Geschäftsidee: Businessplan erstellen in 3 Phasen

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Von der Geschäftsidee zum Unternehmen: Businessplan gefordert
Mehr und mehr reift Ihre Geschäftsidee. Wunderbar. Mehr und mehr reift auch Ihr Entschluss: Mit dieser Idee will ich ein Unternehmen starten. Gratulation. Nur, es fehlt das nötige finanzielle Kapital. Schade, doch kein Grund zu verzagen. Es gibt ausreichend Banken und vor allem Investoren (z.B. Business Angels), die einem Start-Up die benötigten finanziellen Mittel bereitstellen.
Damit dies auch gelingt, dürfen Sie jedoch in Vorarbeit gehen. Sie dürfen und sollten Ihre Geschäftsidee klug präsentieren. Nur so werden Sie potenzielle Investoren auch überzeugen können, in Sie, Ihre Geschäftsidee und Start-Up zu investieren. Dafür benötigen Sie eins: Einen Businessplan.
| Der Businessplan: Ein Überblick über den Aufbau und seine Kapitel | |
| Kapitel | Einige Fragen, die Sie beantworten dürfen: |
| Kapitel 1: Zusammenfassung – Executive Summary | Was ist Ihre Geschäftsidee? Was motiviert Sie, dieses Vorhaben anzugehen? Worin liegt Ihr Wettbewerbsvorteil? Welche Faktoren sprechen für den Erfolg? |
| Kapitel 2: Gründerteam und Unternehmensdaten | Was qualifiziert Sie? Welchen Namen wird Ihr Unternehmen haben? In welcher Rechtsform wollen Sie gründen? Wann wollen Sie starten? |
| Kapitel 3: Geschäftsidee – Ihre Produkt und/oder Ihr Dienstleistung | Welches Produkt/welche Dienstleistung bieten Sie an? Worin besteht der Nutzen für den Kunden? Wie marktreif ist Ihr Angebot? Worin besteht Ihr Alleinstellungsmerkmal? |
| Kapitel 4: Markt- und Konkurrenzsituation | Wie sieht die Marktsättigung aus? Welche KundInnen wollen Sie mit Ihrem Angebot ansprechen? Wie viele Wettbewerber gibt es? Welche Anbieter sollten Sie ernst nehmen? |
| Kapitel 5: Marketing und Vertrieb | Wie erfüllt Ihr Angebot Kundenbedürfnisse? Welches Alleinstellungsmerkmal eignet sich für eine klare Kundennutzen-Botschaft? Über welche Kanäle erreichen Sie Ihre KundInnen? Welche Kommunikationsmedien nutzen Sie zu welchem Werbezweck? |
| Kapitel 6: Management und Personal | Wer ist in Ihrem Unternehmen für welche Aufgaben mit welcher Qualifikation zuständig? Wer trägt wofür die Verantwortung? Wie viel Personal benötigen Sie ab wann? Welcher Führungsstil und Arbeitsstil (z.B. Agiles Arbeiten) wird eingesetzt? |
| Kapitel 7: Rechtsform | Welche Haftungsrisiken bringt Ihr Tätigkeitsfeld mit sich? Gibt es MitgründerInnen oder KapitalgeberInnen? Welche Buchführungs- und Jahresabschlusspflicht besteht? Was sind die Gründe für die gewählte Rechtsform? |
| Kapitel 8: Chancen und Risiken | Welche Risiken könnten Ihre Geschäftsidee gefährden? Wie würden Sie mit diesen umgehen? Welche Worst-Case und Best-Case-Szenarien gibt es – auch in Ihrer Finanzplanung? Welche Erkenntnisse liefert Ihnen eine SWOT-Analyse? |
| Kapitel 9: Finanzierungsplan | Wie hoch ist Ihr Kapitalbedarf? Wie viel Eigenkapital bringen Sie ein? Wie sieht Ihr Liquiditätsplan für die nächsten drei Jahre aus? Wie sieht Ihre Ertragsvorschau für die nächsten drei Jahre aus? |
| Kapitel 10: Anlagen, die die Argumentation Ihres Businessplans unterstützen | Wie aktuell ist Ihr Lebenslauf, der Ihren beruflichen Werdegang und Ihre Qualifikationen aufzeigt? Liegt eine Gewerbeerlaubnis oder Lizenz vor? Gibt es eine Letter of Content (Absichtserklärung für eine Geschäftsbeziehung)? Liegen Empfehlungsschreiben vor? |
Den Businessplan im Fokus: Die 3 Phasen
Und genau dies wollen Sie in Angriff nehmen: Einen Businessplan erstellen. In diesem Zusammenhang stellen sich sicherlich einige Fragen:
- Wie erstellen Sie einen Businessplan, der potenzielle Investoren überzeugt?
