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FER-Abschluss: Bei diesen Punkten gibt es Handlungsspielräume

Bei einer FER-Umstellung sowie in der täglichen Umsetzung der Fachempfehlungen stellen sich häufig Anwendungsfragen. Eine neue Publikation von KPMG illustriert praxisbezogen anhand eines Umstellungsprojekts die Gestaltungsmöglichkeiten und Anwendungsentscheide in einem FER-Abschluss. Nachfolgend wird ein Auszug inklusive der Übersicht über die wichtigsten Handlungsspielräume dargestellt.

04.03.2022
FER-Abschluss

Ein prüfenswerter True-&-Fair-View-Standard

True-&-Fair-View-Rechnungslegungsstandards verfolgen das Ziel, dass die Finanzabschlüsse dem Lesenden ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild über die Vermögens- und Finanzlage sowie die finanzielle Leistung des Unternehmens vermitteln. Weltweit existieren einige True-&-Fair-View-Rechnungslegungsstandards, wovon in der Schweiz mehrheitlich International Financial Reporting Standards («IFRS»), International Financial Reporting Standard for small and medium-sized entities, United States Generally Accepted Accounting Principles («US GAAP») und Swiss GAAP FER («FER») angewendet werden. Die Ausrichtungen und Eigenschaften der Standards sind stark unterschiedlich, weshalb die Wahl des Regelwerks entsprechend wohlüberlegt sein soll.

FER stellt in der Schweiz eine attraktive Alternative zu den internationalen Rechnungslegungsstandards dar. Die Zielgruppe der Fachempfehlung sind kleine und mittelgrosse Unternehmen und Unternehmensgruppen mit Schweizer Ausstrahlung. Weitere FER-Anwender sind Non-Profit-Organisationen, Pensionskassen, Versicherungsunternehmen sowie Gebäude- und Krankenversicherer. Die FER haben sich nicht nur unter den klassischen kleinen und mittelgrossen Unternehmen durchgesetzt. In den letzten Jahren stellten viele börsenkotierte Unternehmen, insbesondere auch internationale Gruppen mit Schweizer Wurzeln, ihren Konzernabschluss auf die FER um. Die Vorteile der FER liegen unter anderem in ihrer Übersichtlichkeit, im grösseren Mass an Gestaltungsmöglichkeiten und in den geringeren Kosten für die Umsetzung und den Unterhalt. Trotzdem vermittelt der FER-Abschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Nebst den erwähnten Vorteilen können verschiedene Anlässe zum Entscheid führen, einen FER-Abschluss zu erstellen:

  • Börsengang an der SIX Swiss Exchange oder BX Swiss
  • Erhöhung der Transparenz und Schaffung einer betriebswirtschaftlichen Grundlage für die Steuerung des Unternehmens (als internes Management Reporting)
  • Vorbereitung eines Verkaufs des Unternehmens
  • Schaffung der Grundlage für die Finanzierung (Vorgaben von Banken, Covenants)

Wahlrechte und Handlungsspielräume

FER verfolgt einen modularen Ansatz und besteht aus vier Bausteinen: das Rahmenkonzept, die weiteren Kern-FER, weitere Standards mit spezifi schen Themen sowie FER 30 für Konzerne. Des Weiteren existiert mit FER 31 eine ergänzende Fachempfehlung für kotierte Unternehmen, welche die Zielsetzung verfolgt, die Aussagekraft von Abschlüssen zu erhöhen, die einer öffentlichen Rechenschaftspflicht unterliegen.

Es handelt sich bei den FER um prinzipienorientierte Fachempfehlungen. Im Vergleich zu anderen True-&-Fair-View-Standards sind die FER mit ihren rund 200 Seiten schlank gehalten. Aufgrund der relativ geringen Regelungsdichte der FER kann der Fall eintreten, dass eine konkrete Fragestellung nicht geregelt ist. Daraus entstehen Handlungsspielräume, die im Sinne des FER-Rahmenkonzepts zu beantworten sind. Zudem enthalten die FER einige direkt im Standardtext festgehaltene Wahlrechte zur Behandlung und Darstellung von Sachverhalten. Bei der Abschlusserstellung nach FER entsteht aufgrund dieser Optionen die Möglichkeit, einen gewissen Einfluss auf das Bild und die Aussagen des Finanzabschlusses auszuüben.

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