihren Gesprächspartner abgedeckt sein.
  • Blickkontakt mit dem Sprecher herstellen, bevor Sie etwas sagen oder ihn unterbrechen wollen. Die Fähigkeit, Blickkontakt herzustellen und aufrechtzuerhalten, lässt Sie selbstbewusst erscheinen. Wenn Sie dagegen den Blick senken, wirken Sie unter würfig.
  • währendem Sie sprechen, ruhig gestikulieren und nicht in Ihren Unterlagen herumwühlen.

Achten Sie auf Ihre Haltung. Die Art, wie Sie sitzen, stehen und gehen, lässt Sie selbstbewusst, forsch oder schüchtern wirken.

Checkliste

  • Analysieren Sie Ihre aktuellen Aufstiegschancen und identifizieren Sie Lücken im persönlichen Image.
  • Optimieren Sie Ihre Sitz- und Stehhaltung, um Selbstbewusstsein auszustrahlen.
  • Vermeiden Sie unnötige Handbewegungen im «Portraitbereich» (Gesicht, Hals, Haare) während Gesprächen.
  • Stellen Sie vor dem Sprechen immer zuerst Blickkontakt zum Gesprächspartner her.
  • Führen Sie täglich ein Erfolgsjournal mit mindestens fünf gelungenen Tagesleistungen.
  • Setzen Sie sich zwei schriftliche Tagesziele und erledigen Sie die schwierigsten Aufgaben zuerst.
  • Nutzen Sie Persönlichkeitstests, um Ihre Stärken und Schwächen besser zu kennen.
  • Üben Sie, Ihre Hände ruhig auf dem Tisch zu lassen oder gezielt zu gestikulieren, statt in Unterlagen zu wühlen.

Der erste Eindruck

Menschen bilden sich schon in den ersten 30 Sekunden bis vier Minuten aufgrund des Aussehens, der Stimme und der Bewegung eine Meinung, die sich nicht so leicht wieder auslöschen lässt. Die allerersten Augenblicke sind dabei besonders entscheidend.

Je besser Sie in den ersten Minuten auf die Bedürfnisse Ihres Gegenübers eingehen, desto überzeugender werden Sie sich darstellen können!

Selbstvertrauen/Selbstakzeptanz

Nichts beeinflusst Ihren Erfolg so grundlegend wie das Verhältnis, das Sie zu sich selbst haben. Ist Ihr Verhältnis zu Ihnen selbst gestört, ist es unmöglich, ein zufriedenes und befriedigendes Leben zu führen. Erst wenn Sie sich selbst akzeptieren, mit Ihren Stärken und Schwächen, können Sie sich auch in andere Menschen hineinversetzen, Verständnis für sie entwickeln und sie respektieren. Eine überzeugende Selbstdarstellung setzt voraus, dass Sie wissen, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen. Finden Sie (eventuell mithilfe eines Persönlichkeitstests) heraus, welcher Persönlichkeitstyp Sie sind.

Tipps zur Verbesserung Ihrer Selbstakzeptanz

  • Führen Sie ein Erfolgsjournal. Schreiben Sie jeden Abend mindestens fünf Dinge auf, die Ihnen während des Tages gut gelungen sind und auf die Sie stolz sein können.
  • Verlassen Sie Ihre Komfort zone. Setzen Sie sich für jeden Tag schriftlich zwei Ziele, die Sie unbedingt erreichen wollen. Erledigen Sie die unangenehmsten Dinge des Tages gleich morgens zuerst. Das gibt Mut und Kraft für den Tag.

Fazit

Sie müssen zuerst sich gut verkaufen, bevor Sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung verkaufen können!

FAQ: Selbstmarketing

Warum ist Selbstmarketing wichtiger als reine Leistung?

Leistung allein reicht oft nicht aus, da sie von anderen erst wahrgenommen werden muss. Studien zeigen, dass Image und Sichtbarkeit zusammen 90 % der Einschätzung ausmachen, während die reine Leistung nur etwa 10 % gewichtet wird.

Wie lange dauert es, bis ein erster Eindruck entsteht?

Menschen bilden sich bereits in den ersten 30 Sekunden bis vier Minuten eine Meinung basierend auf Aussehen, Stimme und Bewegung. Dieser Eindruck ist schwer wieder zu korrigieren.

Was sind typische Fehler in der Körpersprache?

Häufige Fehler sind nervöse Gesten wie das Spielen mit Schmuck, das Klicken mit dem Kugelschreiber, das ständige Hochschieben der Brille oder das Wippen auf dem Stuhl, die Unsicherheit signalisieren.

Wie kann ich meine Selbstakzeptanz verbessern?

Ein bewährter Weg ist das Führen eines Erfolgsjournals, um täglich Erfolge zu reflektieren. Zudem hilft es, die Komfortzone zu verlassen und sich klare, tägliche Ziele zu setzen.

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