Zahlungsziel: Das durchschnittliche Zahlungsziel verstehen
KURZ ZUSAMMENGEFASST
Das durchschnittliche Zahlungsziel wird häufig als verlässlicher Indikator für den Zeitpunkt der Zahlungseingänge missverstanden. In der Praxis zahlen Kunden jedoch selten gleichzeitig oder pünktlich zum vereinbarten Termin, was zu einer zeitlichen Streuung führt. Eine reine Berechnung über die Formel Debitorenbestand geteilt durch Umsatz ignoriert diese Variationen und kann dazu führen, dass verfügbare Liquidität überschätzt wird, was in der Planung zu finanziellen Engpässen führt.
Die wichtigsten Punkte:
- Das durchschnittliche Zahlungsziel unterstellt fälschlicherweise, dass alle Kunden gleichzeitig zahlen.
- Eine Verlängerung der Debitorenfrist kann den monatlichen Zahlungseingang signifikant reduzieren, selbst wenn der Jahresumsatz stabil bleibt.
- Zeitliche Streuungen zwischen frühen und späten Zahlern kompensieren sich nicht automatisch in der Liquiditätsplanung.
- Ein Anstieg der Debitorenfrist um 50 % kann zu einem Zahlungsmittelrückgang von einem halben Monatsumsatz führen.

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Warum das durchschnittliche Zahlungsziel die Liquidität oft falsch darstellt?
Durchschnittliches Zahlungsziel als Ausgangspunkt
Der Umsatz eines Unternehmens entsteht durch den Verkauf von Leistungen an Kunden. Dabei wird eine Forderung gegenüber dem Kunden gebucht, die erst mit der tatsächlichen Zahlung ausgeglichen wird. Sobald das Geld eingeht, erhöht sich die Liquidität des Unternehmens.
Würden alle Kunden ihre Rechnungen genau innerhalb der vereinbarten Zahlungsfrist begleichen, wäre die Planung dieser drei Faktoren – Umsatz, Forderungen und Zahlungseingänge – unkompliziert: x Tage nach dem Entstehen des Umsatzes wird aus der Forderung ein Zahlungseingang.
Die durchschnittliche Zahlungsfrist zeigt, wie lange Kunden im Durchschnitt benötigen, um ihre Rechnungen zu begleichen. Sie berechnet sich mit folgender Formel:
Durchschnittliches Zahlungsziel = Debitorenbestand / Umsatz x 360
Ein Jahresumsatz von CHF 12 Mio. bedeutet bei gleichmässigem Anfall einen Umsatz von durchschnittlich CHF 1 Mio. pro Monat. Dieser Umsatz führt aber erst später zu einem Zahlungseingang, im Schnitt eben nach Ablauf des Zahlungsziels. Gehen wir von einem in der Schweiz üblichen Zahlungsziel von 30 Tagen aus, ergibt sich damit ein Debitorenbestand Ende Jahr von 1 Mio. CHF.
Berechnung: Zahlungsziel 30 Tage x (Umsatz CHF 12 Mio / 360 Tage) = Debitorenbestand 1 Mio. CHF
Damit ist der grundsätzliche Link zwischen Erfolgsrechnung (Umsatz), Bilanz (Debitoren) und Mittelflussrechnung (Zahlungseingang) hergestellt. Allerdings ist diese Beziehung noch ungenau. Genau genommen unterstellt die angegebene Berechnungsmethode, dass alle Kunden zum gleichen Zeitpunkt mit Fälligkeit der Forderung zahlen und dass der Umsatz gleichmässig über das Jahr entstanden ist. Leider ist dies eine unzulässige Vereinfachung der tatsächlichen Gegebenheiten. Die Kunden zahlen nicht alle gleichzeitig und auch nicht zu dem gemässen Zahlungsziel vereinbarten Termin.
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