Swiss GAAP FER: Bilanzierung von immateriellen Vermögenswerten

Passende Arbeitshilfen
Die Bedeutung des Gläubigerschutzes wird hier um die Bedeutung von "True and Fair" erweitert, welcher auf die einflussreiche und dominante Rolle von Ländern wie den USA und Grossbritannien zurückgeht. Diese sind die Länder, welche auch einen starken Einfluss auf die Berichterstattung ausüben. Daraus entwickelte man die Swiss GAAP FER, ein Konzept, welches für KMU leicht umsetzbar ist und die Garantie der "Generally Accepted Accounting Principle"gewährleistet.
Zielgruppe nach Swiss GAAP FER
Die Swiss GAAP FER konzentrieren sich auf die Rechnungslegung von kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) von nationaler Bedeutung sowie Konzerngruppen. Mit Swiss GAAP FER wird diesen Firmen eine Rechnungslegungsstruktur zur Verfügung gestellt, um die tatsächlichen Verhältnisse betreffend Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aussagekräftig abzubilden. Gleichzeitig werden die nach Swiss GAAP FER bilanzierten Firmen transparenter und vergleichbar gemacht.
Im Weiteren soll mit diesem Rechnungslegungsstandard, der Idee von "True and Fair View" folgend, eine Vertrauensbasis geschaffen werden, auf der die Kommunikation mit Banken, Investoren und weiteren Interessensgruppen aufgebaut und gefördert werden kann. An die folgenden Adressaten richten sich die Swiss GAAP FER:
- Eigenkapitalgeber: Sie überlassen dem Unternehmen einen Teil ihres Vermögens ohne zeitliche Limitierung. Als Risikoentschädigung haben sie einen Residualanspruch auf dieses überlassene Vermögen. Aufgrund des Eigeninteresses sind die Eigenkapitalgeber daran interessiert, den Geschäftsverlauf und die Entwicklung ihrer Einlage zu verfolgen. Die Eigenkapitalgeber haben keinen gesetzlichen Anspruch auf die Rückzahlung des eingelegten Kapitals.
Fremdkapitalgeber:
Die Fremdkapitalgeber können Banken, institutionelle und private Anleger sein. Diese überlassen ihr Vermögen zeitlich begrenzt gegen eine risikoadäquate Verzinsung und haben regelmässig Anspruch auf die Rückzahlung ihres eingelegten Kapitals.
Die Lieferanten haben eine vergleichbare Beziehung zum Unternehmen analog den Fremdkapitalgebern. Sie gewähren mit ihren Waren- oder Dienstleistungslieferungen einen Kredit an die Unternehmung. Ein Ausfall dieser Kredite könnte ihre eigene Existenz in Gefahr bringen.- Arbeitnehmer: Die Arbeitnehmer sind aufgrund ihrer Arbeitsverträge mit den Unternehmen daran interessiert, dass die Organisation einen nachhaltigen Geschäftsverlauf verfolgt, um ihre Arbeitsplätze und Laufbahn zu sichern.
- Kunden: Die Kunden tätigen mit dem Ankauf von Waren oder Dienstleistungen eine Investition. Abhängig von Art und Umfang der Waren oder Dienstleistungen benötigen die Kunden Garantieleistungen, Ersatzteile und weitere Leistungen. Es liegt in ihrem persönlichen Interesse, dass die Unternehmung weiter existiert, um die angefragten Leistungen zu erhalten.
Gebietskörperschaften (Staat):
Eine Gebietskörperschaft bzw. ein Staat/Kanton ist daran interessiert, dass eine Unternehmung seinen steuerlichen Verpflichtungen nachkommen kann, um die Aufgaben des Gemeinwohls zu erfüllen.
Voraussetzung für die Entscheidung zugunsten des Accounting Standards ist die Tatsache, dass ein Mehrwert einer Rechnungslegung für die genannten Adressaten nicht durch zu hohe Kosten bei der Umstellung und Anwendung zunichte gemacht wird.
Struktur und Aufbau des Swiss GAAP FER
Die FER sind modular aufgebaut, um eine Art "fit-for-all" zu gewährleisten, und setzen sich aus vier Modulen zusammen:
- Kern-FER Rahmenkonzept, FER R/1 bis R/34
- Kern-FER, FER 1 bis 6
- weitere Standards, FER 10 bis 27
- FER 30 für Konzerngruppen
Zum Kern-FER-Rahmenkonzept:
Das Kern-FER-Rahmenkonzept dient zur Orientierung über die Grundsätze der Rechnungslegung und hat im Vergleich zu den Fachempfehlungen eine zweite Priorität. Das heisst, sollten in den Fachempfehlungen einzelne Sachverhalte nicht geregelt sein, wird das Kern-FER-Rahmenkonzept als Navigator herangezogen.
Das Kern-FER-Rahmenkonzept gilt für alle Unternehmen, die nach FER bilanzieren.
Ziffern 1 bis 4 erklären den Zweck sowie den Inhalt des Rahmenkonzeptes, die Anwendung des Kern-FER-Rahmenkonzeptes.
Ziffern 5 und 6: In diesen beiden Punkten werden die Informationen über die Vermögens-, Finanz- und die Ertragslage gegeben, die auf “True and Fair View” basieren.
Ziffer 7: Sie zeigt die Mindestgliederung des Geschäftsberichts.
Ziffer 8: Sie legt fest, wie Unternehmen zu verfahren haben, wenn sie das erste Mal FER anwenden.
Ziffern 9 bis 14: Sie erklären sämtliche Grundlagen der Jahresrechnung.
Ziffern 15 bis 24: Sie enthalten die Definitionen von Aktiven und Passiven und Erträgen, Aufwendungen und Erfolg.
Ziffer 25 bis 28: Sie schildern die zulässigen Bewertungskonzepte von Aktiven und Verbindlichkeiten.
Ziffern 29 bis 33: Bei der Erstellung des Abschlusses müssen die Interessen der Beteiligten (Adressaten) beachtet werden. Daher sind die qualitativen Anforderungen wie Wesentlichkeit, Stetigkeit, Vergleichbarkeit, Verlässlichkeit und Klarheit zu erfüllen.
Ziffer 34: Die abschliessende Ziffer beinhaltet Aussagen zum wirtschaftlichen Umfeld, zum Geschäftsjahr und eine Perspektive zur Unternehmensentwicklung.
Jetzt Member werden und weiterlesen:
- Unlimitierter Zugriff auf alle 1300 Arbeitshilfen
- Alle kostenpflichtigen Beiträge auf weka.ch frei
- Zugriff auf alle Videos
- Täglich aktualisiert
- Wöchentlich neue Inhalte und Arbeitshilfen
- Exklusive Spezialangebote
- News- & Update-Services
- Seminargutscheine