06.12.2016

Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA: Die Bestimmungen der L-Bewilligung

Eine Kurzaufenthaltsbewilligung ist für jene Ausländer bestimmt, die sich befristet, in der Regel für weniger als ein Jahr, in der Schweiz aufhalten. Was Sie über die Verlängerung und über den Wechsel zum Aufenthalterstatus wissen müssen.

Von: Peter Bolzli  DruckenTeilen Kommentieren 

Peter Bolzli

Peter Bolzli studierte Rechtswissenschaften an der Universität Bern und erwarb im Jahr 2007 das Anwaltspatent. Seit 2008 ist er als selbständiger Rechtsanwalt (Partner) im Advokaturbüro Egg Gwerder Mona Riedener Spescha Bolzli Kerland tätig. Ferner ist Peter Bolzli Mitautor des Handbuchs und des Kommentars zum Migrationsrecht.

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Bewilligungsdauer

Einen L-Ausweis erhalten EU-/EFTA-Staatsangehörige, die länger als drei Monate (unter drei Monaten ist der Aufenthalt bewilligungsfrei) als unselbständig Erwerbende, selbständige Dienstleister oder sogar «nur» als Stellensuchende in die Schweiz kommen, die jedoch nicht länger als ein Jahr hier bleiben wollen. Die Gültigkeitsdauer des L-Ausweises wird von der Migrationsbehörde dem entsprechenden Projekt, z.B. der Dauer des Arbeitsvertrages, des Arbeitseinsatzes oder der Ausbildungszeit, angepasst.

Für sog. «kurze» Kurzaufenthaltsbewilligungen betreffend Aufenthalte von 120 Tagen im Kalenderjahr wird kein Ausweis ausgehändigt. Der gutheissende Entscheid der kantonalen Arbeitsmarktbehörde gilt als Aufenthaltsberechtigung. Auf Ersuchen hin kann vom kantonalen Migrationsamt eine Zusicherung der Aufenthaltsbewilligung ausgestellt werden.

Kantons- und Stellenwechsel

EU-/EFTA-Staatsangehörige geniessen die vollständige geografische und berufliche Mobilität. Mit anderen Worten: Sogar ein L-Ausweis berechtigt zum Kantonswechsel, wobei der neue Wohnsitzkanton vorgängig angefragt werden muss. Da die Ausländerbewilligungen kantonsbezogen sind, muss der neu zuständige Kanton einen neuen, vom Inhalt der unveränderten, L-Ausweis erteilen.

Die Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA berechtigt zudem zum freien Stellenwechsel. Hierfür braucht es nicht einmal eine neue Bewilligung – zu beachten sind jedoch die Gültigkeitsdauer der Bewilligung sowie allfällige gesundheits- und wirtschaftspolizeiliche Vorschriften und/oder die in bestimmten Branchen verlangten Berufsausübungsbewilligungen. Führt der Stellenwechsel zu einem längeren Aufenthalt als ursprünglich bewilligt, so lässt sich mit entsprechendem Gesuch die L-Bewilligung verlängern oder erneuern . Auch der Wechsel von einer unselbständigen zu einer selbständigen Erwerbstätigkeit (und umgekehrt) untersteht keiner Bewilligungspflicht. Nach der erstmaligen Bewilligungserteilung ist es demnach dem EU-/EFTA-Staatsangehörigen gestattet, im gesamten Arbeitsmarkt in der ganzen Schweiz tätig zu sein.

Verlängerung der Kurzaufenthaltsbewilligung

Weist der Erwerbstätige den Migrationsbehörden einen verlängerten oder neuen (befristeten) Arbeitsvertrag vor oder belegt die Studierende die weiter andauernde oder eine neue Ausbildung, so wird die L-Bewilligung verlängert oder erneuert: Eine ursprünglich unterjährige Bewilligung wird erneuert, wenn das neue unterjährige Arbeitsverhältnis zusammen mit dem bisherigen unterjährigen Arbeitsverhältnis zu einem Gesamtaufenthalt von über einem Jahr führt; ansonsten findet eine Verlängerung von bis zu einem Jahr statt.

Verschiedene L-Bewilligungen können in theoretisch unbegrenzter Anzahl und ohne Unterbruch aneinandergereiht werden. Es ist nicht nötig, dass zwischen zwei Bewilligungserteilungen eine Ausreise erfolgt.

Wechsel vom Kurzaufenthalter- zum Aufenthalterstatus

Jeder EU/EFTA-Staatsangehörige hat nach insgesamt 30-monatiger Anwesenheit im Rahmen befristeter Kurzaufenthalte das Recht, ohne arbeitsmarktliche Beschränkungen (Inländervorrang, Kontingente etc.) einen unbefristeten Arbeitsvertrag abzuschliessen (Art. 27 Abs. 3a Anh. 1 des Personenfreizügigkeitsabkommen FZA). Bei Vorlage eines solchen unbefristeten Arbeitsvertrages wird die bisherige Kurzaufenthaltsbewilligung in eine Aufenthaltsbewilligung «umgewandelt».

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