- Auf was sollten Sie achten, damit Sie nichts Wichtiges übersehen?
- Wie können Sie das Erstellen Ihres Businessplans strukturieren, um den Prozess für sich zu erleichtern?
Seminar-Empfehlungen
Die Antwort: „Fokussieren Sie die 3 Phasen der Businessplanerstellung“ mag vielleicht ein wenig einfach anmuten, sie ist es allerdings nicht. Indem Sie die 3 Phasen beachten, folgen Sie einer Struktur, die Sie durch alle wesentlichen Kapitel Ihres Businessplans führt. So stellen Sie sicher, dass Sie alle wichtige Fakten, Daten und Informationen aufführen – um potenziellen Investoren von Ihrer Geschäftsidee zu überzeugen.
| Businessplan erstellen: Die 3 Phasen im Überblick | |
| Phase 1: Informationen sammeln | |
| Ziel | Recherchieren Sie alle Fakten, Daten und Informationen zu Ihrem Gründungsvorhaben. Mit all diesen Fakten belegen Sie die Machbarkeit und wirtschaftliche Attraktivität der Unternehmensgründung. |
| Nebenziele |
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| Benötigte Zeit | 40% bis 50% Ihrer eingeplanten Zeit entfällt auf diese Phase. Das Recherchieren der Informationen hat oberste Priorität, da diese als Argumente für Ihre Geschäftsidee dienen. Deshalb recherchieren Sie sorgfältig. |
| Phase 2: Businessplan schreiben | |
| Ziel | Alle recherchierten Fakten, Daten und Informationen werden ausgewertet – um diese in dem Businessplan klug aufzuführen und darzulegen. |
| Nebenziele |
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| Zeit | Abhängig von der geplanten und benötigten Zeit in der Phase 1 haben Sie auch für diese Phase 50% (wenn Sie in der ersten Phase 40% einplanen) oder 40% (wenn Sie in der ersten Phase 50% einplanen). |
| Tipp: Planen Sie lieber mehr Zeit für die einzelnen Phasen ein, als zu wenig. Verschaffen Sie sich zeitliche Pufferzonen. Unvorhergesehenes, ob bei der Recherche oder beim Schreiben, darf und sollte niemals die Deadline gefährden. | |
| Phase 3: Mit dem Businessplan überzeugen | |
| Ziel | Um Gründungszuschüsse, Förderkredite oder Fremdkapital von Banken oder Investoren zu erhalten, wird der Businessplan verschickt oder persönlich präsentiert. |
| Nebenziele |
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| Zeit | In der Regel langen 10% der geplanten Zeit für eine Prüfung aus. Natürlich ist in dieser Zeitspanne kein Erstkontakt, gar Präsentation eingespeist. Beides dauert länger. |
Businessplan erstellen: 3 Tipps für die 3 Phasen
Sie haben sich mit den 3 Phasen vertraut gemacht. Jetzt kann es losgehen. Vielleicht gibt es aber die eine oder andere innere Hürde, die den Start erschwert, gar blockiert. Die folgenden Tipps helfen Ihnen, ins Tun zu kommen. Gutes Gelingen.
