Businessplan erstellen: Fehler vermeiden im Businessplan

Ihr Businessplan soll überzeugen. So mancher Fehler wie ein zu optimistischer Finanzplan mindert den Erfolg. Haben Sie typische Fehler im Blick beim Businessplan erstellen.

07.05.2026 Von: Brigitte Miller
Businessplan erstellen

Businessplan erstellen: Ihre Perspektive im Visier 

Ihre Geschäftsidee zündet – noch nur bei Ihnen. Mit Ihrem Businessplan wollen Sie Banken und/oder (Gründer-)Investoren für sich und Ihre Geschäftsidee gewinnen, damit diese Ihre Idee finanzieren. So entsteht der typische erste Blick auf den Businessplan „Ich mache dies für die Bank“. Ein Blick, der oftmals keine grosse Motivation auslöst, sich mit dem Businessplan intensiver zu beschäftigen. Leider. Sie stehen sich aber mit dieser „verengten“ Perspektive schon ein wenig im Weg. Schade. 

Denn ein Businessplan kann vielmehr und bietet auch vielmehr. Ein Businessplan ist der Fahrplan für Ihren unternehmerischen Erfolg – und somit etwas, das Sie auf Ihrem unternehmerischen Weg unterstützt. Viel zu oft fehlt diese Perspektive. Und Sie stehen sich dadurch zusätzlich im Weg. 

Beides „belastet“ nicht allein Ihre Motivation, sich mit einem Businessplan zu befassen. Es führt auch viel zu oft zu typischen Fehler, die bei der Erstellung eines Businessplans auftreten. Fehler, die Ihren Businessplan schwächen und somit Ihren Erfolg bei den Banken und/oder (Gründer-)Investoren schmälern. 

Tipp

Verändern Sie Ihre Perspektive – beispielsweise

  • „Ich mache dies für mich, meine Geschäftsidee und mein zukünftiges Unternehmen.“
  • „Dank meines Businessplans erkenne ich Stärken und Schwächen meiner Geschäftsidee.“
  • „Mit Hilfe des Businessplans erarbeite ich mir für mein zukünftiges Unternehmen eine Planung für die nächsten Jahre.“
  • „In meinem Businessplan fasse ich alle wesentlichen Daten, Fakten und Analysen über mein Geschäftsmodell zusammen – und kann es dadurch bestens präsentieren.“ 

Businessplan erstellen: 4 Fehler vermeiden 

Sensibilisieren Sie sich für die vier typischsten Fehler, die beim Erstellen eines Businessplans immer wieder gerne gemacht werden. Behalten Sie diese im Gedächtnis, wenn Sie mit der Recherche der Fakten, Daten und Informationen beginnen. Aber auch während des Schreibprozesses dürfen Sie prüfen, ob sich vielleicht ein typischer Fehler eingeschlichen hat. In jedem Falle sollten Sie Ihren ausgearbeiteten Businessplan nach etwaigen typischen Fehlern überprüfen. 

Fehler 1: Beispieltexte übernehmen – oder KI schreiben lassen 

Das Internet wimmelt nur so von Vorlagen und/oder zahlreichen Businessplan-Beispielen um einen Businessplan erstellen zu können. Da ist die Versuchung gross, Textpassagen mit Copy + Paste einfach in den eigenen Businessplan zu übernehmen. Alternativ werden ChatGPT oder andere KI-Programme gebeten, den Text zu erstellen. 

Nur, dies ist keine gute Idee. Vielleicht fragen Sie sich jetzt: „Warum ist dies keine gute Idee? Es erleichtert mir die Erstellung ungemein.“ Ja, mag sein. Allerdings blenden Sie dabei einiges aus: 

  • Die kopierten Vorlagen passen niemals 1:1 zu Ihrer Geschäftsidee.
  • KI-generierte Texte sind nicht Ihre Texte, d.h. auch diese wurden aus zahlreichen Texten zusammengestellt. Zum einen passen auch diese nicht 1:1 zu Ihrer Geschäftsidee, noch sind sie authentisch.
  • Jedes Gründungsvorhaben und jede Geschäftsidee ist einzigartig. Dies darf unterstrichen werden: einzigartig. Und genau diese Einzigartigkeit wollen Sie in Ihrem Businessplan herausstellen, um Investoren zu überzeugen. 

