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Personal rekrutieren: Instrumente für die Personalauswahl

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Der Erfolg bei der Rekrutierung hängt entscheidend von der Wahl der richtigen Instrumente ab. Während in der Schweiz Lebensläufe, Zeugnisse und Interviews am häufigsten genutzt werden, zeigen Studien, dass Verfahren wie Assessment-Center, Arbeitsproben und Leistungstests eine deutlich höhere Vorhersagegenauigkeit aufweisen. Unternehmen sollten diese weniger verbreiteten, aber effektiveren Methoden nicht ignorieren, da sie Fehlentscheide signifikant reduzieren.

Die wichtigsten Punkte:

  • Lebensläufe und Zeugnisse sind Standard, haben aber eine begrenzte Validität von rund 0,2.
  • Strukturierte Interviews und Referenzen erhöhen die Sicherheit der Entscheidung.
  • Arbeitsproben und Assessment-Center bieten die höchste Vorhersagegenauigkeit (0,4 bis 0,6).
  • Die Kombination mehrerer Verfahren ist der Schlüssel zum Erfolg und reduziert Fehlerquoten.
26.06.2026 Von: Thomas Wachter
Personal rekrutieren

Welche Auswahlinstrumente sind beim Personal rekrutieren in der Schweiz am effektivsten und wie kombiniert man sie für bessere Entscheidungen?

Die Anforderungen an Mitarbeitende steigen stetig. Der Erfolg eines Unternehmens hängt dabei nicht nur von fachlicher Qualifikation ab, sondern zunehmend auch von Teamfähigkeit und Persönlichkeit. Wer erfolgreich Personal rekrutieren möchte, muss all diese Faktoren berücksichtigen. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Auswahlverfahren und Instrumente sich in der Praxis bewährt haben, um gezielt die passenden Mitarbeitenden zu finden.

Verwendete Auswahlinstrumente beim Personal rekrutieren

In der Praxis werden in der Schweiz von den Unternehmen folgende Auswahlinstrumente in Prozent verwendet (gemäss einer Untersuchung von Thomas Zaugg, hier zitiert nach Thomas Schwarb: Erfolgsfaktor Human Resource Management):

Auswahlinstrumentin Prozent
Analyse der Lebensläufevon 94%
Analyse der Arbeitszeugnissevon 94%
Analyse der Bewerbungsschreibenvon 93%
Strukturierte Interviewsvon 76%
Referenzeinholungvon 75%
Grafologische Gutachtenvon 65%
Analyse der Schulzeugnissevon 60%
Personalfragebogenvon 52%
Persönlichkeitstestsvon 38%
Einzelassessmentvon 32%
Unstrukturierte Interviewsvon 31%

Neuere internationale Studien weisen teilweise eine abweichende Verwendung der Instrumente in Prozent aus. So das «Cranfield Project on International Strategic Human Resource Management: Personalmanagement im internationalen Vergleich»:

PersonalauswahlverfahrenFührungskräfteauswahl DeutschlandFührungskräfteauswahl Grossbritannien
Interview-Panel1)77%88%
Einzelinterview72%71%
Bewerberformular32%68%
Psychometrischer Test14%60%
Assessment Center41%33%
Grafologische Gutachten1%2%
Referenzen69%91%
Eignungstest11%54%
Fachlicher Test15%36%

Neben den Länderunterschieden (z.B. Bedeutung von Referenzen in Grossbritannien) scheint das grafologische Gutachten mindestens international bedeutungslos.

Im Zentrum beim Personal rekrutieren stehen Bewerbungsunterlagen, Interview und Referenzen. Dies deckt sich mit unseren Erfahrungen: Praktisch in jedem Stellenbesetzungsverfahren werden die Bewerbungsunterlagen inkl. Arbeitszeugnisse und Begleitschreiben intensiv begutachtet. Bei bewerbenden Personen ohne Berufserfahrung finden in aller Regel auch die Schulzeugnisse eine gewisse Beachtung. Dann findet faktisch immer ein mehr oder weniger strukturiertes Interview statt. Sorgfältige Anstellungsentscheide werden mit Referenzen abgesichert.

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