Phase 1 - Tipp 1: Breite Recherche
Die vielen verschiedenen Schwerpunkte Ihres Businessplans fordern eine breite Recherche. Beginnen Sie Ihre Recherche mit einem Brainstorming. Notieren Sie,
- welche Daten und Fakten Sie für welches Kapitel ermitteln wollen,
- welche Fragen Sie für das jeweilige Kapitel in Ihrem Businessplan beantworten wollen,
- welche Plattformen, Instituten und Co Sie für Ihre Nachforschung heranziehen wollen – beispielsweise
- Branchenverbände mit seinen Branchenbriefen,
- Branchenbriefe der Banken,
- Marktforschungs- und Kreditinstitute,
- Steuer- und Unternehmensberater,
- Statistische Ämter,
- Wirtschaftsforschungseinrichtungen,
- gewerbliche Datenanbieter,
- Bewertungsportale,
- Webseite und Social-Media-Auftritte der Konkurrenz und Mitbewerber,
- Google Maps zur ersten Analyse für die Standortauswahl,
- IHK und andere Kammern,
- Gründerplattformen.
Phase 2 - Tipp 2: Schreibdenken und assoziatives Schreiben
Eine Unmenge an Daten und Informationen haben Sie recherchiert und gesammelt. Markieren Sie erst einmal, die Kernfakten, die Sie verwenden wollen. Notieren Sie sich schliesslich für jedes Kapitel Stichworte – vielleicht auch erste Sätze -, die Sie als Schreibimpuls verwenden wollen.
Und dann geht`s los. Oder auch nicht?! Manches Mal bereitet gerade dies Schwierigkeiten: Der Schreibanfang. Zu viele Fakten, die im Kopf schwirren. Unsicherheit, wie das Argument am besten formuliert werden soll. Kritischer Blick auf die ersten Zeilen. Mit der Folge: Sie erleiden eine Schreibblockade. Leider.
Allerdings kein Grund zur Panik. Steuern Sie einfach aktiv gegen. Eine Schreibblockade lässt sich nicht allein überwinden, sondern auch im Vorfeld stoppen durch
- Assoziations-Ketten mit denen Sie sich für Ihr Schreiben aufwärmen kommen. Erstellen Sie sich Assoziations-Ketten. Dabei notieren Sie ein Stichwort auf einem Blatt Papier und fügen weitere Stichworte hinzu, die auf das erste Stichwort logisch folgen – wie beispielsweise KundInnen, Verheiratet, mit und ohne Kind, höheres Einkommen. Alternativ können Sie auch ein Mindmap anfertigen, bei dem Sie zu einem Stichwort in der Mitte Assoziationszweige hinzufügen.
- Schreibdenken. Beim Schreibdenken schreiben Sie „drauf“ los, ungefiltert und unzensiert und ohne inneren Kritiker. Alles ist dabei erlaubt. Stichworte. Ausformulierte Sätze und/oder Passagen. Wiederholungen. Überarbeiten kommt später.
- Schreibsprints. Können mit dem Schreibdenken kombiniert oder solo ausgeführt werden. Für Ihre Schreibsprints setzen Sie sich ein Zeitlimit – Timeboxing ist angesagt. Vielleicht beginnen Sie mit 25 Minuten, in denen Sie ohne Unterbrechung schreiben. Auch hier gilt: Überarbeiten erst danach.
Phase 3 - Tipp 3: Lesen, prüfen und anpassen
Lassen Sie Ihren Businessplan für einen oder zwei Tage „ruhen“. Durch diese Pause gewinnen Sie einen mentalen Abstand, der einen neuen und frischen Blick ermöglicht. Lesen Sie nach dieser Pause Ihren Businessplan durch – und prüfen Sie
- ihn auf Widersprüche,
- Lücken,
- „schwache“ Fakten und/oder Argumente,
- Grammatik- und Schreibfehler,
- das Layout, Grafiken und Fotos,
- ob der Blickwinkel der Businessplan-Adressaten klug berücksichtigt wurde, wie beispielsweise
- Investoren, die vor allem die Marktgrösse und die Wachstumschancen in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung und Bewertung rücken,
- Banken, die sicher gehen wollen, dass das Geschäftsmodell mit geringem Risiko verbunden ist und ob die Zinsen und Tilgung bedient werden können.