Deshalb schreiben und formulieren Sie selbst – auch, wenn es ein wenig schwerfallen und Zeit kosten mag. Nutzen Sie Beispieltexte und/oder KI-generierte Texte nur zur Inspiration. Denn Ihre Texte zeugen eben von der Einzigartigkeit Ihres Angebotes und Produktes. 

Fehler 2: Nur kurze Vorstellung des Gründers

Vielleicht kommt Ihnen dieser Gedanke beim Businessplan erstellen ein wenig bekannt vor: „Mein Produkt/Angebot steht doch im Vordergrund. Dafür erstelle ich den Businessplan – nicht über mich.“ Ja, Sie haben Recht. Ihre Geschäftsidee dreht sich um Ihr Angebot. Und nein, Sie haben auch nicht Recht. Denn jeder Investor will natürlich mehr über Sie erfahren – und zwar aus folgenden Gründen: Für die Umsetzung der Geschäftsidee 

  • spielen Sie als Gründer und/oder Gründungsteam eine entscheidende Rolle.
  • sind Ihre Qualifikationen, beruflichen Erfahrungen und Ihr beruflicher Werdegang entscheidend,
  • muss eingeschätzt werden können, wie hoch Ihre Motivation als Gründer ist, aber auch wie Sie mit bisherigen Herausforderungen und Rückschlägen umgegangen sind,
  • ist ausschlagend, ob Sie Führungsexpertise besitzen, gut mit Menschen – den Kunden – können, ein Gespür fürs Marketing und Verkaufen besitzen, Beschwerden zufriedenstellend auflösen, um nur einige Softskill zu benennen. 

Würdigen Sie sich deshalb unbedingt selbst in Ihrem Businessplan. Rücken Sie sich ins rechte Licht. Geben Sie sich ausreichend Platz (Seitenanzahl), um sich klug und überzeugend darzustellen. 

Fehler 3: Es gibt keine Konkurrenz 

Nun, gut, fast ein wenig verständlich. Ihre Geschäftsidee ist einzigartig. Wer sollte da schon ein Konkurrent sein. Doch mal Hand aufs Herz, ausser Sie erfinden gerade Social-Media (upps, ist ja längst auf dem Markt), wird Ihr Angebot, Produkt und/oder Dienstleistung in der einen oder anderen Version schon auf dem Markt sein. 

Eine Marktanalyse ist deshalb ein Muss. Nicht allein, um Ihren Investoren aufzuzeigen, Sie haben den Markt verstanden, sondern auch, um selbst einschätzen zu können, wie erfolgreich Ihre Geschäftsidee sein wird. Geben Sie sich deshalb ausreichend Zeit. Analysieren Sie Ihre Konkurrenz und den Markt – und zwar mit einem Ziel: Ihr Alleinstellungsmerkmal herauszuarbeiten. Behalten Sie bei dieser Analyse stets eine Frage im Blick: Was macht Sie und/oder Ihre Geschäftsidee so einzigartig? All Ihre Antworten untermauern Ihre Einzigartigkeit mit knallharten Fakten und Daten. 

Fehler 4: Finanzplan zu optimistisch 

Sie benötigen Kapitel. Nicht allein, um Ihr Unternehmen zu gründen und aufzubauen, sondern auch um mindestens das erste Jahr zu überstehen. Oft wird jedoch das benötigte Kapital falsch eingeschätzt – zu optimistisch, dass zur Folge hat, das Kapital reicht nicht aus. Liquiditätsengpässe entstehen. Und es zeigt sich: Der Break-Even wird deutlich später erreicht, als im Plan beschrieben wurde. Nicht gut. 

Steuern Sie aktiv gegen, indem Sie

  • mehrere Finanzierungs-Szenarien berechnen,
  • Puffer einplanen,
  • sich gut über Ausgaben/Kosten und Einnahmenpotenziale beraten lassen
  • den Finanzplan auf Herz und Nieren prüfen, da dieser das A und O des Businessplans darstellt, d.h. kontrollieren Sie, ob alle relevanten Aspekte berechnet und aufgezeigt wurden:
    • Einnahmen und Ausgaben. Mit dieser Aufstellung geben Sie einen Einblick in die Rentabilität Ihres geplanten Unternehmens.
    • Liquiditätsplanung, um aufzuzeigen, dass Sie zu jedem Zeitpunkt zahlungsfähig sind.
    • Investitions- und Finanzierungsplan, der darstellt, wie Sie Ihr Vorhaben finanzieren wollen, über welche Eigenmittel Sie verfügen und welche (Fremd-)Mittel Sie benötigen. 
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