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Organigramme: Topdown-Paradigmen müssen sich wandeln

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Klassische Organigramme mit dem Chef ganz oben und starren Hierarchien behindern die Agilität von Unternehmen, da sie Macht statt Markt in den Fokus stellen. Zukunftsfähige Organisationen lösen diese Kästen auf, um interdisziplinär vernetzte Teams und Kreisstrukturen zu fördern, die sich selbst organisieren und den Kunden visuell in den Mittelpunkt rücken. Ein solcher Wandel erfordert nicht nur ein neues Bild, sondern auch einen fundamentalen Mindset-Shift in der Führungssprache, weg von Befehlen hin zu Empowerment und Gemeinschaft.

Die wichtigsten Punkte:

  • Traditionelle Topdown-Strukturen zementieren Starrheit und ignorieren Kunden sowie Mitarbeitende.
  • Zukunftsfähige Organigramme nutzen Kreisstrukturen und Netzwerke für mehr Flexibilität.
  • Führung muss vom Fundament aus den Kunden und die Teams unterstützen, statt sie zu kontrollieren.
  • Sprache prägt Realität: Befehlsformulierungen wie «ausrollen» oder «absegnen» blockieren Fortschritt.
  • Der Umbau erfordert einen expliziten Willen der Geschäftsleitung und partizipative Workshops.
30.07.2025 Von: Anne M. Schüller
Organigramme

Warum müssen sich traditionelle Organigramme wandeln und wie sieht eine zukunftsfähige Organisation aus?

Der bildliche Ausdruck einer klassischen Unternehmensorganisation ist das Organigramm. Fast überall sieht es noch immer so aus wie anno dazumal: Der Chef thront vereinsamt ganz oben, darunter, in Kästchen eingesperrt, seine brave Gefolgsmannschaft. Dokumentiert werden nur die Leitungsfunktionen. Weder Mitarbeitende noch Kunden kommen für gewöhnlich darin vor. In pyramidalen Topdown-Organigrammen kreist die Führungsriege rein um sich selbst. Sie konzentriert sich auf Macht - und nicht auf den Markt.

Selbst die Unternehmen, die sich Kundenorientierung gross auf die Fahnen schreiben, haben den Kunden nicht im Organigramm. Customer Centricity wird zwar gelobt, aber nicht gelebt. Und im Zentrum steht sie schon gar nicht. Auch die Mitarbeitenden kommen in klassischen Organigrammen nicht vor. Sie werden als „Humankapital“ in voneinander abgegrenzten Abteilungen organisiert. 

Organigramme haben bekanntlich militärische Wurzeln. Sie zementieren Hierarchien, Starrheit und Konformität.nennt man sie auch. Nach unten wird angewiesen, nach oben berichtet. Querkommunikation verläuft, wie die Linienstruktur zeigt, nur weiter oben, was offiziell bedeutet: Will man Wichtiges von einer anderen Abteilung, hat das über den „Vorgesetzten“ zu gehen. 

Abbildung: Die Topdown-Optik traditioneller Organigramme

Das Mindset für eine zukunftsfähige Organisation

Statische Organisationen haben in exponentiellen Zeiten nicht den Hauch einer Chance. Bringen Sie deshalb Lebendigkeit in Ihr Organigramm. Sperrt man Menschen in Kästen und Käfige ein, macht man sie bewegungsunfähig. Und zwängt man sie in ein Vorschriftenkorsett, fallen sie in Ohnmacht. 

„Ein Mensch kann nur zeigen, wie hoch und wie weit er „fliegt“, wenn man ihn in die Freiheit entlässt.“

Lassen Sie Ihre Leute also aus den Kästchen frei, nicht nur real, sondern auch optisch! Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – und schafft Realitäten. Machen Sie aus eckig und kantig rund und bunt! Interdisziplinär vernetzte Kreisstrukturen mit sich selbst organisierenden Mitarbeiterteams sind eine wesentliche Komponente dezentraler Organisationen. Sie sind den rasch aufkommenden und zunehmend unvorhersehbaren Anforderungen der Wirtschaft besser gewachsen als die zentralistisch und anweisungsorientiert geführten Teams alten Stils.

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