05.03.2019

FER: Die Erfolgsgeschichte Swiss GAAP FER

Die Swiss GAAP FER können mittlerweile auf eine mehr als 30-jährige bewegte Geschichte zurückblicken. Dieser Rechnungslegungsstandard wurde ursprünglich auf Initiative des St. Galler Professors André Zünd ins Leben gerufen und erfreut sich insbesondere in jüngster Vergangenheit einer immer grösseren Beliebtheit. Der nachfolgende Artikel zeigt, was diesen Erfolg ausmacht.

Von: Linus Furrer, Daniel Schweizer  DruckenTeilen Kommentieren 

Linus Furrer

Linus Furrer ist Bereichsleiter Wirtschaftsprüfung und Mitglied des Kaders bei der OBT AG in Rapperswil. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Beratung und Prüfung von nationalen und internationalen Dienstleistungs- und Industrieunternehmen sowie von Stiftungen und Non-Profit-Organisationen nach Swiss GAAP FER oder OR. Er leitet die Fachgruppe Swiss GAAP FER der OBT AG.

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Daniel Schweizer

Daniel Schweizer ist seit 2006 bei OBT in der Beratung und Prüfung von Dienstleistungs- und Industrieunter-nehmen tätig. Zu seinen Kunden zählen nationale als auch internationale Gesellschaften. Daniel Schweizer hat bei diversen Unternehmen die Einführung des IKS begleitet.

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FER

Swiss GAAP FER

Die Swiss GAAP FER geniessen in der Schweiz einen hohen Bekanntheitsgrad und eine breite Akzeptanz. Der Kreis der Anwender reicht von KMU bis zu börsenkotierten Konzernen wie Georg Fischer oder der Swatch Group.

Rund ein Drittel der Schweizer Unternehmen mit über 250 Mitarbeitenden erstellt die Jahresrechnung nach Swiss GAAP FER, für die Konzernrechnungen liegt die Quote sogar noch leicht höher. Dies ergab 2014 eine Untersuchung der Universität Zürich.

Der Anstieg der Verbreitung ist markant. Bei Gesellschaften, die gesetzlich zur Erstellung einer Konzernrechnung verpfl ichtet sind, lag der Anteil an Swiss-GAAP-FER-Anwendern 2009 noch bei 22%, bis 2014 stieg dieser auf 39% an. Der Zuwachs um 17 Prozentpunkte in der doch relativ kurzen Zeit unterstreicht die steigende Anwenderzahl des Rechnungslegungsstandards – die Swiss GAAP FER sind auf dem Vormarsch.

Auch die branchenbezogene Verbreitung nimmt zu, aktuell beispielsweise im Non-Profit-Bereich, bei Spitälern oder bei Versicherungen. Für Vorsorgeeinrichtungen ist die Erstellung der Jahresrechnung nach Swiss GAAP FER 26 sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Vorteile von Swiss GAAP FER

Der grösste Vorteil einer Jahresrechnung nach Swiss GAAP FER besteht gemäss unserer Erfahrung darin, dass die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage realistisch dargestellt wird. Es wird ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der finanziellen Verhältnisse eines Unternehmens gezeigt. Dies bedeutet in der Praxis, dass vorhandene stille Reserven nicht lediglich auf einer Aufstellung aufgeführt sind, sondern aus der nach Swiss GAAP FER von der Revisionsstelle testierten Jahresrechnung hervorgehen.

Eine derart testierte Jahresrechnung hilft erwiesenermassen, bei Kapitalgebern bessere Konditionen zu erwirken oder, für den Fall eines Verkaufs des Unternehmens, einen besseren Preis zu erzielen. Zudem geniesst der Standard bei den Anspruchsgruppen einen hohen Stellenwert und wirkt vertrauensbildend.

Gemäss unserer Erfahrung ist dies im Non-Profit-Bereich der häufigste Grund, Swiss GAAP FER bzw. Swiss GAAP FER 21 anzuwenden. Das Vertrauen der Geldgeber ist für Non-Profit-Organisationen von zentraler Bedeutung.

Kosten-Nutzen-Verhältnis

Die Swiss GAAP FER sind auf das Schweizer System massgeschneidert. So entstehen beispielsweise bei der Bilanzierung und Offenlegung von Vorsorgeverbindlichkeiten keine Kosten für ein versicherungstechnisches Gutachten. Die nach Swiss GAAP FER 26 erstellte Jahresrechnung der Vorsorgeeinrichtung dient als Basis für die Bilanzierung der Vorsorgeansprüche. Zudem umfassen die gesamten Standards weniger als 200 Seiten. Eine Mehrheit der Swiss-GAAP-FER-Anwender ist zudem der Meinung, dass diese auch ohne externes Expertenwissen angewendet werden können.

Entwicklung der Swiss GAAP FER

Ein Ziel ist es, die Swiss GAAP FER über möglichst lange Zeit konstant zu halten. Damit entsteht Planungssicherheit, und die Kosten für Umstellungen und Anpassungen werden auf ein Minimum reduziert.

Die letzte fundamentale Überarbeitung der Swiss GAAP FER wurde per 1. Januar 2007 vorgenommen und liegt somit bereits mehr als zehn Jahre zurück. Natürlich gab es danach weitere punktuelle Überarbeitungen. Diese werden durch den modularen Aufbau und die Prinzipienorientierung der Swiss GAAP FER begünstigt. So konnten beispielsweise mit dem Swiss GAAP FER 31, der ergänzend für börsenkotierte Gesellschaften gilt, Regelungslücken geschlossen werden.

Das modulare Konzept öffnet aber auch das Spektrum der Swiss GAAP FER für «kleine» Gesellschaften, indem diese lediglich das Rahmenkonzept sowie die Kern-FER (FER 1–6) anzuwenden brauchen – dies entspricht einem Umfang von ca. 50 Seiten.

Aktuelle Entwicklung

Der Erfolg und die gute Verbreitung verpflichten aber auch für die Zukunft. Die Swiss GAAP FER haben sich zum Ziel gesetzt, ein qualitativ hochstehender Rechnungslegungsstandard für eine aktive Gemeinschaft von Anwendern zu sein. Eine Weiterentwicklung des Standards erfolgt dabei immer behutsam und in enger Zusammenarbeit mit Anwendern aus der Praxis.

Fazit

Die Verbreitung der Swiss GAAP FER hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Für Gesellschaften, deren Anspruchsgruppen vorwiegend in der Schweiz beheimatet sind, stellen die Swiss GAAP FER den idealen Rechnungslegungsstandard dar, welcher eine aussagekräftige Jahresrechnung liefert, zugleich aber mit vertretbaren Kosten umsetzbar ist.

 

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